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26.10.2015 | 00:01 | Medizin-Splitter 

Grippaler Infekt oder Grippe? Was wirklich hilft

Karlsruhe/Stuttgart - Früher als sonst wird allerorten geschnupft und gehustet. Von Grippe wird gesprochen, aber dem ist nicht so.

Mittel gegen Erkältung, Grippe und Co.
(c) proplanta

Das Krankheitsbild mit Husten, Schnupfen, Gliederschmerzen und allgemeinem Unwohlsein (selten Fieber) nennt man „grippalen Infekt“, hervorgerufen durch eine Vielzahl von Viren. Das sind infektiöse Partikel, die sich in der Luft in kleinsten Tröpfchen verbreiten oder an Gegenständen, die berührt worden sind, haften.

Viren benötigen eine Wirtszelle (Mensch oder Tier) um  zu überleben und sich zu vermehren. Es gibt eine Unmenge von verschiedenen Viren, die grippale Infekte auslösen. Aber es gibt auch die echten Grippeviren, Verursacher der Influenza, eine oft mit schwerem Krankheitsverlauf  behaftete Gesundheitsstörung. Über 90 % dieser Krankheiten werden durch Viren ausgelöst und nicht durch Bakterien, sodass in der Regel Antibiotika, die nur spezifisch bei Bakterien wirken, nicht hilfreich sind.

Die richtige Influenza ist gekennzeichnet durch ein schlagartig eingetretenes, schweres Krankheitsgefühl mit hohem Fieber, trockenem Husten usw. Da es gegen all diese Viren keine spezifische Therapie gibt muss in erster Linie vorgebeugt werden.

Hauptsächlich erfolgt die Übertragung über die Hände, weshalb dem Händewaschen eine ganz besondere Bedeutung zukommt. Auch das Husten und Niesen sollte hygienisch erfolgen (siehe Proplanta: Hygiene im Alltag schützt vor Viren und Bakterien). Der Händedruck zur Begrüßung ist deshalb nicht ratsam, da viele Menschen das Händewaschen nicht sehr genau nehmen wie eine Beobachtungsstudie der London School of Hygiene & Tropical Medicine gezeigt hat. Auf Raststätten-Toiletten benutzte nicht einmal jeder dritte Mann Wasser und Seife, bei den Frauen waren es 64 Prozent.

Wer sich vor Infektionen schützen möchte muss nicht pausenlos seine Hände waschen, denn „Nicht die absolute Häufigkeit des Händewaschens ist entscheidend, sondern der Anlass", meint eine Referentin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Das bedeutet nach Ansicht der Expertin: „Nach dem Toilettengang, vor und nach dem Essen, nach Kontakt mit Tieren und bei der Rückkehr nach Hause“.

Es genügt eine normale Seife zu verwenden; antibakterielle Seifen sind nicht notwendig wie Forscher der Korea University in Seoul herausgefunden haben. Die Hände sollten etwa 20 bis 30 Sekunden mit warmem Wasser und Seife gewaschen werden, denn wenn Viren oder Bakterien erst einmal an der Hand sind, reicht schon ein Griff an die Nase oder den Mund aus, um sich zu infizieren.

Da bei viralen Infekten der Atemwege keine ursächliche Therapie möglich ist, muss man sich auf eine Behandlung der Symptome beschränken. In zwei Dritteln der Fälle verschwindet die Erkältung innerhalb von zwei Wochen von allein wieder. Der Husten hält häufig allerdings längere Zeit an, weshalb in ausgewählten Fällen Cortisonsprays zur Anwendung kommen. Ist die Nachtruhe durch einen Reizhusten gestört, sind hustendämpfende Medikamente (mit Codein) angezeigt, aber auch bei dem pflanzlichen Präparat aus Myrtol ist eine leichte Reduktion von Hustenattacken nachgewiesen worden.

Linderung von Hustensymptomen hat man auch bei Thymian-Efeu- und Tymian-Primelwurzelpräparaten beobachtet. Für Echinacin-Präparate aus oberirdischen Pflanzenbestandteilen wurde in einem Cochrane Review eine mögliche Wirksamkeit, besonders bei frühzeitigem Einsatz bei beginnender Erkältungssymptomatik, beschrieben (Die besten Mittel gegen Erkältung und Husten).

Bei starken Kopf- und Gliederschmerzen kann Paracetamol oder Ibuprofen eingesetzt werden. Eine schnellere Genesung ist dadurch aber nicht zu erwarten. Wasserdampfinhalationen können Erleichterung bringen. Raucher sollten unbedingt während der Krankheitsphase Zigaretten meiden. Wichtig ist, bei Schnupfen die Nase mit abschwellenden Nasensprays zu behandeln, möglichst nicht länger als eine Woche.

Schonung, wenn möglich für ein paar Tage mit ausreichendem Nachtschlaf, aktiviert das körpereigene Abwehrsystem. Bei verlängertem Verlauf mit Fieber oder starkem Auswurf muss wegen des Verdachtes auf eine Super- oder Sekundärinfektion (ein viraler Infekt ist Grundlage für eine zusätzliche bakterielle Infektion) mit einer Lungenentzündung, Kieferhöhlen-Vereiterung usw. gerechnet werden, weshalb spätestens dann ein Arzt zugezogen werden sollte.

Eine weitere vorbeugende Maßnahme darf nicht vergessen werden: Die Schutzimpfung gegen Influenza sollte nach Empfehlungen der STIKO bei allen Personen über 60 und allen anderen, die unter einer chronischen Krankheit leiden, ab Oktober erfolgen (siehe Proplanta: Grippeimpfung jetzt einplanen). Die Impfung ist jährlich erforderlich, da meist eine neue Zusammensetzung des Impfstoffs vorliegt.

Fazit
Grippale Infekte und Influenza unterscheiden sich in der Regel durch die Schwere des Krankheitsbildes. Vorbeugung ist hier angesagt, da es keine ursächliche Therapie gibt (siehe Proplanta: Tipps zur Reduzierung von Erkältungskrankheiten). Richtige Handhygiene steht an erster Stelle. Außerdem nicht in die Hände husten oder niesen, besser in ein Papiertaschentuch oder notfalls in die Ellenbeuge. Körperliche Schonung und keinesfalls Sport treiben ist wichtig! Zudem wird die vorbeugende Grippe-Impfung allen über 60-Jährigen jedes Jahr im Herbst empfohlen.

Falls Restbestände von Antibiotika in der Hausapotheke sind, keine Anwendung ohne ärztlichen Rat. Bei unklarem Krankheitsbild, zunehmendem Fieber, Verschlechterung des Allgemeinbefindens, Atemnot, verlängertem Krankheitsverlauf, Patienten mit chronischen Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems, der Atemwege, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) oder Nieren und Leberleiden sollten den Hausarzt zu Rate ziehen.


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Facharzt für Allgemeinmedizin-Sportmedizin,
Dr. med. H. Rüdinger
Hr
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