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26.05.2013 | 14:54 | Heilpflanzen-Steckbrief 

Birke - Hausmittel bei Blasenentzündung und Nierensteinen

Stuttgart/Hohenheim - Die Birke mit ihrer markanten weißen Rinde ist ein in ganz Europa häufiger Laubbaum. Ihre Pollen sind bei Allergikern gefürchtet, doch Birkenblätter-Tee gilt als altbewährtes Hausmittel vor allem bei Blasen- und Steinleiden.

Mittel Blasenentzündung Nierensteine
Birke (c) proplanta

Die Hänge-Birke (Betula pendula Roth) und die verwandte Moorbirke (Betula pubescens Ehrh.) besiedeln als Ruderalpflanzen extreme Standorte wie trockene oder nasse Böden, Heidegebiete, Dünen oder Moor. Diese Eigenschaft und wahrscheinlich auch die Reinheit signalisierende Farbe der Rinde scheinen unsere Vorfahren beeindruckt zu haben. Wegen ihres anmutigen Aussehens wird die Birke mit ihrer weißen Rinde oft auch als Braut des Waldes bezeichnet.

Die Germanen dürften die Birke als beseeltes Wesen verehrt haben, in zahlreichen Sagen wird sie erwähnt. Noch heute sind Pfingst- oder Fronleichnamsbirken bekannt. Sie sollten dem Volksglauben nach vor Hexen, aber auch vor Blitzen und Unwetter schützen. Es ist davon ausgehen, dass man die Birke in der Volksmedizin als Heilpflanze überbewertete. Als solche verwendet wurde sie seit dem Mittelalter, wobei sie damals gegen vielerlei Leiden helfen sollte.

Junge Birkenblätter sind vitaminreich und können auch die Küche bereichern. Kurz angebraten in der Pfanne mit etwas Butter verleihen sie z.B. einem frischen Salat die besondere Note.

Wichtigste Inhaltsstoffe
Flavonoide, Saponine, ätherisches Öl, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Harze, Betulin.

Ernte
Verwendung finden die Blätter, Birkensaft und die Rinde der Bäume. Die Blätter, bisweilen auch die Knospen, werden im April bis Juni gesammelt und an der Luft getrocknet.

Birkensaft, auch Birkenwasser genannt, gewinnt man, indem man im Frühjahr die Rinde einschneidet und den ausfließenden Saft auffängt. Alternativ kann man auch rund 5 cm tiefe Löcher in den Stamm bohren, Röhrchen einsetzen und ein Auffanggefäß unterhängen. Rund 10 Tage lang fließen täglich 1 bis 5 Liter Saft aus dem Bohrloch. Anschließend das Loch mit Harz gut verschließen.

Birkenteer wird durch trockene Destillation aus Zweigen und Rinde gewonnen. Die Birkenrinde wird im Frühjahr vom Stamm und älteren Ästen geschält und getrocknet.

Heilwirkung
Birkenblätter-Tee gilt als einer der besten Tees zur Erhöhung der Wasserausscheidung, wobei er die Niere nicht reizt. Er wird zur Durchspülung bei bakteriellen, entzündlichen Erkrankungen der Harnwege eingesetzt und soll Harngrieß, Harn- und Nierensteinen vorbeugen. Als Bestandteil von Teemischungen werden Birkenblätter auch bei Frühjahrskuren sowie gegen Gicht und Rheuma angewendet. Weiterhin soll Birke den Eiweißgehalt im Urin senken, die Ausscheidung von Harnsäure fördern und den Cholesteringehalt im Blut reduzieren.

Birkenwasser ist als Haarwasser gebräuchlich. Es soll gegen Schuppen wirksam sein und Haarausfall stoppen.

Birkenteer bzw. Birkenpech wurde in der Urgeschichte als Leim z.B. zum Kleben von Pfeilspitzen verwendet. Er wird heute noch bisweilen zu Salben verarbeitet, die vor allem in der Tiermedizin, seltener auch in der Humanmedizin gegen Rheuma oder Schrunden, Verwendung finden.

Anwendung
Birkenblätter-Tee bereitet man aus 2 gehäuften Teelöffel Blättern, die man mit 1/4 l kochendem Wasser übergießt und 10 Minuten ziehen lässt. Man trinkt davon 3 Tassen pro Tag zwischen den Mahlzeiten. Kein Dauergebrauch!

Birkenwasser gilt bei äußerer Anwendung als haarwuchsfördernd. Früher zapften die Waldarbeiter im Frühjahr das vitaminreiche Wasser an, um so ihr Getränk direkt vor Ort gewinnen zu können.

Gegenanzeigen und Warnhinweise
Birkenblätter-Tee nicht anwenden bei Ödemen infolge eingeschränkter Herz- und Nierentätigkeit. Birkenteer kann Hautreizungen auslösen.

Allgemeine Warnhinweise
1. Die hier vorgestellten Rezepte und Hinweise entbinden nicht davon, bei entsprechenden Beschwerden einen Arzt aufzusuchen.
2. Dies gilt insbesondere für akute Krisenfälle, in denen unverzüglich medizinischer Rat eingeholt werden muss, und für länger andauernde Beschwerden.
3. Vor einer Dauerbehandlung mit Heilpflanzen ist unbedingt fachkundige Beratung nötig.
4. Vorsicht bei Allergien - sprechen Sie im Zweifelsfall mit Ihrem Arzt.
5. Die vorgestellten Kräuterarten nicht im Übermaß verzehren. Halten Sie sich bei der Einnahme an die angegebene Dosierung.
6. Das Sammeln in freier Natur sollten Sie fachkundigen Personen überlassen. Wenn eine Pflanze nicht eindeutig identifizierbar ist, darf sie nicht als Heilpflanze oder Lebensmittel verwendet werden.
7. Kräuter aus der freien Natur können Verunreinigungen aufweisen. Im Zweifelsfall lieber in der Apotheke kaufen. (proplanta)

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