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14.11.2018 | 14:50 | Energiemarkt 

Energieverbrauch wird bis 2040 enorm steigen

London - Die weltweite Energienachfrage wird in den kommenden zwei Jahrzehnten stark steigen, vor allem in Asien.

Energiebedarf
Die Internationale Energiebehörde IEA sagt einen starken Anstieg des Energiebedarfs in Asien vorher. Das werde sich auf Preise, Versorgungssicherheit und Umwelt auswirken - wenn die Politik nicht eingreife. Die EU will mit gutem Beispiel vorangehen. (c) proplanta

Das geht aus dem jährlichen Ausblick der Internationalen Energiebehörde IEA hervor, der am Dienstag in London veröffentlicht wurde. Demnach wird die globale Nachfrage 2040 um mindestens ein Viertel höher liegen als heute. Doch dies gelte nur, wenn die Regierungen ihre Versprechen einhalten, zum Beispiel mehr auf energieeffiziente Technologien zu setzen. Ansonsten könnte der Energiebedarf sogar um mehr als die Hälfte nach oben schnellen, heißt es in dem Bericht. Grund für die höhere Nachfrage seien vor allem ein erwarteter Anstieg der Weltbevölkerung um 1,7 Milliarden Menschen und steigende Einkommen.

Das EU-Parlament nahm am Dienstag mit großer Mehrheit neue Regeln an, die die Energieeffizienz und die Nutzung von erneuerbaren Energien steigern sollen. Energieeffizienz bedeutet, dass derselbe Nutzen mit weniger Ausgangsenergie erreicht wird. Ein Weg sind sparsame Geräte und eine bessere Dämmung von Gebäuden.

Dem IEA-Bericht zufolge ist das stärkste Wachstum in der Nachfrage aber nicht in Europa zu erwarten. Indien wird demnach seinen Energiebedarf am stärksten steigern. Auf dem Subkontinent wird bis zum Jahr 2040 doppelt so viel Energie verbraucht werden wie derzeit, so die IEA. Auch Chinas Energiehunger wachse weiter, wenn auch nicht ganz so stark wie in den vergangenen beiden Jahrzehnten. In Europa und Japan werde der Bedarf dagegen leicht zurückgehen, in den USA bleibe er gleich.

Ohne Politikwechsel könne sich der wachsende Energiehunger aus Asien auf Energiepreise, Versorgungssicherheit und Umwelt auswirken, warnen die IEA-Experten. Alle Energiearten und Technologien seien betroffen, egal ob erneuerbar oder fossil. Besonders stark wächst die Nachfrage nach Strom. Bis 2040 wird den Angaben zufolge ein Viertel der weltweit verbrauchten Energie aus der Steckdose kommen. In Entwicklungsländern werde sich der Bedarf an Elektrizität verdoppeln. In entwickelten Volkswirtschaften ist das erwartete Wachstum dem Report zufolge moderater. Dort bestehe die größte Herausforderung darin, die Infrastruktur an die Bedürfnisse und die Versorgung durch erneuerbare Energien anzupassen.

In Sachen Klimaziele malen die IEA-Experten ein düsteres Bild. Zwar würden die Versprechen des Pariser Abkommens weitgehend eingehalten. Doch das reiche nicht aus, um die Klimaerwärmung wie geplant deutlich unter zwei Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu halten. Sie empfehlen daher unter anderem Investitionen in erneuerbare Energien, verpflichtende Standards zur effizienten Energienutzung, Abschaffung von Subventionen für fossile Brennstoffe und die Abschaltung veralteter Kohlekraftwerke.

Die EU will mit gutem Beispiel vorangehen und steckt sich ehrgeizige Ziele beim Energiesparen, um beim Klimaschutz voranzukommen. Bis 2030 sollen die Energieeffizienz um 32,5 Prozent gesteigert und der Verbrauch insgesamt deutlich gedrückt werden, beschloss das Europaparlament. Außerdem soll der Anteil der erneuerbaren Energien bis 2030 auf knapp ein Drittel (32 Prozent) steigen.

Derzeit gilt in der EU das Ziel, die Effizienz bis 2020 um 20 Prozent zu steigern. Jetzt geht es um die Fortschreibung im nächsten Jahrzehnt. Dank höherer Effizienz soll der Geldbeutel der EU-Bürger geschont werden, die etwa weniger für Heizen ausgeben müssten. Europa soll zudem weniger auf Importe von Gas, Öl oder Kohle angewiesen sein. Auch der Ausstoß von Treibhausgasen soll sinken.

Dieses Ziel soll auch mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien erreicht werden. Gemeint ist sowohl Ökostrom aus Wind, Sonne, Wasser oder Biomasse als auch erneuerbare Energien zum Heizen und Kühlen sowie für den Verkehr. Die neuen Regeln sollen es Bürgern zudem leichter machen, Strom vom eigenen Dach ins Netz einzuspeisen.

Formal muss nun noch der Rat der Mitgliedstaaten den neuen Regeln zustimmen. Dann haben die Regierungen 18 Monate Zeit, um die rechtlichen Vorgaben für die Energieeffizienz in nationale Gesetze zu übertragen. Bei den erneuerbaren Energien läuft diese Frist am 30. Juni 2021 aus.
dpa
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