Donnerstag, 29.07.2021 | 09:59:33
schließen x
Suchbegriff
Rubrik
 Suchen
Das Informationszentrum für die Landwirtschaft
05.03.2021 | 14:17 | Nachts wird es günstiger 

Können flexible Tarife Stromkosten senken?

Essen - Die Zahl der neuen Elektroautos in Deutschland ist in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Allein im Januar und Februar wurden fast 35.000 reine batterieelektrische Fahrzeuge neu angemeldet - mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum.

Stromkosten
An der Strombörse schwankt der Strompreis häufig stark. Die Versorger sollen Tarife anbieten, bei denen Verbraucherinnen und Verbraucher von niedrigen Preisen profitieren. Doch es gibt viele Hindernisse und nicht für alle ist das Sparpotenzial groß. (c) proplanta

Bis Ende 2021 könnten eine Million Stromer auf den Straßen rollen, wie Henning Kagermann, der Chef der «Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität» (NPM) kürzlich dem «Handelsblatt» gesagt hat. In dieser Zahl sind allerdings die von Klimaschützern als Mogelpackung kritisierten Plug-in-Hybride mitgerechnet.

Und weil die Autos meist zu Hause geladen werden, schaffen sich viele ihrer Besitzerinnen und Besitzer eine Ladestation für die eigene Garage an - wie beim Kauf des E-Autos mit kräftiger finanzieller Hilfe des Staates. Der Bund hat seine Förderung erst kürzlich um 100 Millionen auf 400 Millionen Euro aufgestockt. Rund 300.000 Anträge auf einen Zuschuss sind Angaben des Bundesverkehrsministeriums bislang eingegangen.

Doch mit einer solchen Wallbox zum Laden allein ist es nicht getan. Auch ein günstiger Strompreis ist für den weiteren Ausbau der Elektromobilität wichtig. Dafür sollen auch dynamische Tarife sorgen, die dem Auf-und-Ab an der Strombörse folgen und die nachts meist niedrigeren Preise an die Verbraucher weiterreichen. Durch solche Tarife könne es «günstiger sein, das Elektroauto nachts zu laden statt kurz nach Feierabend», hatte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) mit Blick auf den Entwurf für das neue Energiewirtschaftsrecht gesagt.

Mit dem Gesetz sollen die Versorger verpflichtet werden, solche flexiblen Strompreise anzubieten, mit dem auch bei Wärmepumpen fürs Heizen Geld gespart werden könnte. Doch noch sind solche Angebote kaum zu finden. Denn um seinen Stromverbrauch flexibel in Zeiten mit niedrigen Börsenpreisen verlegen zu können, braucht man einen als Smart Meter bezeichneten Stromzähler, der mit dem Internet verbunden werden kann. Und diese intelligenten Messsysteme sind in Deutschland noch immer kaum verbreitet.

Das Vergleichsportal Verivox hat die Angebote der Grundversorger in den 50 größten Städten in Deutschland untersucht und nur bei 8 von ihnen zeitvariable Stromtarife für intelligente Messsysteme gefunden.

Bei den meisten Angeboten handele es sich um einen Tarif, wie er auch für Nachtspeicherheizungen üblich sei. Tagsüber werde ein höherer Strompreis fällig, in der Nacht und am Wochenende sei er niedriger. «Diese Angebote sind nicht sehr innovativ», bemängelt Verivox-Energieexperte Thorsten Storck. Und auch vom Preis her seien sie «noch nicht besonders attraktiv».

Laut Stadtwerkeverband VKU sind die Smart Meter das Nadelöhr für flexible Stromtarife, vor allem wegen fehlender technischer Zulassungen. «Ausgerechnet die Technik im Bereich der intelligenten Stromzählung, die für Anwendungen flexibler Strompreise in der Praxis - also das Steuern und Schalten von Wärmepumpen, Batteriespeichern oder Elektromobilen - notwendig ist, wurde bislang noch nicht vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifiziert.»

Der Wunsch nach flexiblen Stromtarifen ruft neue Anbieter auf den Markt. Etwa das Start-up Tibber, das Strom aus erneuerbaren Quellen zum Einkaufspreis verspricht. «Wir nehmen keine Marge auf den Kilowattstunden-Preis», sagt der Tibber-Deutschland-Chefin Marion Nöldgen. Statt wie die meisten Stromlieferanten einen festen Betrag auf jede Kilowattstunde draufzuschlagen, berechnet Tibber eine Nutzungsgebühr von 3,99 Euro im Monat, unabhängig von der verbrauchten Strommenge. «Kunden ohne Smart Meter zahlen den durchschnittlichen monatlichen Preis, den wir an der Strombörse bezahlt haben. Für Kunden mit Smart Meter rechnen wir den Strompreis auf stündlicher Basis ab.»

Verbraucherschützer sehen die Politik am Zug. Sie müsse «einen klaren verbraucherfreundlichen Rahmen schaffen und Vorgaben für die Transparenz von Autostrom- und Wärmepumpentarifen machen», fordert Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale NRW. «Von dem derzeitigen Wirrwarr profitieren vor allem Anbieter mit buntem Marketing, aber keinesfalls die besten Tarife.»

Für Verbraucherinnen und Verbraucher ohne Elektroauto oder Wärmepumpen sind die Einsparmöglichkeiten durch flexible Strompreise nur sehr gering. Der VKU beziffert das Einsparpotenzial für einen Standardhaushalt auf etwa 20 Euro im Jahr. Beim Vergleichsportal Verivox sieht man das auch so. «Selbst wenn Haushalte wollten, ein großer Teil des Stromverbrauchs kann gar nicht in die Nachtstunden verlagert werden», sagt Energieexperte Storck. Das gelte gerade für Stromfresser wie den Kühlschrank oder die elektrische Warmwasserbereitung.
dpa
Kommentieren
weitere Artikel

Status:
Name / Pseudonym:
Kommentar:
Bitte Sicherheitsabfrage lösen:


  Weitere Artikel zum Thema

Steigender Stromverbrauch: Mehr Windräder und neue Stromleitungen?

Strom: Auf dem Land teurer als in der Stadt?

Scholz fordert billigeren Strom zur Modernisierungsförderung

Strom in Deutschland: Wieder überwiegend aus Kohle statt Windkraft?

Experten fordern bei CO2-Preis Entlastung für Bürger

  Kommentierte Artikel

Dramatische Klimaänderungen zu beobachten - Weltklimarat legt neuen Bericht vor

Flächenverbrauch mit schuld an Hochwasserkatastrophe?

Fast die Hälfte der globalen Lebensmittelverluste fällt in der Landwirtschaft an

Vegane Ernährung - ein Luxusproblem

Natürliche Randstreifen an Gewässern steigern Insektenzahl erheblich

Gute Getreideernte in Schleswig-Holstein erwartet

Söder fordert bundesweite Solar-Pflicht für Neubauten

Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte steigen deutlich

Kaum Harzer Käse aus dem Harz?

Hemmt Bürokratie Umstellung auf Öko-Landwirtschaft?

Nachrichten
Agrarpolitik
Agrarwirtschaft
Unternehmen
Landtechnik
Pflanze
Tier
Bio
Wissenschaft
Wald & Forst
Umwelt
Energie
Verbraucher
Karriere
Landleben
Medizin
IT & Medien
Veranstaltungen
Neuerscheinungen
Service

Agrarnachrichten-Ticker
Schlagzeilen
Tags
Archiv
Premium-News
Agrar-Suchbegriffe
RSS-Channel
Markt & Preis
Warenbörsen
Mannheimer Produktenbörse
Südwestdeutsche Warenbörse
Frankfurter Produktenbörse
Stuttgarter Produktenbörse
Bayerische Warenbörse
Würzburger Produktenbörse
Vereinigte Getreide- u. Produktenbörse Braunschweig - Hannover - Magdeburg
Hamburger Getreidebörse
Bremer Getreide- und Futtermittelbörse
Getreide- und Produktenbörse Paderborn
Rheinische Warenbörse
Mitteldeutsche Produktenbörse - Berlin - Brandenburg
Mitteldeutsche Produktenbörse - Dresden
Mitteldeutsche Produktenbörse - Erfurt
Mitteldeutsche Produktenbörse - Halle
Börse Wien
Marktberichte

Warenterminmärkte
CBoT-Weizenpreis
CBoT-Maispreis
MATIF-Weizenpreis
MATIF-Rapspreis
MATIF-Maispreis
EUREX-Schweinepreis
EUREX-Ferkelpreis
Agrarmarkt-Widget
Glossar

Stellenmarkt
Stellenangebote
Stellengesuche
Jobwall
Agrarstudium
Grüne Berufe
Bewerbungstipps
Online-Journal

Marktplatz
Landtechnik
Traktoren
Traktorzubehör
Baumaschinen
Ersatzteile
Erntetechnik
Saattechnik
Fütterungstechnik
Räder
Bodenbearbeitung
Kommunalgeräte
Forsttechnik

Kleinanzeigen
Angebote
Gesuche

Büchermarkt
Angebote

Futtermittel
Suche
Rinderfutter
Kälberfutter
Milchviehfutter
Schweinefutter
Ferkelfutter
Eberfutter

Wetter
Agrarwetter Deutschland
Agrarwetter Baden-Württemberg
Agrarwetter Bayern
Agrarwetter Brandenburg
Agrarwetter Hessen
Agrarwetter Mecklenburg-Vorpommern
Agrarwetter Niedersachsen
Agrarwetter Nordrhein-Westfalen
Agrarwetter Rheinland-Pfalz
Agrarwetter Saarland
Agrarwetter Sachsen-Anhalt
Agrarwetter Schleswig-Holstein
Agrarwetter Thüringen

Wetterrückblick
Niederschlagsradar
Unwetterwarnung Deutschland
15-Tage-Temperaturtrend

Agrarwetter Österreich
Agrarwetter Schweiz
Agrarwetter Frankreich
Météo Agricole France
Agrarwetter Italien
Meteo Agricolo Italia

Profiwetter Deutschland
Profiwetter Österreich
Profiwetter Schweiz
Profiwetter Frankreich
Météo Professionnel France
Profiwetter Italien
Meteo Professionale Italia

Agrarwetter.net

Agrar-Branchenbuch
Alle Rubriken
Produktverzeichnis
Firmenverzeichnis

Behörden
Bildungseinrichtungen
Organisationen
Bio-Handel
Fruchthandel
Direktvermarkter
Innenwirtschaft
Landhandel
Landtechnik
Lohnunternehmen
Pflanzenproduktion
Tierproduktion
Verarbeitung
Beratung
Energie
Hofurlaub
Veranstaltungen
Garten- und Landschaftsbau
Maps
Bodenpreise
GVO

Agrarforum

Veranstaltungen
Messen Ausstellungen
Tagungen Kongresse
Workshops Seminare Vorträge
Info-Veranstaltungen
Feldtage
Auktionen
Feste
Wettbewerbe
Traktor-Pulling

Infothek

Lexikon: 
Landwirtschaft Unkräuter

Wörterbuch: 
Landwirtschaft Landtechnik Pflanzenkrankheiten Pflanzenschädlinge Unkräuter Nutztiere Tiergesundheit

Pflanze: 
Mais Weizen Gerste Roggen Reis Raps Sonnenblume Sojabohne Baumwolle Zuckerrübe Kartoffel Wein Tabak

Tiere: 
Rind Schwein Schaf Ziege Geflügel


Ratgeber

Umfrage

Mediathek
Fotos
Videos
Pflanzenbauberater
PSM-Suche
Pflanzenschutzmittel
Neuzulassungen
Ablauffristen
Aufbrauchfristen
Abgelaufene Mittel
Zulassungsverlängerungen
Auflagen

PSM-Empfehlungen
Herbizide
Fungizide
Insektizide Getreide
Wachstumsregler Getreide

Sorten-Suche
Neue Sorten
Pflanzenzüchter

Regionale Empfehlungen

Garten-Ratgeber
Für angemeldete User
Stellenanzeige schalten
Kleinanzeige schalten
Eintrag ins Branchenbuch
Online-Landvermessung
Wetter-Profile anlegen
Projekte in Maps anlegen
Newsletter-Profil anlegen
Zugang Unkraut-Lexikon
Zugang Premium-News
E-Markttelegramm abonnieren

zur Anmeldung
Service
Bannerschaltungen
Newsticker
Agrarfotos
PR-Meldungen
Agrarmarkt-Informationen
Agrarmarkt-Widget
Wetterfenster für Homepage

Info + Preise

Kontakt