Samstag, 02.07.2022 | 00:22:07
Vorsprung durch Wissen
schließen x
Suchbegriff
Rubrik
 Suchen
Das Informationszentrum für die Landwirtschaft
23.01.2022 | 05:21 | Schweinemarkt 

VEZG-Notierung für Schlachtschweine gerät unter Druck

Bonn - Die ungünstige Gemengenlage am Schweinemarkt mit schwacher Fleischnachfrage, fehlenden Drittlandsexporten und begrenzten Schlachthofkapazitäten wegen coronabedingt ausfallender Mitarbeiter hat den Schlachtschweinemarkt unter Druck gesetzt.

Schlachtschweinemarkt
Coronabedingter Ausfall von Schlachthofmitarbeitern erschwert Schlachtschweineabsatz - Fleischmarkt im Januar typischerweise schwach - VEZG-Preis sinkt um 3 Cent auf 1,20 Euro - Die Pandemie und begrenzte Zerlegekapazitäten drücken die Marktstimmung in der EU - Vielfach nachgebende Notierungen für Schlachtschweine - Preise in Spanien und Frankreich stabil. (c) contrastwerkstatt - fotolia.com

Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) musste am Mittwoch (19.1.) ihre Leitnotierung um 3 Cent auf 1,20 Euro/kg Schlachtgewicht (SG) senken.

Aufgrund der stark steigenden Corona-Neuinfektionen fehlten in den Schlachthöfen, vor allem in der Zerlegung, Mitarbeiter. Da zeitnah nicht mehr alle Schweine abgenommen werden könnten, sei das Preisniveau nicht zu halten, teilte die VEZG mit. Zuvor hatten bereits einige deutsche Schlachtunternehmen nur Hauspreise unterhalb des Notierungsniveaus gezahlt; Marktführer Tönnies hat seinen Hauspreis nun wieder abgeschafft und wird den abgesenkten VEZG-Preis zahlen.

Dass die Schlachtschweinenotierung in der zweiten Januarhälfte wegen der dann typischerweise schwachen Fleischnachfrage nachgibt, war in vielen Vorjahren bereits zu beobachten. In diesem Jahr dürfte der Rücksetzer aufgrund der bereits geringen Erzeugerpreishöhe und der deutlich gestiegenen Produktionskosten den Mästern jedoch besonders wehtun; die Verluste auf den Höfen werden immer größer.

Da die Omikron-Infektionen weiter zunehmen sollen und eine Entlastung durch Drittlandsexporte aufgrund der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nicht in Sicht ist, dürfte die Krise am Schweinemarkt - trotz des bereits verringerten Angebots - vorerst anhalten. Auch in den Niederlanden wurde berichtet, dass die Pandemie zu Mitarbeiterengpässen führt, was besonders die personalintensive Zerlegung betrifft. Es müssten deshalb mehr Schweinehälften und Knochenware vermarket werden.

Laut belgischen Hälftenvermarktern hat das zusätzliche Angebot in Osteuropa zu sinkenden Verkaufspreisen geführt; deutsche Abnehmer hielten sich wegen Personalengpässen mit Bestellungen zurück. In Belgien gaben die Schlachtschweinepreise zwischen 2 Cent und 3 Cent/kg Lebendgewicht (LG) nach.

Weitere Schwäche in Italien



Weiter im Abwärtstrend befand sich nach den ersten bestätigten ASP-Fällen bei Wildschweinen auch die italienische Schlachtschweinenotierung; sie gab am Donnerstag um 3,2 Cent/kg LG nach. Der Markt sei sehr nervös bezüglich der zukünftigen Entwicklung, hieß es bei dortigen Analysten. Diese wiesen aber auch darauf hin, dass Italien aufgrund geringer Ausfuhrmengen von Schweinefleisch in Drittländern von Exportsperren weniger betroffen sei als Deutschland und sich die ASP-Ausbrüche nicht auf eine Schweinehochburg im Land erstreckten.

Bis zum Donnerstag hatte sich die Zahl der positiven ASP-Nachweise bei Wildschweinen in Norditalien laut europäischen Tierseucheninformationssystem (ADIS) auf zwölf erhöht. In anderen EU-Ländern drückten ebenfalls ein schwacher Fleischabsatz und coronabedingte Personalengpässe bei den Fleischherstellern die Notierungen für Schlachtschweine nach unten.

In Österreich musste der Verband landwirtschaftlicher Veredlungsproduzenten (VLV) seinen Leitpreis um 5 Cent auf 1,40 Euro/kg Schlachtgewicht (SG) senken. Es sei nicht gelungen, den Überhang von etwa 20 % am Lebendmarkt abzubauen, berichtete der VLV.

In Dänemark verringerte Danish Crown seinen Ankaufspreis für Schlachtschweine nach einem Minus von umgerechnet 4 Cent in der Vorwoche noch einmal um 2,7 Cent auf den Basiswert von 1,06 Euro/kg SG ohne Zuschläge. Dem Unternehmen zufolge gebe es am EU-Fleischmarkt wegen fehlender Ausbeinkapazitäten vor allem Preisabschläge für ganze Vorderviertel und wegen der ASP in Italien für Schinken mit Knochen. Im eigenen Land gebe es weiterhin einen deutlichen Rückstau bei den Schweineschlachtungen.

Schweinevermarktung in Spanien läuft



Recht stabil tendierte zuletzt, bei einem nicht zu großen Lebendangebot und sinkenden Schlachtgewichten, der Schweinemarkt in Frankreich. Die Notierung am Marché du Porc Breton konnte sich am Donnerstag mit 1,248 Euro/kg SG auf dem Vorwochenniveau halten. In Spanien konnten sich die Mäster entgegen der Entwicklung in anderen Mitgliedstaaten über ein kleines Preisplus freuen; die Notierung am Mercolleida legte am Donnerstag um 0,1 Cent auf 1,22 Euro/kg LG zu.

Die Überhänge nach dem Jahreswechsel seien schnell abgebaut worden, und das im Vorjahresvergleich größere Lebendangebot werde von den Schlachtbetrieben zum günstigen Einkaufspreis zügig geordert, berichtete der Mercolleida. Dabei sei die Nachfrage in den Schweinehochburgen des Nordens größer als im Süden, wo die Personalausfälle wegen Covid größer seien. Das jetzt produzierte Fleisch werde vielfach eingefroren, um später von den erwartet höheren Preisen zu profitieren.

EU-Preismeldung mit Fragezeichen



In der Woche zum 16. Januar hatten sich die Schlachtschweinepreise laut Angaben der Kommission im EU-Mittel noch gut behaupten können. Den Meldungen aus den Mitgliedstaaten zufolge erlösten Tiere der Handelsklasse E im Durchschnitt 132,48 Euro/100 kg; das waren 0,31 Euro oder 0,2 % mehr als in der Vorwoche. Allerdings steckt in diesem Mittelwert auch ein angeblicher Anstieg der Auszahlungspreise spanischer Schlachtunternehmen von 2,8 %, was aus der Entwicklung der maßgeblichen Notierung des Mercolleida sowie dessen fundierten Marktberichten aber nicht hervorgeht.

Gleichzeitig wurde für Italien ein unveränderter Schlachtschweinepreis gemeldet, obwohl dieser nach dem Bekanntwerden der ersten ASP-Fälle laut nationaler Notierung gesunken ist. Ansonsten wurden nur aus Polen und der Slowakei Preisaufschläge von jeweils gut 1 % gemeldet; in Estland waren es 2,5 %. In Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Dänemark und Österreich wurden schlachtreife Tiere in der Berichtswoche weitgehend unverändert bezahlt. Deutlichere Abschläge zwischen 1,6 % und 3,9 % mussten hingegen die Mäster in Lettland, Rumänien und Litauen verkraften.
AgE
EU-Marktpreise für SchlachtschweineBild vergrößern
EU-Marktpreise für Schlachtschweine
Kommentieren
weitere Artikel

Status:
Name / Pseudonym:
Kommentar:
Bitte Sicherheitsabfrage lösen:


  Weitere Artikel zum Thema

 Brasilien erhält Zugang zum Schweinefleischmarkt Kanadas

 Knappes Schweineangebot lässt europaweit die Preise steigen

 Schweineproduktion in China überschreitet Gewinnschwelle

 Schlachtschweinepreis erstmals seit Anfang April angehoben

 Notierungsanstieg für Schlachtschweine muss noch warten

  Kommentierte Artikel

 Russlands Getreideblockade löst Hungerkrise in Afrika aus

 Temperatursturz mit Gewittern, danach folgt die nächste Hitzewelle

 Ausgaben für Lebensmittel: Schränken sich Verbraucher zunehmend ein?

 Baden-Württemberg: Grün-Schwarz ringt heftig um Atomkraft

 Autofahrer besorgt über immer weiter steigende Kosten

 Landwirte protestieren vor Parlament in Den Haag gegen Umweltauflagen

 Fast 300 Schweine verhungert - Landwirt vor Gericht

 Gemüseanbau in Deutschland 2021

 Kann die EU-Kommission die Natur vor dem Kollaps retten?

 Niederländische Bauern legen mit Protesten Verkehr lahm

Nachrichten
Agrarpolitik
Agrarwirtschaft
Unternehmen
Landtechnik
Pflanze
Tier
Bio
Wissenschaft
Wald & Forst
Umwelt
Energie
Verbraucher
Karriere
Landleben
Medizin
IT & Medien
Veranstaltungen
Neuerscheinungen
Service

Agrarnachrichten-Ticker
Schlagzeilen
Tags
Archiv
Premium-News
Agrar-Suchbegriffe
RSS-Channel
Markt & Preis
Warenbörsen
Mannheimer Produktenbörse
Südwestdeutsche Warenbörse
Frankfurter Produktenbörse
Stuttgarter Produktenbörse
Bayerische Warenbörse
Würzburger Produktenbörse
Vereinigte Getreide- u. Produktenbörse Braunschweig - Hannover - Magdeburg
Hamburger Getreidebörse
Bremer Getreide- und Futtermittelbörse
Getreide- und Produktenbörse Paderborn
Rheinische Warenbörse
Mitteldeutsche Produktenbörse - Berlin - Brandenburg
Mitteldeutsche Produktenbörse - Dresden
Mitteldeutsche Produktenbörse - Erfurt
Mitteldeutsche Produktenbörse - Halle
Börse Wien
Marktberichte

Warenterminmärkte
CBoT-Weizenpreis
CBoT-Maispreis
MATIF-Weizenpreis
MATIF-Rapspreis
MATIF-Maispreis
EUREX-Schweinepreis
EUREX-Ferkelpreis
Agrarmarkt-Widget
Glossar

Stellenmarkt
Stellenangebote
Stellengesuche
Jobwall
Agrarstudium
Grüne Berufe
Bewerbungstipps
Online-Journal

Marktplatz
Landtechnik
Traktoren
Traktorzubehör
Baumaschinen
Ersatzteile
Erntetechnik
Saattechnik
Fütterungstechnik
Räder
Bodenbearbeitung
Kommunalgeräte
Forsttechnik

Kleinanzeigen
Angebote
Gesuche

Büchermarkt
Angebote

Futtermittel
Suche
Rinderfutter
Kälberfutter
Milchviehfutter
Schweinefutter
Ferkelfutter
Eberfutter

Wetter
Agrarwetter Deutschland
Agrarwetter Baden-Württemberg
Agrarwetter Bayern
Agrarwetter Brandenburg
Agrarwetter Hessen
Agrarwetter Mecklenburg-Vorpommern
Agrarwetter Niedersachsen
Agrarwetter Nordrhein-Westfalen
Agrarwetter Rheinland-Pfalz
Agrarwetter Saarland
Agrarwetter Sachsen-Anhalt
Agrarwetter Schleswig-Holstein
Agrarwetter Thüringen

Wetterrückblick
Niederschlagsradar
Unwetterwarnung Deutschland
15-Tage-Temperaturtrend

Agrarwetter Österreich
Agrarwetter Schweiz
Agrarwetter Frankreich
Météo Agricole France
Agrarwetter Italien
Meteo Agricolo Italia

Profiwetter Deutschland
Profiwetter Österreich
Profiwetter Schweiz
Profiwetter Frankreich
Météo Professionnel France
Profiwetter Italien
Meteo Professionale Italia

Agrarwetter.net

Agrar-Branchenbuch
Alle Rubriken
Produktverzeichnis
Firmenverzeichnis

Behörden
Bildungseinrichtungen
Organisationen
Bio-Handel
Fruchthandel
Direktvermarkter
Innenwirtschaft
Landhandel
Landtechnik
Lohnunternehmen
Pflanzenproduktion
Tierproduktion
Verarbeitung
Beratung
Energie
Hofurlaub
Veranstaltungen
Garten- und Landschaftsbau
Maps
Bodenpreise
GVO

Agrarforum

Veranstaltungen
Messen Ausstellungen
Tagungen Kongresse
Workshops Seminare Vorträge
Info-Veranstaltungen
Feldtage
Auktionen
Feste
Wettbewerbe
Traktor-Pulling

Infothek

Lexikon: 
Landwirtschaft Unkräuter

Wörterbuch: 
Landwirtschaft Landtechnik Pflanzenkrankheiten Pflanzenschädlinge Unkräuter Nutztiere Tiergesundheit

Pflanze: 
Mais Weizen Gerste Roggen Reis Raps Sonnenblume Sojabohne Baumwolle Zuckerrübe Kartoffel Wein Tabak

Tiere: 
Rind Schwein Schaf Ziege Geflügel


Ratgeber

Umfrage

Mediathek
Fotos
Videos
Pflanzenbauberater
PSM-Suche
Pflanzenschutzmittel
Neuzulassungen
Ablauffristen
Aufbrauchfristen
Abgelaufene Mittel
Zulassungsverlängerungen
Auflagen

PSM-Empfehlungen
Herbizide
Fungizide
Insektizide Getreide
Wachstumsregler Getreide

Sorten-Suche
Neue Sorten
Pflanzenzüchter

Regionale Empfehlungen

Garten-Ratgeber
Für angemeldete User
Stellenanzeige schalten
Kleinanzeige schalten
Eintrag ins Branchenbuch
Online-Landvermessung
Wetter-Profile anlegen
Projekte in Maps anlegen
Newsletter-Profil anlegen
Zugang Unkraut-Lexikon
Zugang Premium-News
E-Markttelegramm abonnieren

zur Anmeldung
Service
Bannerschaltungen
Newsticker
Agrarfotos
PR-Meldungen
Agrarmarkt-Informationen
Agrarmarkt-Widget
Wetterfenster für Homepage

Info + Preise

Kontakt