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17.05.2022 | 09:03 | Aktueller Rat Pflanzenschutz 

Behandeln ja oder nein? Mit Herz und Verstand agieren!

Karlsruhe - ISIP- ist als Informationssystem für die integrierte Pflanzenproduktion derzeit in aller Munde. Und das ist auch gut so.

Pflanzenschutz
Wichtige Stichworte im modernen Prognosgesteuerten Pflanzenschutz sind: „Das notwendige Maß, minimieren, optimieren und reduzieren. (c) proplanta

In diesem Jahr scheint es aber für die Praxis besonders schwierig zu sein mit den Prognosen zu Recht zu kommen, bzw. die Prognoseausgaben richtig zu interpretieren um sie in den Feldern zielorientiert und richtig umzusetzen. Wichtige Stichworte im modernen Prognosgesteuerten Pflanzenschutz sind: „Das notwendige Maß, minimieren, optimieren und reduzieren.

Jeder User, jede Userin kennt die Punktierung im System. Wichtig ist dabei aber auch die Kenntnis, dass die genutzten Grenzwerte (grün, gelb, rot) für verschiedene Infektionswerte stehen und für jede Krankheit und jede Getreideart unterschiedlich sind.

Heute wollen wir die Praxis aktiv dabei unterstützen auch in der momentanen Hochpreisphase nur die Anwendungen zu fahren die tatsächlich unbedingt notwendig sind. Das ist ein ganz schmaler Grad, denn die aktuelle Einstufung bei einigen Infektionswahrscheinlichkeiten macht das nicht unbedingt leicht. Doch in der Tat sollten wir uns bei jeder Entscheidung und bei jeder farblichen Einstufung nach wie vor vom integrierten Gedanken lenken lassen.

Das Ziel dabei kann nur sein: Pflanzenschutzmittel nur so viel wie nötig, so infektionsbezogen und so zielorientiert wie möglich ausbringen. Wir sollten schnellstens von dem Gedanken weg, dass ein höherer Erzeugerpreis auch eine höhere Behandlungsintensität erfordert. Mit Nichten - vielmehr sollte wir diese Möglichkeit als einmalige Chance sehen und dafür nutzen, den eigenen Betriebsgewinn zu maximieren.

Wie geht das? – Lassen sie sich nicht irritieren von den vielen roten Infektionspunkten beispielsweise beim Gelbrost. Behandeln Sie erst, wenn Sie erste Symptome in Ihren Feldern sehen. Jeder weiß, dass es dann nicht zu spät ist. Die uns zur Verfügung stehende Produktpalette ermöglicht uns diese Strategie bei den meisten Getreidekrankheiten.

„Rot“ heißt bei ISIP nicht, dass wir zwingend und sofort eine Anwendung fahren müssen, das heißt für den erfolgsorientierten Pflanzenschützer nur: „Geh‘ raus aufs Feld und kontrolliere.“ Unser Rat dazu ist: Je mehr rote Punkte, desto häufiger gilt es eigene Kontrollen durchzuführen. Felder im Auge behalten, denn nur dann ist es möglich eigene und unabhängige Behandlungsentscheidungen zu treffen.

Gehen Sie bei all Ihren Pflanzenschutzentscheidungen zu jeder Zeit mit Herz und Verstand vor. Nutzen Sie die Entscheidungshilfen tatsächlich in der Richtung: Minimieren, Optimieren und Reduzieren. Das macht in vieler Leih Hinsicht Sinn. Die hinter ISIP stehenden ZEPP-Prognosen geben das jederzeit her. Die Prognose der neutralen, amtlichen Pflanzenschutzdienste ist dazu da Sie genau dabei zu unterstützen.

Doch die letztendliche Entscheidung für oder gegen eine Pflanzenschutzmaßnahme treffen Sie! Lassen Sie sich in der Entscheidungsfindung nicht leiten von Systemen deren Background ein anderer ist, wo den unerfahrenen Prognoseusern durch die Farbe Rot suggeriert wird „Behandeln Sie“ – in der modernen Landwirtschaft macht das keinen Sinn.

Wichtige Entscheidungskriterien für oder gegen die Behandlung nach ISIP-Prognose – ganz bewusst in dieser Reihenfolge:
  • Eigene Erfahrungen – nur Sie kennen Ihre Schläge, Region und Anbaubedingungen
  • Sorte (Anfälligkeit)
  • Standortfaktoren (Lage; Saattermin, N-Versorgung; eigene Ertragserwartung; zielorientiertes Betriebsergebnis)
  • Entwicklungsstand der Kultur (BBCH)
  • Infektionseinstufung des Prognosesystems (steigende Infektionsintensität)
  • Befallsgeschehen im Feld
  • Befallsgeschehen in unmittelbarer Nähe des Versuchsschlages / in der Region
Behandeln ja oder nein? - Ganz besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang das Wissen zur Inkubationszeit einer jeden Pflanzenkrankheit in Verbindung mit der Kenntnis der Wirkungsweise und der Wirkungsdauer der eingesetzten Präparate bzw. der gewählten Mischungen und der Gesamtanzahl zurückliegender Infektionswahrscheinlichkeiten. Ist die erste Behandlungsentscheidung getroffen, müssen wir all unseren Sachverstand einsetzen und so kombinieren, dass die Prognose uns auf den richtigen Weg führen kann.

Rote Infektionswahrscheinlichkeiten Hin oder Her – wir stehen in der Verantwortung. Wir sollten nie vergessen: Landwirte haben eine ökonomische, eine ökologische und eine soziale Verantwortung. Und genau in diesen Verantwortungsbereichen unterstützen uns die ISIP/ZEPP-Prognosesysteme ganz nebenbei. Fern ab jeglicher Diskussion stehen diese Modelle dafür einen gezielten, kostenreduzierten und praxis- und umweltgerechten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.

(Informationen des  LTZ Augustenberg vom 13.05.2022)
LTZ Augustenberg
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