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02.08.2010 | 04:00 | Getreidemarkt 

Getreidepreise aktuell

Schwäbisch-Gmünd - Nachdem USDA und IGC im Frühjahr noch von einer eher überschüssigen Weltgetreidebilanz ausgegangen waren hat sich die Situation in den vergangenen Wochen dramatisch verändert.

Gerstenfeld
(c) proplanta

Inzwischen sehen beide Einrichtungen die Produktion im Getreidejahr 2010/11 unterhalb des Verbrauchs. Das USDA schätzt im Juli die Getreideernte auf rund 1.779 Mio. t, der Verbrauch wird mit 1.786 Mio. t. Die Weltgetreidebestände sollen erstmals nach 4 Jahren des Aufbaus wieder leicht sinken, von 382 Mio. t auf 367 Mio. t. Besonders deutliche Korrekturen wurden bei Weizen vorgenommen. Hier lagen die ersten Zahlen im Mai noch bei einer Erntemenge von 672 Mio. t, die Julischätzung beträgt nur noch 661 Mio. t. Auch bei Weizen liegt nun der prognostizierte Verbrauch mit 663 Mio. überraschenderweise über der Erzeugung.

Die Veränderungen der fundamentalen Marktdaten haben zu deutlichen Preisanstiegen im gesamten Getreidesektor geführt. Im Markt werden Parallelen zur Situation 2007/08 gesehen. Dabei muss berücksichtigt werden, dass 2010/11 zwar ein gewisses Versorgungsdefizit durch wetterbedingt geringere Ernten in einigen Regionen der Welt zu verzeichnen ist, wir uns gleichzeitig aber noch auf einem relativ hohen Getreidebestandsniveau befinden. Insofern ist zu hinterfragen, ob das aktuelle bestehende Preisniveau für Getreide mittelfristig Bestand hat. Europaweit soll die Getreideernte auch etwas schwächer ausfallen als ursprünglich prognostiziert.

Allerdings sind die Ergebnisse nicht so enttäuschend. In manchen Regionen wird auch von durchaus durchschnittlichen Druschergebnissen berichtet. Die aktuellen Marktbewegungen sind nach Einschätzungen vieler Marktteilnehmer, stark von spekulativen Einflüssen geprägt. Deshalb sollte die Landwirtschaft darüber nachzudenken, ob das aktuelle Preisniveau nicht zur Teilabsicherung der aktuellen und sogar der kommenden Ernte 2011 genutzt werden kann.


Futtergerste

Weltweit wird für Gerste in der Saison 2010/11 ein deutliches Defizit gesehen. Der Produktion von 135,5 Mio. t stehen eine Verbrauch von 144,1 Mio. t gegenüber. Gründe liegen v.a. in der deutlichen Flächeneinschränkung von rund 55,4 auf 52,3 Mio. ha. Aber auch Berichte einer deutliche schwächeren Ernte im Osten, vor allem in Russland heizen die Preisfantasien an. Die Futtergerstenpreise haben sich entsprechend dieser Vorgaben deutlich befestigt. Aktuell werden Preise von 12,20 - 12,90 €/dt ab Station im Süden genannt. Die Ernte der Wintergerste ist in den Frühdruschgebieten weitgehend abgeschlossen, lediglich in den Spätdruschgebieten stehen noch nennenswerte Menge auf dem Halm. Die Erträge sollen rund 10-15 % unter dem Vorjahresergebnis liegen, die Qualitäten hingegen werden überwiegend als gut beschrieben.


Braugerste

Für Braugerste werden derzeit im Süden Erzeugerpreise von 14,50 €/dt genannt, gut 3 €/dt mehr als noch vor Wochen. Auch wenn derzeit nur wenig Ware gehandelt wird ist der Markt in Unruhe. Die neue Ernte verspricht zwar durchschnittliche Erträge, dies allerdings bei erheblich geringeren Vollgerstenanteilen von max. 90 % und z.T. noch darunter. Die Eiweißgehalte liegen wohl im unteren Bereich, in einzelnen Partien sogar eher zu schwach. Insofern verspricht der Markt Spannung, zumal nur sehr schwer abschätzbar ist, wo und wie viel alterntige Ware noch verfügbar ist. Der erst kürzlich aufgelegte Braugerstenkontrakt an der MATIF zeigte in den letzten Wochen ähnlich starke Aufwärtstrends wie Weizen. Der Novemberkontrakt notiert aktuell bei rund 195 €/t, allerdings mit noch sehr überschaubar Zahl der Kontrakte.


Brotweizen

Die Vorzeichen an den Weizenmärkten haben sich vollständig gedreht. Weltweit wird nun ein leichtes Versorgungsdefizit gesehen, obwohl man im Frühjahr noch von einem deutlichen Überschuss ausgegangen war. Im Osten, insbesondere für Russland, wurden die Prognosen scharf nach unten korrigiert. Dort soll witterungsbedingt 6-8 Mio. t Weizen anfallen. Entsprechend bewegten sich die Preise für Weizen an den Börsen und im physischen Handel deutlich nach oben. Für Brotweizen wurden im Süden erste Preise bei 13,50 bis 14 €/dt genannt. Die Ernte ist allerdings in den Frühgebieten erst angelaufen, oftmals wird von einem Erntefortschritt von 15-35 % berichtet. Erste Ertragsberichte deuten darauf hin, dass die Ernte 10-15 % unter Vj. ausfallen wird. Damit würde 2010 maximal eine knapp durchschnittliche Ernte eingefahren. Regenbedingt musste die Ernte in den letzten 8-10 Tagen ausgesetzt werden. Sollte sich nicht bald wieder Erntewetter einstellen, könnten deutliche Qualitätsmängel hinzukommen. Der Proteingehalt liegt leicht über Vorjahr, aber deutlich unter dem Durchschnitt.


Terminmarkt Weizen

Die Notierungen für Weizen an der Matif sind seit Anfang Juli geradezu explodiert. Der Novembertermin 2010 notiert zwischenzeitlich bei knapp unter 190 €/t (+55 €/t gg. Mitte Juni). Die 2011er Termine folgten dem Aufwärtstrend mit etwas Abstand, der Novemberkontrakt steht derzeit bei 175 €/t (+40 €/t). Die derzeitigen Bewegungen sind stark von spekulativen Elementen geprägt. Es bleibt abzuwarten, ob oder wie langes sich die aktuelle Preisrallye fortsetzen wird. Für Landwirte ist das aktuell Preisniveau allemal die Überlegung wert über eine Absicherung von Teilmengen nachzudenken. (LEL Schwäbisch Gmünd) 
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