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04.03.2017 | 08:40 | Mobilfunkbranche 
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Umweltprobleme der Smartphones

Barcelona - Es ist eine große Inszenierung. Auf der weltgrößten Mobilfunkmesse in Barcelona werden auf gigantischen Shows die allerneusten Smartphones und Tablets präsentiert.

Mobilfunkbranche
Wie fair und nachhaltig können Smartphones sein? Welche Verantwortung haben die großen Konzerne? Oder der einzelne Nutzer, der stets nach dem neuesten Produkt lechzt? Der Mobile World Congress in Barcelona widmet sich auch diesen Fragen - wenn auch nur am Rande. (c) proplanta

Der Markt ist ein Milliardengeschäft, die Konzerne liefern sich einen harten Kampf um die Kunden. Was bei all dem Spektakel schnell übersehen wird: Es ist ein Geschäft, das oft zu Lasten der Umwelt geht.

«Die Hersteller verursachen mit ihren kurzlebigen Geräten und unnötig schnellen Produktzyklen massive Umweltschäden und katastrophale Arbeitsbedingungen», sagt Manfred Santen, Elektronik-Experte von Greenpeace, auf dem Mobile World Congress.

Seit Einführung des ersten iPhones vor zehn Jahren wurden laut Marktforschern über sieben Milliarden Smartphones produziert, viele von ihnen sind längst Elektroschrott. Santen appelliert an Samsung, Apple, Huawei und Co, Produkte künftig so zu bauen, dass Schäden leichter behoben und Module besser ausgetauscht werden können. Denn: «Jedes reparierte Smartphone schont Ressourcen.»

Was macht die Produktion so problematisch? Für die Herstellung werden wertvolle Edelmetalle und sogenannte Seltene Erden benötigt, die mittels gesundheitsschädigender Chemikalien gefördert werden. Auch fügt die Jagd nach immer größeren Rohstoffmengen der Natur massiven Schaden zu und kann dazu führen, dass manche Ressourcen schon bald erschöpft sind.

Hinzu komme der massive Energieaufwand: In den vergangenen zehn Jahren verschlang die Smartphone-Produktion laut Greenpeace weltweit 968 Terawattstunden Strom, das entspreche der kompletten jährlichen Energieversorgung Indiens. «Angesichts dessen sollte man sich wirklich Gedanken darüber machen, ob man einen Vertrag braucht, der einem jedes Jahr ein neues Handy beschert», meint Santen.

Einen nachhaltigen Ansatz verfolgen Unternehmen wie Puzzlephone oder Fairphone: «Im Kongo riskieren Menschen ihr Leben in Minen, um Mineralien zu gewinnen, damit die Nutzer immer neuere und dünnere Smartphones bekommen», sagte Fairphone-Gründer Bas van Abel. «Wir haben uns gefragt: Wie macht man ein Smartphone, mit dem man etwas verändern kann?» So produziert das Unternehmen Geräte, deren Module austauschbar sind und die recht einfach repariert werden können.

Bisher wurden mehr als 125.000 Fairphones verkauft. Und für ihren Ansatz, möglichst ohne Ausbeutung von Mensch und Natur zu produzieren und eine Bewegung für fairere Elektronik voranzutreiben, wurden die Niederländer mit dem Deutschen Umweltpreis ausgezeichnet.

Auch andere Experten begrüßen modulare und langlebige Geräte: «Der größte Umwelteinfluss kommt von der Produktionsphase des Telefons, vor allem der Produktion von bedruckten Leiterplatten und Halbleitern. Die Batterie, das Display und das Back-Cover haben hingegen einen kleineren Einfluss», erklärt Karsten Schischke von der Fraunhofer-Gesellschaft. Würde die Nutzungsdauer auf fünf Jahre erhöht, könnte der Einfluss auf die globale Erwärmung dank des eingesparten Kohlendioxids um 30 Prozent reduziert werden.

Fast alle Geräte sind jedoch deutlich kürzer im Einsatz. Was an den Konzernen liegt, aber auch an den Kunden, die den neusten Trends hinterherjagen. Laut einer aktuellen Umfrage des Branchenverbands Bitkom haben nur zwölf Prozent der Deutschen ein Smartphone, das älter ist als zwei Jahre. Bei knapp einem Viertel ist es ein bis zwei Jahre alt. 63 Prozent besitzen ein Modell, das nicht älter als ein Jahr ist.

Ein weiteres Problem ist das Recycling. «Unternehmen müssen verpflichtet werden, kaputte Smartphones bedingungslos zurückzunehmen und wiederzuverwerten», meint Greenpeace-Mann Santen. Denn die Last elektronischer Abfälle ist enorm. Laut der Universität der Vereinten Nationen fielen in Deutschland bereits 2014 pro Kopf 21,6 Kilo Elektroschrott an, in den USA waren es 22,1 Kilo.

Falsch entsorgt, entsteht ein enormer Schaden für die Natur. Und selbst in Recyclingbetrieben bereiten Smartphones Probleme. Denn die Demontage ist aufgrund des schlichten Designs - insbesondere der Verwendung patentierter Schrauben und eingeklebter Akkus - schwierig.

Santen findet aber auch versöhnliche Worte für die Branche. So habe Apple, deren Chef Tim Cook massiv auf Erneuerbare Energien setzt, in den letzten Jahren in Sachen Umweltschutz deutliche Fortschritte gemacht. Ein Sorgenkind sei dagegen Samsung. Kein Wunder, dass es bei der Show der Südkoreaner am Sonntag in Barcelona zu einem kleinen Zwischenfall kam: Ein Greenpeace-Aktivist gelang auf die Bühne und zückte einen Banner mit der Aufschrift «Reuse, Recycle, Rethink» - einen Appell zum Wiederverwenden, Recyceln und Überdenken.

Denn nach dem Fiasko um das Samsung Galaxy Note 7, bei dem einige Geräte in Brand geraten waren, hatte der Konzern Millionen Smartphones zurückgerufen. Aber, so die Kritik von Santen: «Ein überzeugender Plan für deren Entsorgung oder Wiederverwertung wurde immer noch nicht vorgelegt».
dpa
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Kommentare 
agricola pro agricolas schrieb am 05.03.2017 12:57 Uhrzustimmen(28) widersprechen(47)
Die aktuellen Absatzzahlen des Desktop-Marktes sind rückläufig. Warum wohl!? Eine Sättigung ist eingetreten; noch mehr, noch schneller, als stetig präsenter Kundenanreiz „Must -have" verliert zunehmend an Attraktivität. Eine ähnliche Entwicklung wird mittelfristig bei den Smartphones eintreten. Die deutlich erkennbare Uniformierung, wie hier Barcelona aufschlussreich Eindrücke schon heute liefert, untermauert, dass eine breite Nutzermasse ohne entsprechend tiefgründiges Expertenwissen die nur graduellen Unterschiede kaum noch wahrnimmt. // Unsere steinzeitlich geprägten Greenpeace-Aktivisten müssen sich ihre extrem eingeschränkte Sichtweise vor Augen halten lassen: Sollte nämlich eine Reduktion unseres Individualverkehrs um nur 10% realisiert werden können, u.a. über den Einsatz elektronischer Abschleppstangen, „smarter“ individuell störungsfreier Straßenbeleuchtungen zur Steuerung des Straßenverkehrs im urbanen Umfeld etc. pp. -ein reger Geist ist hier nachhaltigst vielschichtig gefordert- könnte dies zu einer phänomenalen Umweltbelastung beitragen. Wie man sich aber vor 15 Jahren schwerlich eine absolute Durchdringung unserer Lebensgewohnheiten über sämtliche Generationen hinweg mittels Smartphonetechnik nur ansatzweise vorstellen konnte, so werden auch vorstehende Gedanken zunächst auf milde belächelnde Ablehnung stoßen. Die Miniaturisierung selbiger Kommunikationstechnologien trägt hoffentlich, auch wenn‘s der eine oder andere kaum glauben mag, wesentlich zur Entschleunigung der gegenwärtigen Lebensumstände vieler Menschen bei. Der Materialwert der Geräte ist dabei nur ein Tropfen noch auf dem heißen Stein und somit weitgehend zu vernachlässigen, Transmission über Wellen beinahe schon zum Nulltarif erhältlich. // Als Ackerbauern setzen wir die smarte Technologie für kostengünstige Übertragungswege über die Basisstation zu den mobilen Endgeräten auf den Schleppern schon seit geraumer Zeit ein, wobei wir hier beileibe noch ganz am Anfang der gigantischen Möglichkeiten stehen. Die Kompatibilität zu weiteren Endgeräten, in unserem Betrieb zu einer Hochleistungsdrohne, gelingt dato nur bedingt. Aufgrund solcher genialen Reproduktionen vermag man eine spürbare Arbeitserleichterung einhergehend mit einer erheblichen Umweltentlastung bewerkstelligen zu können. Visuelle Unkrauterfassung nebst Kartierung erfolgt auf kurzen Wegen, keine teuren Überfahrten mittels Schleppergiganten mehr! Drohnen fliegen einprogrammierte Schläge selbstständig ab und vermitteln über „First Person View“, der Drohnenbrille, dem jeweiligen Nutzer/Piloten die gewünschten Infomationen, mannigfaltige Daten auf kürzesten Wegen; weitaus billiger als die extrem kapitalintensive Yara-N-Sensortechnologie und mit einem wesentlich breiteren Einsatzspektrum zudem viel sinnvoller. // Überholungsbedürftiges Greenpeace-Dinosaurierdenken: Wollen wir weltweit künftig viele/alle(!) Menschen satt bekommen und zudem hinreichend Platz für jedermann schaffen, ohne weiterhin selbstzerstörend Umweltschäden billigend in Kauf zu nehmen, so sind diese innovativen Technologien unverzichtbar. Eine Verknüpfung über Wellen schafft weit mehr ungeahnte Möglichkeiten, als dass sie nach derzeitigem Kenntnisstand Risiken und Schäden verursacht. Deshalb sind reaktionäre Denkstrukturen deplatziert. Man sollte weit eher in einer entsprechenden geistigen Flexibilität entsprechende Zukunftsvisionen vorantreiben helfen.
Lasse Finow schrieb am 04.03.2017 17:58 Uhrzustimmen(32) widersprechen(51)
Umweltprobleme mit den Smartphones pp. ?! Bitte in dieser Thematik keinesfalls die Immissions-/Emissions-Gefahren und - Schäden des Elektro-Magnatismus auf Zellen und Organismus durch diese Technologie ausklammern ! Stichworte: SAR-Wert ..., Paramagnetismus, Strahlungsschäden im Körpernahumfeld, Forschungsergebnisse Tierversuche ... .
cource schrieb am 04.03.2017 08:48 Uhrzustimmen(64) widersprechen(46)
die heutige jugend ist genau so bescheuert wie die 60iger, die völlig gedankenlos heroin geschnuppert haben, dieser gruppenzwang unbedingt mithalten zu müssen um nicht ausgeschlossen zu werden ist die hauptursache für die verführbarkeit der konsumtrottel/schinder, die ihre paar piepen lediglich einer virtuellen kommunikation opfern anstatt sich einfach kostenlos irgendwo unter vier augen zu treffen - zum glück gibt es keine steigerungsmöglichkeit mehr zum minicomputer am handgelenk und dann wird der hype nachlassen und eine gegenbewegung enstehen, die sich die fähigkeit zur entsagung von all diesem konsummüll, als statussymbol macht und das wäre dann wirklich ein quantensprung in der menschheitsgeschichte, die absolute kontrolle über alle destruktiven süchte
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