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03.06.2021 | 11:03 | Wirtschaftslage 

Zahl der Privatinsolvenzen steigt sprunghaft

Düsseldorf / Hamburg - Die Zahl der Privatinsolvenzen ist in Nordrhein-Westfalen einer Erhebung der Wirtschaftsauskunftei Crifbürgel zufolge im ersten Quartal drastisch gestiegen.

Privatinsolvenz
Die Zahl der Privatinsolvenzen steigt. Einige Überschuldete haben abgewartet, um eine verbesserte Rechtslage zu nutzen. Bei anderen schlägt die Corona-Krise durch. Die SPD in NRW fordert ein breiteres Beratungsnetz und einen «Bescheid-Euro» für alle Gläubiger. (c) proplanta

Insgesamt hätten zwischen Januar und März im bevölkerungsreichsten Bundesland 8.142 Personen Privatinsolvenz angemeldet. Das bedeute eine Steigerung von 81 Prozent gegenüber dem Vorjahr, berichtete die Wirtschaftsauskunftei.

Grund für den Anstieg ist laut Crifbürgel-Geschäftsführer Frank Schlein hauptsächlich eine Gesetzesreform, die viele Betroffene abgewartet hätten. Demnach können Verbraucher inzwischen einfacher nach drei statt wie bisher nach sechs Jahren von den Restschulden befreit werden.

«Da diese Reform ein großer Vorteil ist, haben viele Antragssteller auf den entsprechenden Beschluss des Bundestages gewartet», erläuterte Schlein. Bundesweit gab es Crifbürgel zufolge im ersten Quartal 31.821 Privatinsolvenzen. Das waren 56,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Die SPD-Landtagsfraktion fordert Konsequenzen aus der Entwicklung. Mehrere Statistiken belegten die verschärfte Problematik, berichtete die Verbraucherschutzexpertin der Fraktion, Inge Blask, am Dienstag in Düsseldorf. Laut Statistischem Bundesamt hätten im vergangenen Jahr 588.000 Menschen die Hilfe von Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen in Anspruch genommen - rund 6.000 mehr als im Vorjahr.

Beinahe jeder zweite Überschuldete, der sich an Beratungsstellen gewandt habe, sei arbeitslos gewesen, sagte Blask. Durch die Corona-Krise hätten viele Betroffene Einkommen eingebüßt oder ganz verloren - vor allem aus dem Freizeitgewerbe, Kultur, Tourismus und Gastronomie. Die Wohlfahrtsverbände wiesen verstärkt darauf hin, dass sie mehr Nachfrage in ihren Schuldnerberatungsstellen hätten und sich neue Gruppen von Betroffenen herausbildeten.

Zum Forderungskatalog der SPD-Opposition an die Landesregierung gehört ein «Bescheid-Euro» zur besseren Finanzierung der Schuldnerberatung. Alle Gläubiger, die einen Vollstreckungsbedarf beim Amtsgericht beantragen, sollten demnach einen zusätzlichen «Bescheid-Euro» zahlen müssen. Angesichts des - auch pandemiebedingt - wachsenden Bedarfs müsse das Beratungsnetz ausgedehnt werden. Der Obolus für den Bescheid könne helfen, den Mehrbedarf zu finanzieren.

Darüber hinaus müsse eine gesetzliche Grundlage allen Bürgern flächendeckend einen kostenlosen Zugang zur Schuldnerberatung ermöglichen - anders als bisher auch Selbstständigen. Zudem solle NRW dem Beispiel Bayerns folgen und die sinnlose Trennung von Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstellen aufheben. Das Land stelle in diesem Jahr 6,1 Millionen Euro für Insolvenzberatung zur Verfügung, berichtete Blask. Wie viel aus den Kommunen in die Schuldnerberatung fließe, sei nicht bekannt.

Die SPD pocht außerdem auf verbindliche Qualitätsstandards. So sei der Begriff der Schuldnerberaterin nicht geschützt, so dass sich viele Schwarze Schafe auf diesem Markt tummeln könnten.
dpa/lnw
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