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07.04.2013 | 14:56 | Heilpflanzen-Steckbrief 

Schafgarbe - Blutstillend und krampflösend

Stuttgart/Hohenheim - Die genügsame und widerstandsfähige Schafgarbe ist in ganz Europa beheimatet. Sie gedeiht an Feld- und Wegrändern wie auch auf vielen Wiesen.

Schafgarbe
Schafgarbe Achillea millefolium L. (c) proplanta

Schafgarbe (Achillea millefolium L.) zählt zu den bekanntesten einheimischen Heilpflanzen. Sie wurde wahrscheinlich bereits in der Antike für ihre blutstillende Wirkung geschätzt.

Die Bezeichnung Schafsgarbe leitet sich von einer Vorliebe der Schafe für dieses Kraut ab. Weitere volkstümliche Bezeichnungen sind zum Beispiel Herrgotts Rückenkraut, Soldatenkraut, Beilhiebkraut, Blutstellkraut oder Bauchwehkraut. Sie beziehen sich auf die Verwendung der Pflanze als blutstillendes Mittel oder gegen Darmbeschwerden und Kreuzschmerzen.

Der botanische Name Achillea millefolium soll nach Plinius auf einer Sage gründen, in der der griechische Held Achilles vom heilkundigen Zentauren Chiron auf die wundheilende Wirkung der Schafgarbe hingewiesen wurde und Telephus, den König von Mysia, heilte.

Schafgarbe wird nicht nur als Heilpflanze eingesetzt: Früher fand sie auch zum Bierbrauen anstelle von Hopfen Verwendung. Heute ist das Kraut bisweilen noch Bestandteil von Likören mit verdauungsfördernder Wirkung.

Aus den jungen, weichen Blättern lässt sich außerdem ein gutes Gemüse oder eine Suppe bereiten. Die zarten Blätter können auch geschnitten wie Schnittlauch oder Kresse als frisches Küchenkraut verwendet werden.

Wichtigste Inhaltsstoffe
Bitterstoffe (Achillein, Moschatin), ätherische Öle (Azulen), Gerbstoffe, Flavonoide und Mineralien (v.a. Kalium).

Ernte
Arzneilich verwendet wird meist die ganze blühende Pflanze ohne Wurzeln. Die Ernte erfolgt von Juni bis September. Das Kraut wird handbreit über dem Boden abgeschnitten und im Schatten schonend getrocknet.

Heilwirkung
Als aromatisches Bittermittel mit einem angenehmen Geruch wird Schafgarbe vor allem bei Magen-, Darm- und Gallebeschwerden eingesetzt. Sie wirkt auf den Darmtrakt krampflösend. Auch zur Appetitanregung hat sie sich bewährt. In der Volksmedizin wird sie zudem auch zur Regulierung der Menstruation und bei Ausfluss verwendet. Durch ihre sedativen Eigenschaften kann sie auch bei Schlaflosigkeit und Nervosität helfen. Äußerlich angewendet wirkt Schafgarbe wundheilend, entzündungshemmend und weist antibakterielle Eigenschaften auf.

Anwendung
Für Schafgarben-Tee werden zwei gehäufte Teelöffel Kraut mit 1/4 l kochendem Wasser überbrüht und nach 15 Minuten abgeseiht. Man trinkt den Tee mäßig warm, 2 bis 3 Tassen pro Tag. Bei Magen- und Darmbeschwerden hat sich zudem auch eine Tee-Mischung aus 30 g Schafgarbe, 50 g Kamille und 50 g Pfefferminze sehr bewährt, die ebenso zubereitet wird.

Für ein Schafgarben-Bad gibt man 50 bis 75 g Kraut auf 1 l kochendes Wasser und lässt 20 Minuten ziehen. Nach dem Abseihen wird die Flüssigkeit einem Vollbad zugesetzt. Ein Bad mit Schafgarbe wirkt erfrischend und abschwellend.

Zur äußerlichen Anwendung bei kleinen Wunden und Hautentzündungen bereitet man einen Tee mit der doppelten Menge Kraut zu. Dieser wird zum Spülen verwendet oder als Kompresse 15 Minuten auf die betroffene Hautpartie aufgelegt.

Gegenanzeigen und Warnhinweise
Schafgarbe kann bei manchen Menschen bei Berührung oder durch ein Schafgarben-Bad spezifische Hautausschläge auslösen. In diesem Fall sollte die Behandlung, auch mit Schafgarben-Tee oder -Saft, sofort abgebrochen werden.

Allgemeine Warnhinweise
1. Die hier vorgestellten Rezepte und Hinweise entbinden nicht davon, bei entsprechenden Beschwerden einen Arzt aufzusuchen.
2. Dies gilt insbesondere für akute Krisenfälle, in denen unverzüglich medizinischer Rat eingeholt werden muss, und für länger andauernde Beschwerden.
3. Vor einer Dauerbehandlung mit Heilpflanzen ist unbedingt fachkundige Beratung nötig.
4. Vorsicht bei Allergien - sprechen Sie im Zweifelsfall mit Ihrem Arzt.
5. Die vorgestellten Kräuterarten nicht im Übermaß verzehren. Halten Sie sich bei der Einnahme an die angegebene Dosierung.
6. Das Sammeln in freier Natur sollten Sie fachkundigen Personen überlassen. Wenn eine Pflanze nicht eindeutig identifizierbar ist, darf sie nicht als Heilpflanze oder Lebensmittel verwendet werden.
7. Kräuter aus der freien Natur können Verunreinigungen aufweisen. Im Zweifelsfall lieber in der Apotheke kaufen. (proplanta)

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