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13.07.2021 | 17:12 | Deutschland unter Strom 

Steigender Stromverbrauch: Mehr Windräder und neue Stromleitungen?

Berlin - Deutschland braucht mehr Strom - für Millionen von Elektroautos, Wärmepumpen oder «grünen» Wasserstoff. 2030 dürfte der Stromverbrauch um 10 bis 15 Prozent höher liegen.

Deutschland unter Strom
Die Frage, wie viel Strom zum Beispiel für mehr Elektroautos oder Wärmepumpen gebraucht wird, ist zentral für die Energiewende. Nun stellt der Wirtschaftsminister eine Prognose vor, die große Folgen haben könnte. (c) proplanta

Das geht aus einer neuen Prognose hervor, die Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Dienstag in Berlin vorlegte. Das hat für die Bürger ganz konkrete Auswirkungen: Nötig sind auch aus Sicht Altmaiers mehr neue Windräder und Solaranlagen sowie zusätzliche Stromautobahnen. Solche Projekte sind aber bisher schon vor Ort oft umstritten.

Mitte Juni hatte Altmaier angekündigt, den Stromverbrauch 2030 neu berechnen zu lassen. Branchenverbände hatten schon lange vorhergesagt, 2030 werde viel mehr Strom benötigt als bisher angenommen. Bisher geht die Bundesregierung von einem Stromverbrauch in Höhe von 580 Terawattstunden 2030 aus. Die neue Berechnung sei nötig geworden auch durch höhere Klimaziele auf EU-Ebene und in Deutschland, so Altmaier.

Das vom Ministerium beauftragte Institut Prognos kam nun zu einem ersten Ergebnis. Demnach liegt 2030 der Stromverbrauch zwischen 645 und 665 Terawattstunden. Unterstellt werden dabei unter anderem 14 Millionen Elektroautos, 6 Millionen Wärmepumpen und 30 Terawattstunden Strom für «grünen» Wasserstoff - zum Einsatz etwa in der Stahlindustrie. Verbände gehen von einem noch größeren Strombedarf aus, der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft BDEW etwa von rund 700 Terawattstunden 2030.

Auf welche Zahl auch immer sich die Bundesregierung einigen wird: Das Ganze hat große Auswirkungen. «Perspektivisch wird unsere Energieversorgung im Kern auf zwei Energieträgern beruhen: auf Strom aus erneuerbaren Energien und auf Wasserstoff, der aus erneuerbar hergestelltem Strom erzeugt wird», sagte Altmaier.

Weil Deutschland bis Ende 2022 aus der Atomkraft aussteigt und bis spätestens 2038 Schritt für Schritt aus der Kohle - woher soll der Strom kommen? Die Ausbauziele für Windkraft und Solarenergie müssten erhöht werden, sagte Altmaier - wie genau, sagte er nicht.

Spätestens ein erstes 100-Tage-Programm einer neuen Bundesregierung müsse den Erneuerbaren-Turbo einschalten, forderte Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie. Der BDEW hält bis 2030 pro Jahr rund 1.500 neue Windräder an Land für nötig.

Lange Planungs- und Genehmigungsverfahren und viele Klagen vor allem aus Artenschutzgründen aber bremsen den Ausbau. Der Konflikt zwischen der Windkraft und dem Artenschutz ist ungeklärt. Altmaier sagte, es gehe um den Schutz der Arten, nicht um den Schutz von «einzelnen Individuen».

Als weiteres Hemmnis sieht die Energiebranche, dass es zu wenig ausgewiesene Flächen gibt. Altmaier will nun für jedes Bundesland konkrete Flächenziele abstimmen. Das aber dürften schwierige Gespräche werden, die vor allem eine neue Bundesregierung führen muss. In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel ist gerade erst eine 1.000-Meter-Abstandsregel von Windrädern zu Wohnsiedlungen beschlossen worden - vom Unionskanzlerkandidaten und NRW-Regierungschef Armin Laschet (CDU).

Mehr Stromverbrauch bedeutet aus Sicht Altmaiers auch: mehr Leitungen. Schon jetzt müssen tausende neue Kilometer gebaut werden, um den vor allem im Norden produzierten Windstrom in den Süden zu transportieren. Beim Netzausbau gibt es wegen langer Verfahren Verzögerungen. Altmaier hält bis 2030 neben den bereits geplanten drei neuen Stromautobahnen «ein, wenn nicht zwei» zusätzliche große Stromtrassen für nötig. Planungs- und Genehmigungsverfahren müssten deutlich verkürzt werden. Ziel: acht Jahre von der Planung bis zur Realisierung.

«Damit mehr Energie von A nach B kommt, ist dabei der Aus- und Umbau der Strom- und Gasnetze von zentraler Bedeutung», sagte der Chef des Verbands kommunaler Unternehmen, Ingbert Liebing. «Die nächsten Jahre werden entscheidend sein, weil die Zahl der Elektroautos und Wärmepumpen sehr schnell und exponentiell steigen wird.» Das soll nicht zu Lasten der Netzstabilität und Versorgungssicherheit gehen. Altmaier betonte, bisher hätten die Netzkapazitäten mit der Entwicklung des Verbrauchs Schritt gehalten.

Seine neue Strom-Prognose wurde in vielen Reaktionen als überfällig bezeichnet. Grüne und Linke schimpften, vor allem die Union habe den Windkraftausbau ausgebremst. SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz, der dem Wirtschaftsminister vor kurzem eine «Stromlüge» vorgeworfen hatte, sagte, die Ausbauziele für erneuerbare Energien müssten nun massiv angehoben werden.

Das mit der «Stromlüge» wollte Altmaier nicht auf sich sitzen lassen: Eine Prognose im Auftrag des SPD-geführten Umweltministeriums sei seinerzeit zu einem niedrigeren Verbrauch gekommen als eine Studie im Auftrag des Wirtschaftsministeriums. Dagegen sagte Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth: «Dass die bisherigen Annahmen des Wirtschaftsministeriums nicht mehr zu halten sind, sagen wir seit einem Jahr. Diese Erkenntnis setzt sich nun endlich durch - früher wäre besser gewesen.»
dpa
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