Mittwoch, 30.11.2022 | 01:48:30
Vorsprung durch Wissen
schließen x
Suchbegriff
Rubrik
 Suchen
Das Informationszentrum für die Landwirtschaft

28.03.2013 | 19:02 | Neonikotinoide 

Bayer CropScience und Syngenta schlagen Aktionsplan zur Bienengesundheit vor

Monheim - Mit einem umfangreichen Aktionsplan wollen Bayer CropScience und Syngenta dazu beitragen, die Pattsituation in der EU zum Thema Bienengesundheit aufzulösen.

Bienengesundheit
(c) proplanta

Diese Situation ist entstanden, nachdem es der Europäischen Kommission nicht gelungen war, sich mit den Mitgliedstaaten auf eine angemessene Reaktion auf Berichte der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zu einigen. Die Berichte hatten das von neonikotinoidhaltigen Pflanzenschutzmitteln ausgehende theoretische Risiko für die Bienengesundheit untersucht.

Dr. Rüdiger Scheitza, Vorstandsmitglied von Bayer CropScience und Leiter Strategy & Management, erklärte: "Obwohl alle wissenschaftlichen Belege auf verschiedene Parasiten und Krankheiten als wahre Ursache für die Beeinträchtigung der Gesundheit von Bienen hindeuten, sind wir dennoch entschlossen, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um den Verbrauchern das Vertrauen in unsere Produkte zurückzugeben. Die Uneinigkeit zwischen der Europäischen Kommission und den Mitgliedstaaten erfordert einen mutigen Plan, damit die Landwirte in Europa weiterhin hochwertige, erschwingliche Lebensmittel erzeugen können und dabei gleichzeitig die Gesundheit der Bienen und anderer Bestäuber fördern. Wir sind überzeugt, dass ein Plan wie dieser sinnvoll ist."

John Atkin, Chief Operating Officer von Syngenta, sagte: "Dieser umfassende Plan wird wertvolle Erkenntnisse zum Thema Bienengesundheit bringen. Würde man Neonikotinoide hingegen verbieten, hätte dies nur zur Folge, dass niemand mehr an einer genaueren Erforschung des Problems interessiert ist. Ein Verbot dieser Produkte würde nicht einen einzigen Bienenstock retten. Es ist nun an der Zeit, dass sich alle auf die Bekämpfung der tatsächlichen Ursachen für den Rückgang der Bienenvölker konzentrieren. Wir sind von der Sicherheit unserer Produkte überzeugt und setzen uns seit langem für eine Verbesserung der Umweltbedingungen für Bienen ein. Darauf basiert unser Plan."


Die Hauptpunkte des Aktionsplans lauten:

1. Die signifikante Ausweitung der Anlage von Ackerrandstreifen mit pollenreichen Blütenpflanzen in der gesamten EU, um Bienen den notwendigen Lebensraum und Nahrung bereitzustellen.

2. Einrichtung eines umfassenden Feld-Monitoring-Programms für die Bienengesundheit, inklusive des Nachweises von Rückständen neonikotinoidhaltiger Pflanzenschutzmittel - insbesondere in den Kulturen Mais, Raps, Sonnenblumen und Baumwolle.

3. Obligatorische Umsetzung strenger Maßnahmen zur Senkung des Expositionsrisikos für Bienen; sie werden derzeit bereits von den Herstellern empfohlen und von den meisten Landwirten als gute landwirtschaftliche Praxis effektiv angewandt.

4. Investition in neue Technologien, die die Staubentwicklung beim Ausbringen des mit neonikotinoidhaltigen Pflanzenschutzmitteln behandelten Saatguts weiter reduzieren. Diese Technologien sollten so früh wie möglich umgesetzt werden.

5. Weitere Investitionen in die Erforschung und Entwicklung neuer Lösungen für die Hauptfaktoren, die die Bienengesundheit beeinträchtigen, unter anderem Parasiten und Viren, sowie die Durchführung von flächendeckenden Langzeit-Pilotstudien zum Nachweis ihrer Wirksamkeit.


Konkreter lauten die Hauptpunkte des Aktionsplans wie folgt:

Signifikante Ausweitung der Anlage von Ackerrandstreifen mit pollenreichen Blütenpflanzen in der gesamten EU. Sie sollen neben bienenattraktiven, mit Neonikotinoiden behandelten Kulturen gesät werden, um Lebensraum und Nahrung für Bienen zu schaffen.

  • Dies würde auf dem Zehn-Jahres-Programm "Operation Pollinator" von Syngenta aufbauen. Dieses hat belegt, dass sich die Bestäuberpopulationen, also auch Honigbienenvölker, durch solche Randstreifen stark vermehrt haben.
  • Damit könnte einer der Hauptfaktoren, den die Europäische Kommission für die Verschlechterung der Bienengesundheit verantwortlich gemacht hat, angegangen werden.

Auflegung eines umfangreichen Feld-Monitoring-Programms für die Bienengesundheit, inkl. des Nachweises von Rückständen chemischer Pflanzenschutzmittel.

  • Auflegung eines umfassenden Programms, das den Leitlinien für Überwachungsprojekte des EU-Referenzlabors zur Gesundheit von Honigbienen entspricht.
  • Verstärkung und Ausweitung der derzeitigen Überwachungstätigkeit der EU-Referenzlabors zur Bienengesundheit, die von nationalen Bieneninstituten unterstützt wird.
  • Aufnahme der Rückstandsuntersuchung von Substanzen aus dem Pflanzenschutz, insbesondere von Neonikotinoiden, sowie von Tierarzneimitteln.

Obligatorische Umsetzung strenger Maßnahmen zur Senkung des Expositionsrisikos für Bienen.

  • Hochwertige Saatgutbehandlung nur an dafür zertifizierten Produktionsstandorten, die an einem Qualitätssicherungsprogramm teilnehmen.
  • Strenge Regeln zur Verwendung des behandelten Saatguts wie beispielsweise die obligatorische Verwendung von Abluftdeflektoren bei Sägeräten, Ausbringung nur durch professionelle und zertifizierte Anwender sowie verbesserter Informationsaustausch zwischen Landwirten und Imkern.
  • Bayer CropScience hat vor kurzem "SweepAir" entwickelt, eine neue Luftreinigungstechnologie für Maissägeräte, die eine erhebliche Verbesserung gegenüber der Standardtechnologie darstellt; erste Freilandversuche mit einem Prototypen deuten darauf hin, dass die Staubentwicklung um weit mehr als 95 Prozent verringert wird.

Investition in neue Technologien, die die Staubentwicklung beim Ausbringen des mit neonikotinoidhaltigen Pflanzenschutzmitteln behandelten Saatguts weiter reduzieren, sowie die Einführung dieser Technologien.

  • Bayer CropScience wie auch Syngenta arbeiten zurzeit an neuen Lösungen zur weiteren Verbesserung der Beschichtung von Saatgut, das mit Pflanzenschutzmitteln behandelt ist, sowie für die Aussaattechnik, damit die Staubentwicklung so gering wie möglich gehalten werden kann.
  • Einige dieser Lösungen sind bereits marktreif, und wir verpflichten uns, weiter in die Erforschung und Entwicklung dieser Maßnahmen zur Risikominderung zu investieren. Weitere Investitionen in die Erforschung und Entwicklung neuer Lösungen für die Hauptfaktoren, die die Bienengesundheit beeinträchtigen.
  • Die Europäische Kommission identifiziert Krankheiten und Viren, beispielsweise Varroa destructor, Amerikanische Faulbrut, Europäische Faulbrut, Nosema spp. und Honigbienenviren als Hauptursachen für die Beeinträchtigung der Bienengesundheit.
  • Bayer CropScience wie auch Syngenta haben in die Erforschung und Entwicklung neuer Lösungen für Parasiten, Krankheiten und Viren investiert und sind entschlossen, ihre Aktivitäten auf diesem Gebiet weiter auszuweiten.
  • Bayer CropScience und Syngenta verpflichten sich zur Unterstützung von flächendeckenden Langzeit-Pilotstudien, die die Wirksamkeit der Lösungen belegen. (PD)
Kommentieren
weitere Artikel

Status:
Name / Pseudonym:
Kommentar:
Bitte Sicherheitsabfrage lösen:


  Weitere Artikel zum Thema

 Herbstapplikationen haben zum Teil erheblich gezwickt

 Dokumentationspflicht gilt auch bei der Düngung!

 Winterraps: Bei Befahrbarkeit jetzt nachlegen

 Bei Befahrbarkeit und Notwendigkeit: Nikolausspritzung mit blattaktivem Mittel nachlegen!

 Erfolgskontrollen von Pflanzenschutzmaßnahmen durchführen!

  Kommentierte Artikel

 Kauf-nix-Tag soll zum Umdenken anregen

 Grippewelle 2022/23: So früh und stark wie selten

 Bayernweites Verbot von Geflügelschauen nach Vogelgrippe-Ausbruch

 Rheinland-Pfalz: Kein Agrarland-Verkauf in größerem Stil an Investoren

 Reduzierung der Waschbären: Appelle und Aufklärung statt Gewehre?

 Deutschland im Rennen um besten Klimaschutz leicht zurückgefallen

 Özdemir lobt Ausbau von Transportwegen in die Ukraine

 Schaffung landwirtschaftlicher Flächen Hauptgrund für Artenschwund

 Bundesregierung setzt beim Moorschutz auf Freiwilligkeit und Kooperation

 Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in Trinkwassergebieten verbieten

Proplanta online mit Werbung und Cookies nutzen

Wir und unsere Partner nutzen Tracking (insb. Cookies), um unsere Webseiten für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend zu verbessern, sowie zur Ausspielung von News, Artikeln, Informationen und Anzeigen.

  • Informationen auf einem Gerät speichern und/oder abrufen
    • Für die Ihnen angezeigten Verarbeitungszwecke können Cookies, Geräte-Kennungen oder andere Informationen auf Ihrem Gerät gespeichert oder abgerufen werden.
  • Datenübermittlung an Partner in den USA (Drittstaatentransfer)
    • Durch das Klicken des „Zustimmen“-Buttons willigen Sie gem. Art. 49 Abs. 1 DSGVO ein, dass auch Anbieter in den USA Ihre Daten verarbeiten. In diesem Fall ist es möglich, dass die übermittelten Daten durch lokale Behörden verarbeitet werden.
  • Einbindung von externen Multimedia-Inhalten
    • Für eine umfassendere Informationsdarstellung nutzen wir auf unseren Websites Inhalte von Dritten, wie z.B. Social Media- oder Video-Plattformen, angezeigt. Dabei werden durch diese Dritten, die auch zu den oben genannten Partnern zählen, Daten verarbeitet.
  • Personalisierte Anzeigen und Inhalte, Anzeigen- und Inhaltsmessungen, Erkenntnisse über Zielgruppen und Produktentwicklungen
    • Anzeigen und Inhalte können basierend auf einem Profil personalisiert werden. Es können mehr Daten hinzugefügt werden, um Anzeigen und Inhalte besser zu personalisieren. Die Performance von Anzeigen und Inhalten kann gemessen werden. Erkenntnisse über Zielgruppen, die die Anzeigen und Inhalte betrachtet haben, können abgeleitet werden. Daten können verwendet werden, um Benutzerfreundlichkeit, Systeme und Software aufzubauen oder zu verbessern.
  • Genaue Standortdaten verwenden
    • Ihre genauen Standortdaten können für einen oder mehrere Verarbeitungszwecke genutzt werden. Das bedeutet, dass Ihr Standort bis auf wenige Meter präzise bestimmt werden kann.
Mit Abo nutzen Nutzen Sie proplanta.de ohne Tracking, externe Banner- und Videowerbung für 4,95 € / Monat. Informationen zur Datenverarbeitung im Abo finden Sie in unserer Datenschutzerklärung und in den FAQ.