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04.09.2022 | 08:46 | Getreidehandel 

Ukrainische Getreide- und Ölsaatenexporte ziehen kräftig an

Kiew - Die ukrainischen Ausfuhren von Getreide und Ölsaaten haben zuletzt deutlich zugelegt.

Getreideexporte
Im August wurden rund 4,5 Millionen Tonnen ausgeführt - 1,5 Millionen Tonnen gingen über die wiedergeöffneten Schwarzmeerhäfen - Auch vermehr Transporte über die Donau und per Schiene - Rund 19 Millionen Tonnen Weizen geerntet - Defizit an Lagerkapazitäten wird geringer. (c) proplanta

Der stellvertretende Landwirtschaftsminister des Landes, Taras Vysotskyi, bezifferte bei einer vom Verein Donau Soja organisierten Online-Pressekonferenz am Donnerstag (1.9.) die betreffende Menge für August 2022 auf insgesamt 4,5 Mio t; davon seien 1,5 Mio t Getreide und Ölsaaten über die wieder geöffneten Schwarzmeerhäfen verschifft worden.

Im Juli hätten sich die Ausfuhren dieser Warengruppen noch auf insgesamt lediglich 3 Mio t belaufen. Der stellvertretende Landwirtschaftsminister betonte, dass damit die noch im April prognostizierte Exportkapazität von insgesamt nur 1 Mio t Getreide und Ölsaaten unter dem Strich deutlich übertroffen worden sei. Allerdings seien vor dem Einmarsch Russlands im Durchschnitt noch monatlich insgesamt 6 Mio t dieser Agrarprodukte ausgeführt worden.

Indes sei davon auszugehen, dass im Zuge der laufenden Exporte das Defizit an Lagerkapazität für Getreide und Ölsaaten mit Stand von Anfang August von etwa 20 Mio t bis zum November auf 12 Mio t abgebaut werden dürfte. Mit Blick auf die diesjährige Getreideernte bezifferte Vysotskyi das Aufkommen an Weizen auf 19 Mio t und das von Gerste auf 5,5 Mio t. Außerdem seien 3 Mio t Rapssaat geerntet worden.

Die noch ausstehende Maisproduktion sieht der Fachmann bei 27 Mio t. Außerdem dürften die ukrainischen Bauern im laufenden Jahr noch 10 Mio t Sonnenblumensaat und 3,5 Mio t Sojabohnen dreschen. Fehlende Lagerkapazitäten würden - soweit das möglich sei - durch Alternativen wie Plastiksäcke ausgeglichen. Hinsichtlich der Anbauflächen für die Ernte 2023 sei zu erwarten, dass die Erzeugung von Getreide zugunsten der preislich attraktiveren Ölsaatenproduktion eingeschränkt werde.

Bahnstrecke reaktiviert



Neben dem Seeweg über die seit Anfang August wieder geöffneten Schwarzmeerhäfen nutzt die Ukraine nun auch verstärkt die Exportroute über die Donau. Wie das Infrastrukturministerium in Kiew am vorvergangenen Wochenende mitteilte, waren zu diesem Zeitpunkt allein elf Schiffe in Richtung der ukrainischen Donau-Häfen Ismajil, Reni und Ust-Dunaisk unterwegs. Diese sollen rund 45.000 t Getreide in Richtung Westen transportieren.

Auch an einer Verbesserung des Güterverkehrs über die Schiene wird derzeit gearbeitet. Die Nachrichtenagentur Ukrinform meldete, dass im Süden der Region Odessa eine stillgelegte Bahnstrecke, die in die benachbarte Republik Moldau führt, repariert und wieder reaktiviert worden sei. Die 23 km lange Bahnlinie umgeht Transnistrien, eine abtrünnige Region in Moldau.

Großbritannien ebenfalls aktiv



Auch Großbritannien macht sich für den Aufbau der Infrastruktur in der Ukraine stark. Ende August unterzeichneten die Verkehrsminister beider Länder einen gemeinsamen Aktionsplan, um den Wiederaufbau des ukrainischen Verkehrsnetzes zu unterstützen. Unter anderem sollen mehr als 120 Schiffscontainer gekauft werden, mit denen ukrainische Getreidezüge aufgerüstet werden sollen, um die Getreideausführen über die Schien zu steigern.
AgE
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