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09.01.2017 | 00:05 | Medizin-Splitter 
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Grippewelle rollt an

Karlsruhe/Stuttgart - Grippe und grippale Infekte nehmen meist ab Januar deutlich zu. Wichtig ist aber die echte Grippe (Influenza) von den grippalen Infekten zu unterscheiden.

Grippewelle 2016-2017
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Die Grippewelle der Saison 2016/17 hat nach Definition der AGI in der 51. KW (3. Dezember-Woche) 2016 begonnen. (c) Arbeitsgemeinschaft Influenza

Beide Erkrankungen werden durch einige spezielle Viren ausgelöst, wobei die Ursache der grippalen Infekte Rhino- und Adenoviren sind, von denen wir über 100 als Auslöser kennen, gibt es nur einige Influenza-Viren. Während die Grippe plötzlich mit Fieber bis 41 Grad, schwerer Abgeschlagenheit, starken Muskel- Gelenk- und Kopfschmerzen beginnt, weist der grippale Infekt nur eine allmähliche Verschlechterung des Zustandes (Mattigkeit, Muskelschmerzen) und selten eine geringe Temperaturerhöhung auf.

Bei der Influenza sind die oberen und unteren Atemwege betroffen und der Krankheitsverlauf ist oft weitaus schwerwiegender. Beim grippalen Infekt ist die Infektion meist in den oberen Atemwegen (Husten Schnupfen etc.) und damit weniger dramatisch. Eine kausale Therapie gegen die o.g. Erkrankungen gibt es nicht, in Sonderheit sind keine Antibiotika wirksam (siehe Proplanta “Grippaler Infekt oder Grippe? Was wirklich hilft").

Da eine Unmenge von Viren grippale Infekte auslösen, kann man im Gegensatz zur echten Grippe, bei der nur wenige Viren zirkulieren, keinen passenden Impfstoff für das Winterhalbjahr bereitstellen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die jährliche Impfung gegen die saisonale Influenza aktuell für folgende Personengruppen:
  • alle Personen ab 60 Jahren,
  • Personen jeden Alters mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens, u.a. chronische Krankheiten der Atmungsorgane, Herz- oder Kreislaufkrankheiten, Leber- oder Nierenkrankheiten, Diabetes mellitus oder andere Stoffwechselkrankheiten, chronische neurologische Grundkrankheiten, wie z.B. Multiple Sklerose oder HIV-Infektion,
  • Bewohner von Alten- oder Pflegeheimen,
  • alle gesunden Schwangeren ab dem 2. Trimenon ) Schwangerschftsmonate 4-7) und bei Schwangeren mit einer chronischen Grundkrankheit ab dem 1. Trimenon (die ersten 12 Wochen)
  • Personen mit erhöhter beruflicher Gefährdung, z.B. medizinisches Personal,
  • Personen, die als mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute Risikopersonen fungieren können.
Auch Schulkinder und junge Erwachsene erkranken häufig an Influenza. Kleinkinder und Schulkinder haben in Kitas und Schule einen sehr viel engeren Kontakt, stecken sich also auch viel leichter an. Ihre Infektanfälligkeit ist sowieso insgesamt höher. Kinder  tragen die Infekte in den Rest der Bevölkerung. Die Imfpung muss nicht unbedingt im Herbst sein, auch jetzt kann man sich noch immunisieren lassen.

Die Grippe verbreitet sich im Winter besonders schnell, da die Menschen dichter beieinander leben und sich häufiger in geschlossenen Räumen aufhalten. Die trockene Raumluft bietet Viren ideale Bedingungen, so dass sie sich über Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch verbreiten können.

Als vorbeugende Maßnahmen zur Senkung des Ansteckungsrisikos sind Standardhygienemaßnahmen zu beachten: z.B. Händewaschen, Abstandhalten zu Personen mit Symptomen einer akuten Atemwegserkrankungen (siehe Proplanta: "Hygiene im Alltag schützt vor Viren und Bakterien"). Husten und Niesen sollte in der Ellenbeuge und nicht in die Hand vor den Mund erfolgen. Auch Händeschütteln ist nicht unbedingt ratsam.

Fazit

Influenza und grippale Infekte werden zwar alle durch Viren ausgelöst, aber sie unterscheiden sich in der Schwere der Erkrankung, wie oben beschrieben. Da es keine kausalen Therapien gibt, insbesondere sind Antibiotika nicht wirksam, ist Vorbeugung angesagt. Gegen die Influenza (echte Grippe) kann eine Impfung prophylaktisch verabreicht werden, was zum jetzigen Zeitpunkt immer noch möglich ist. In allen Fragen um die sogenannten ARE (Atemwegserkrankungen) ist ihr Hausarzt der richtige Ansprechpartner.


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Facharzt für Allgemeinmedizin-Sportmedizin, Dr. med. H. Rüdinger
Hr
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Kommentare 
cource schrieb am 10.01.2017 08:34 Uhrzustimmen(64) widersprechen(104)
wenn der deutsche schinder nicht lernt auf seine befindlichkeiten/immunsystem rücksicht zu nehmen, wird er wie damals bei der spanischen grippe wieder drauf gehen
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