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24.09.2014 | 14:27 | Pflanzenschutzmittel 
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Agrar-Verbände legen 5-Punkte-Programm zum Pflanzenschutz vor

Berlin - Führende Verbände der deutschen Agrarwirtschaft kritisieren immer neue Hürden bei der Zulassung und überzogene Restriktionen bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln.

Zulassung Pflanzenschutzmittel
(c) proplanta
Dies gefährde die heimische Produktion und wirke sich negativ auf die Erträge und die Qualität landwirtschaftlicher Produkte aus.

Die Verbände fordern daher in einem „5-Punkte-Programm für einen nachhaltigen Pflanzenschutz in Deutschland“ von der Bundesregierung, dass Deutschland zur Sicherung einer nachhaltigen pflanzlichen Produktion Motor für die Harmonisierung der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln in Europa werden muss.

Mit ihrem Maßnahmenplan richten sich die Agrarverbände - Bundesverband der agrargewerblichen Wirtschaft (BVA), Deutscher Bauernverband (DBV), Deutscher Raiffeisenverband (DRV), Industrieverband Agrar (IVA), Zentralverband Gartenbau (ZVG) - an die Mitglieder des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft des Deutschen Bundestages, die heute (24.09.2014) über den Bericht der Bundesregierung zur europäischen Harmonisierung im Pflanzenschutzbereich beraten werden.

Diesen Harmonisierungsbericht hatte der Deutsche Bundestag im November 2011 im Zusammenhang mit der Neufassung des Deutschen Pflanzenschutzgesetzes eingefordert.

Die Agrarverbände sehen sich durch den Bericht, der vor der Sommerpause vorgelegt wurde, in ihrer Kritik an der aktuellen Zulassungspraxis durch die deutschen Behörden bestätigt. Die Verbände kritisieren besonders, dass „Deutschland nationale Sonderwege bei der Zulassung geht, EU-Leitlinien zum harmonisierten Vorgehen bei der Zulassung nur teilweise anwendet und nur unzureichendes Vertrauen in die Bewertungsarbeit anderer Mitgliedstaaten hat“.

Sie appellieren an Regierung und Behörden, Deutschland vom Bremser zum Gestalter der europäischen Harmonisierung der Pflanzenschutzzulassung zu machen. Zudem kritisieren die Agrarverbände die unsachgemäße Vermengung von Fragen der Pflanzenschutz-Zulassung und der Agrar- und Umweltpolitik.

Die Forderungen des 5-Punkte-Programms sind im Einzelnen:


  1. Zulassung von Pflanzenschutzmitteln wirkungsvoll harmonisieren und den Zulassungsstandort Deutschland fit für die Zukunft machen
  2. Ausreichende Verfügbarkeit einer breiten Pflanzenschutzmittelpalette sicherstellen
  3. Pflanzenschutzmittelzulassung und Agrar-/Umweltpolitik klar trennen
  4. Klares politisches Bekenntnis zum chemischen Pflanzenschutz abgeben
  5. Integrierten Pflanzenschutz fördern und umsetzen (Pd)
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Kommentare 
Heiner Schwab/renieh schrieb am 17.10.2014 19:47 Uhrzustimmen(89) widersprechen(77)
Es wird zunehmend enger für die Lobby der Agrarindustrie: Die alten und lukrativen Rezepte funktionieren nicht mehr so richtig, seit die Kundschaft den Erzeugern auf die Zehen steigt, zudem die Preise und Hürden für den Einsatz der "Schutzmittel" (wer schützt die Verbraucher...) steigen, neue Konzepte sind gefragt. Das hat die Chemieindustrie auch verstanden. BASF, Syngenta und andere züchten lebende Helferlinge, z. B. Marienkäfer. (http://www.wiwo.de/technologie/umwelt/landwirtschaft-handfeste-gruende/9346174-2.html, und http://die-erfinder.3mdeutschland.de/technologien-und-produkte/marienkafer-ersetzt-pestizide?WT.srch=1&WT.mc_id=adwords_Pestizide&gclid=CNG6oPadtMECFY_ItAod2E4Ang) Ob die Viecher sich im Nebel von Roundup und Co. wohlfühlen werden? Da wird sicherheitshalber noch ein 5-Punkte-Programm den dummen Politikern nahegelegt, mit so interessanten "nachhaltigen" Vorschlägen wie Trennung der Pflanzenschutzzulassung von der Agrar- und Umweltpolitik und der Forderung nach einem klaren Bekenntnis zum chemischen Pflanzenschutz. Der biologische Pflanzenschutz in der Schublade wird vorsichtiger Weise nicht erwähnt. Und der Deutsche Bauernverband zieht wieder und noch immer mit!
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