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15.09.2010 | 15:23 | Null-Emissions-Standard 

Häuslebauer laufen Sturm gegen Sanierungspläne

Berlin - Der Hausbesitzer ist in großer Sorge: Was bedeutet bloß dieses sperrige Wort Null-Emissions-Standard?

Dorf
«Das Baujahr meines Hauses ist 1979/80 und natürlich noch spärlich isoliert», schreibt er in einem Leserbrief. Außenwände seien mit Rigipsplatten und Styropor gedämmt. «Würde ich das Konzept erfüllen, wenn ich beispielsweise mein Haus jetzt mit 12 cm Styropor "einpacken"
würde?», fragt er. So viel ist sicher: Das würde wohl nicht reichen.

Bei nicht ausreichender Sanierung will die Regierung Hausbesitzer mit Steuerstrafen belegen. Doch die FDP wendet sich nun gegen solchen Druck. «Wir wollen Anreize setzen, aber keine Zwangssanierungen anordnen», sagte der baupolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Sebastian Körber.

Die Regierung fordert in ihrem Energiekonzept, dass bis 2050 alle Gebäude so saniert werden, dass sie am besten keine Energie mehr verbrauchen - und wenn, dann nur Öko-Energie. Nur so könnten die Klimaschutzziele erreicht werden. Doch wie das passieren soll, steht noch in den Sternen. Klar ist nur: Als erstes müssen bis 2020 die vor
1980 gebauten Häuser auf Vordermann gebracht werden.

Fast 50 Prozent des Energieverbrauchs gehen in Deutschland für das Heizen und Warmwasser drauf. Am liebsten wären der Regierung Häuser, die keine Heizung mehr brauchen. Allein über die Körpertemperatur der Bewohner und die Wärme der Elektrogeräte heizen sich solche Passivenergie-Wohnungen auf.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) betont in einem Brief an die Mitglieder der Fraktionen von Union und FDP: Erfüllen die Hausbesitzer nicht die Ziele, müssen sie mit Steuernachteilen rechnen. Erfüllen sie diese aber vorzeitig, können sie mit einer umfangreichen Förderung rechnen. Es solle dafür auch ein neues kommunales Förderprogramm für die energetische Sanierung von 500 Millionen Euro aufgelegt werden.

Nach neuen Berechnungen des Eigentümer-Verbandes Haus & Grund könnten bei einem Mehrparteien-Haus mit 600 Quadratmeter Wohnfläche bei Umsetzung der Regierungspläne Sanierungskosten von 596 750 Euro und damit fast 1.000 Euro pro Quadratmeter anfallen. Allein die Fassadendämmung würde mit 143.750 Euro zu Buche schlagen, meint Haus & Grund. Die Häuslebauer-Lobby läuft deshalb Sturm.

Generalsekretär Andreas Stücke hat nun den Bundestagsabgeordneten einen Brief geschrieben. Die Umsetzung der Vorstellungen des Energiekonzeptes setzten Hauseigentümer und Mieter bislang nicht gekannten finanziellen Belastungen aus, schreibt Stücke und betont:
«Seit 1993 sind die Wohnungsmieten im Durchschnitt deutlich geringer als die Verbraucherpreise insgesamt gestiegen.» Das bedeute, die finanziellen Risiken hätten vor allem die Vermieter zu tragen, da die Kosten nicht 1:1 auf die Mieter umgelegt werden könnten.

Das Handwerk hingegen sieht in dem Plan ein hervorragendes Konjunkturprogramm. Von etwa 30 Millionen Altbauten wurden bisher rund eine Million Gebäude energetisch saniert. Als erstes sollen nun alle vor 1980 gebauten Häuser auf den modernsten Sanierungsstand gebracht werden. Bei den Bauexperten türmen sich die besorgten Mails und Briefe, wie das denn nun mit dem Sanierungszwang gemeint sei.

Der FDP-Abgeordnete Körber betont, es gelte nun, schnell die Eckpunkte für mehr Energieeffizienz bei Gebäuden zu konkretisieren.
Einem Rentner-Ehepaar, das gerade das Eigenheim abbezahlt hat, könne man nicht zumuten, jetzt 50 000 Euro für das Sanieren aufzuwenden.
Körber empfiehlt ein Mix aus Anreizen und finanzieller Förderung.

Bis zu 20 Milliarden Euro an Fördergeldern hält er für notwendig. Es gehe vor allem um einen langfristigen Finanzierungsplan. «Jeder Euro bringt bei der Gebäudesanierung bis zu 10 Euro Wertschöpfung», sagt Körber. Besonders das Handwerk profitiere.

Jetzt gelte es aber erstmal bei den Verhandlungen für den Etat 2011 die Halbierung des CO2-Gebäudesanierungsprogramms auf 450 Millionen Euro abzuwenden, das bisher das zentrale Instrument in diesem Bereich ist. 650 Millionen Euro wären für Körber vertretbar. Die Bürger verstünden nicht, dass man einerseits ein massives Sanierungsprogramm auflegen wolle, zum Start aber erstmal das bisher existierende Förderprogramm drastisch zusammenstreiche. (dpa)
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