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03.02.2013 | 14:54 | Heilpflanzen-Steckbrief 

Die Kamille - Tausendsassa unter den Heilkräutern

Stuttgart/Hohenheim - Kamille dürfte eines der bekanntesten und meistverwendeten Heilkräuter sein. Die Pflanze, ursprünglich in Süd- und Osteuropa und Vorderasien beheimatet, ist mittlerweile in fast ganz Europa und weiten Teilen der Welt anzutreffen.

Echte Kamille
Echte Kamille (Matricaria chamomilla L.) (c) proplanta

Die Echte Kamille (Matricaria chamomilla L.) ist leicht mit anderen Kamillen-Arten zu verwechseln. Sie hat jedoch im Gegensatz zu diesen einen hohlen Blütenboden und entwickelt beim Zerreiben den charakteristischen Kamillen-Duft.

Als außerordentlich vielseitige Heilpflanze ist die Kamille schon sehr lange bekannt. Kamille wirkt gegen Entzündungen, krampflösend, beruhigend und antibakteriell. Sie kann damit gegen eine große Zahl von Beschwerden eingesetzt werden. Zudem kann aber ein starker Kamillentee auch dazu dienen, blonden Haaren wieder neuen Glanz zu verleihen. Dazu gibt man zu dem abgeseihten Tee einen Schuss Apfelessig und verwendet die Mischung als Spülung nach dem Haare waschen. Man kann sie auch einige Minuten einwirken lassen.

Kamillentee hat einen aromatischen Geschmack, der von vielen Menschen geschätzt wird. Besonders gut schmeckt er mit etwas Honig abgerundet. Die frischen Blüten eignen sich darüber hinaus auch zur Dekoration von Salaten.

Wichtigste Inhaltsstoffe
Ätherische Öle, Bitterstoffe, Flavonoide, Cumarin, Glykoside

Ernte
Verwendung finden ausschließlich die Blüten. Die noch nicht ganz reifen Köpfchen werden zu Beginn der Blütezeit im Mai und Juni gepflückt und an einem schattigen Ort getrocknet.

Heilwirkung
Kamille wirkt vor allem entzündungshemmend, krampflösend, beruhigend und blähungstreibend. Kamillentee dient deshalb der Behandlung von Entzündungen im Mund - und Rachenraum und lindert akute und chronische Magen-Darm-Beschwerden sowie Menstruationsschmerzen. Das Heilkraut hilft außerdem bei Schlaflosigkeit und Nervosität. Als Gurgelwasser wird der Tee bei Zahn- und Halsschmerzen eingesetzt.

In äußerer Anwendung hat sich die beruhigende Wirkung der Kamille bei Hautproblemen, schlecht heilenden Wunden und entzündeten Schleimhäuten bewährt. Auszüge aus den Blüten werden daher auch in Hautpflegeprodukten sehr geschätzt. Dampf- und Sitzbäder mit Kamille werden zudem bei Schnupfen, Stirn- und Nebenhöhlenkatarrh bzw. bei Entzündungen im Anal- und Vaginalbereich empfohlen.

Anwendung
Kamillen-Tee bereitet man aus 1 bis 2 gehäuften Teelöffel Kamillenblüten, die mit 1 Tasse heißem Wasser überbrüht und nach 10 Minuten abgeseiht werden. Der Tee sollte warm, aber nicht heiß getrunken werden. Bei akuten Beschwerden tritt oft rasche Linderung. Zur kurmäßigen Anwendung bei chronischen Entzündungen der Magenschleimhaut oder Magengeschwüren wird dreimal täglich eine Tasse ungesüßter Tee vor den Mahlzeiten getrunken.

Auch ein Rollkur mit Kamillentee hat sich bei Magenschleimhautentzündung bewährt. Dafür trinkt man morgens vor dem Aufstehen (ggf. in Thermoskanne bereitstellen!) eine Tasse ungesüßten Tee in kleinen Schlucken und bleibt dann je 5 Minuten auf dem Rücken, in Seitenlage links, auf dem Bauch und in Seitenlage rechts liegen.

Für ein Dampfbad für die Atemwege übergießt man eine kleine Handvoll Blüten mit 1 Liter kochendem Wasser und deckt Gefäß und Kopf mit einem großen Tuch ab. Etwa 5 bis 10 Minuten sollte man so die heißen Dämpfe inhalieren.

Die gleiche Zubereitung kann auch als Dampf-Sitzbad dienen. Zu diesem Zweck wird der Aufguss in ein standfestes Gefäße wie z.B. einen Eimer gegeben. Diese Anwendung wird bei schmerzenden Hämorrhoiden oder entzündeter Vaginalschleimhaut empfohlen.

Gegenanzeigen und Warnhinweise
Dauergebrauch von Kamillentee kann in seltenen Fällen zu Schwindel, Bindehautentzündung und nervöser Unruhe führen. Kamillen-Tee darf nicht als Spülung bei Augenentzündungen eingesetzt werden!

Allgemeine Warnhinweise
1. Die hier vorgestellten Rezepte und Hinweise entbinden nicht davon, bei entsprechenden Beschwerden einen Arzt aufzusuchen.
2. Dies gilt insbesondere für akute Krisenfälle, in denen unverzüglich medizinischer Rat eingeholt werden muss, und für länger andauernde Beschwerden.
3. Vor einer Dauerbehandlung mit Heilpflanzen ist unbedingt fachkundige Beratung nötig.
4. Vorsicht bei Allergien - sprechen Sie im Zweifelsfall mit Ihrem Arzt.
5. Die vorgestellten Kräuterarten nicht im Übermaß verzehren. Halten Sie sich bei der Einnahme an die angegebene Dosierung.
6. Das Sammeln in freier Natur sollten Sie fachkundigen Personen überlassen. Wenn eine Pflanze nicht eindeutig identifizierbar ist, darf sie nicht als Heilpflanze oder Lebensmittel verwendet werden.
7. Kräuter aus der freien Natur können Verunreinigungen aufweisen. Im Zweifelsfall lieber in der Apotheke kaufen. (proplanta)

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