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11.06.2012 | 11:30 | Hantavirus 
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Massenvermehrung der Rötelmaus bereitet Ärzten Sorge

Karlsruhe/Hohenheim - Die beim Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin gemeldeten Hantavirusinfektionen haben von Oktober 2011 bis Ende April 2012 gegenüber dem Durchschnitt der Vorjahre deutlich zugenommen.

Rötelmaus
Rötelmaus: Vektor des Hantavirus (c) proplanta

Nach der Ansteckung dauert es zwischen 2 und 4 Wochen bis zum Krankheitsbeginn, der meist abrupt mit hohem Fieber einsetzt, das etwa 4 Tage anhält. Außerdem klagen die Erkrankten über Kopfschmerzen, Bauch- und Muskelschmerzen, ähnlich wie bei einer Grippe. Bei einigen Patienten kommen Nierenbeteiligungen vor, bei denen dann sogar die künstliche Niere zum Einsatz kommen muss.

Hantaviren finden sich bei wildlebenden, infizierten Nagetieren, die keine Krankheitssymptome zeigen und das Virus über Speichel, Kot und Urin ausscheiden. Durch die Inhalation erregerhaltigen Staubes, selten auch durch Nagetierbisse, infiziert sich der Mensch. Der in Deutschland vorherrschende Virustyp wird durch die Rötelmaus oder Waldwühlmaus (Myodes glareolus) übertragen.

Sowohl die hohe Zahl kürzlich übermittelter Fälle als auch das Fehlen des typischerweise im Herbst und Winter zu beobachtenden Rückgangs der Fallzahlen, deuten darauf hin, dass es in diesem Jahr zu einer weiteren Zunahme und Häufung von Hantavirus-Infektionen in bestimmten Regionen Deutschlands kommen wird. (Epidemiologisches Bulletin 12. März 2012 / Nr. 10 aktuelle Daten und Informationen zu Infektionskrankheiten und Public Health).

Dr. Boone vom Regierungspräsidium Stuttgart berichtete kürzlich, dass von der Gesamtzahl der 852 Erkrankungen in Deutschland 64 Prozent in Baden-Württemberg auftraten. Die meisten dieser Bezirke liegen auf der Schwäbischen Alb, die mit Feldern und kleinen Wäldern überzogen sind.

Im Oktober 2011 konnte eine Mäusedichte von rund 63 Tieren pro Hektar ermittelt werden. Im April 2012 lag die Zahl bereits bei 76. Dies verdeutlicht die beträchtliche Besiedlungsdichte, die entweder durch eine hohe Reproduktionsrate im Winter oder Migration bedingt wird.

Ursächlich für den sprunghaften Anstieg der Hantavirus-Infektionen könnten sogenannte Mastjahre sein, d.h. eine begünstigte Witterung ist z.B. Auslöser einer massenhaften Produktion von Bucheckern, die wiederum als wichtige Grundnahrungsquelle der Rötelmäuse dient und dadurch der Populationen massiv Vorschub leistet.

Da zurzeit keine zugelassene Impfung zur Verfügung steht, kommt der Vorbeugung besondere Priorität zu. In betroffenen Gebieten sollte der Kontakt zu Mäusen und deren Ausscheidungen vermieden werden. Im eigenen Umfeld kann eine gezielte Bekämpfung von Mäusen unternommen werden. Eine Bekämpfung der Nagetiere in ihrer natürlichen Umgebung ist nicht erfolgversprechend.

Beim Aufenthalt oder bei Säuberung eventuell verunreinigten Schuppen, Dachböden, Kellern usw. sollte vor Beginn der Arbeit gelüftet und bei Staubentwicklung eine Atemschutzmaske getragen werden. Sofern tote Mäuse und deren Ausscheidungen beseitigt werden müssen, wird die Verwendung von Einmalhandschuhen empfohlen. Die Säuberung kann mit handelsüblichen Putzmitteln erfolgen. Putzlappen und Nagetierkadaver können in verschlossenen Plastikbeuteln über den Hausmüll entsorgt werden.

Personen, die beruflich mit Hanta-Viren Kontakt haben, können unter nachfolgender Internetadresse „Spezielle Merkblätter zur Prävention und Bekämpfung von Hanta-Virus-Infektionen", abrufen. (Hr)

 

Verbreitungsgebiete des HantavirusBild vergrößern
Hanta-Virusfälle von November 2010 - Februar 2012.

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Dr. med. Heimfried Rüdinger

Dr. med. H. Rüdinger,
Facharzt für Allgemeinmedizin-Sportmedizin

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Kommentare 
Notna schrieb am 11.12.2019 00:23 Uhrzustimmen(69) widersprechen(17)
Eure Berichte sind ja sehr interessant. Da ich einen großen Garten pflege, mit sehr viel Obstbäumen, ist auch die Mausplage enorm. Meine Frage, kan man
da das Hanta-Virus sich bei der Pflege des Gartens einfangen und sich des öfteren infizieren. Ich vermute daß ich diese Infektion schon einmal auskuriert habe.Mit welchen Gesundheitlichen Nachwirkungen muß man dann Leben? Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar!
H.R. schrieb am 24.04.2015 20:36 Uhrzustimmen(148) widersprechen(115)
Laut RKI (Das Robert Koch Institut ist die zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -prävention, zu dessen Kernaufgaben die Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von Krankheiten, insbesondere der Infektionskrankheiten zählt) besteht nach einer überstandenen Infektion wahrscheinlich eine lebenslangen, Virustyp-spezifischen Immunität.
Lore schrieb am 23.04.2015 20:04 Uhrzustimmen(74) widersprechen(134)
wenn man eine Infektion ohne Symptome durchgemacht hat, ist man dann immun gegen das Virus? Kann man überhaupt immun werden? Über diese Frage wurde nirgends berichtet.
Hugo schrieb am 09.04.2013 02:33 Uhrzustimmen(133) widersprechen(133)
Ein weiterer faktor, der die massenvermehrung dieser tiere begünstigt, ist der schneereiche winter. Sie finden nämlich unter der schneedecke guten schutz sowohl vor dem frost, wie auch vor raubtieren, die sie sonst dezimieren würden. Da diese ihrerseits dadurch im winter weniger nahrung finden, vermindert sich ihre population und zumindest anfänglich haben so die mäuse im ersten sommer danach noch günstigere bedingungen, um sich zu vermehren, sie müssen weniger ihre natürlichen feinde fürchten. Ebenso der nicht so fest zugefrorene boden unterm schnee ermöglicht ihnen im winter besser nahrung zu finden.
Hugo schrieb am 09.04.2013 01:03 Uhrzustimmen(156) widersprechen(134)
@Dax: Ich finde das durchaus möglich. Ich habe mal von einem arzt gehört dass zb. bei lepra viele verstümmelungen dadurch entstehen, dass die körperteile den kranken im schlaf von nagern weggefressen werden. Lepra zeichnet sich ua. durch schädigung der perifären nervenausläufer, die kranken verspüren also nichts davon. Ein gesunder mensch, wenn er nicht gar aufwacht, macht er wenigstens im schlaf eine instinktive abwehrbewegung, wodurch er das tier idr. verscheucht.
Dax schrieb am 26.01.2013 15:20 Uhrzustimmen(150) widersprechen(166)
Ein Bekannter hat mir erzählt das er nachts davon wach wurde das eine Rötelmaus seinen Finger anknabbern wollte, ist das möglich?
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