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04.12.2016 | 14:30 | Maisproduktion 

Globaler Hunger nach Mais ungebrochen

London - Fast jede zweite Tonne Getreide, die im laufenden Vermarktungsjahr auf der Welt verbraucht wird, dürfte auf Körnermais entfallen. Die globale Nachfrage nach dieser Getreideart wird 2016/17 gemäß der aktuellen Prognose des Internationalen Getreiderates (IGC) so hoch ausfallen wie noch nie.

Maisernte 2017
Internationaler Getreiderat erwartet Spitzenverbrauch für industrielle Zwecke. (c) proplanta

Die Londoner Experten setzten ihre betreffende Vorhersage um 3 Mio. t auf 1,026 Mrd. t herauf; das wären 56 Mio. t oder 5,8 % mehr als für das Vorjahr geschätzt. Dabei sehen die Fachleute den Industrieverbrauch von Mais mit einem Rekord von 274 Mio. t um 2 Mio. t höher als bisher, womit die Vorjahresmenge um 7Mio t oder 2,6 % übertroffen würde. Im Einzelnen hob der Getreiderat hier vor allem seine Prognose für die USA an, und zwar um 2 Mio. t auf 165,1 Mio. t; das wären 2,5 Mio. t oder 1,5 % mehr als 2015/16.

Als Grund nennen die Fachleute die dort wahrscheinlich höhere Ethanolerzeugung aus Mais. Bei seiner Vorhersage berücksichtigte der Getreiderat aber offensichtlich noch nicht, dass die US-Umweltschutzbehörde (EPA) ihre Vorgaben für die zukünftige Beimischungsmenge von Biokraftstoffen (Renewable Fuel Standards - RFS) aus Mais kürzlich angehoben hat. So sollen im kommenden Jahr in den USA 56,78 Mrd. l auf „konventionellen“ erneuerbaren Kraftstoff wie Ethanol aus Mais entfallen, was im Vorjahresvergleich ein Plus von 3,4 % bedeutet.

Wie der IGC mit Blick auf die wichtigste Verwendungsrichtung für Mais ausführte, sollen weltweit 597 Mio. t im Futtertrog landen, nach 565 Mio. t im Vorjahr. Als Argument für diese Zunahme wird die weiterhin steigende globale Fleischproduktion angeführt. Das Land mit dem voraussichtlich größten Maisverbrauch für Futterzwecke dürfte auch 2016/17 China sein, und zwar mit 149,5 Mio. t nach 144,5 Mio. t im Vorjahr.

Viel Mais in den USA

Auf dem zweiten Platz beim Maisverbrauch zu Futterzwecken rangieren laut Getreiderat die Vereinigten Staaten, die es hier auf 143,5 Mio. t bringen dürften, was im Vergleich zu 2015/16 ein Plus von 13,2 Mio. t bedeuten würde. Auf dem dritten Rang sehen die Londoner Experten die Europäische Union, deren Verbrauch an Futtermais allerdings um 200.000 t auf 50,8 Mio. t zurückgehen soll. Trotz der erwarteten globalen Rekordnachfrage dürften die Maisbestände bis Ende 2016/17 laut IGC kräftig aufgestockt werden, und zwar um 16 Mio. t oder 7,7 % auf 224 Mio. t. Diese Menge würde ausreichen, um den prognostizierten Verbrauch etwa 80 Tage zu decken; das wären zwei Tage mehr als im Vorjahr und zehn Tage mehr als im Mittel der vergangenen vier Jahre.

Vor allem die Silos in den wichtigsten Exportländern sollen sich im laufenden Vermarktungsjahr unter dem Strich füllen: So erwarten die Londoner Experten für die USA, Argentinien, Brasilien und die Ukraine eine Lagermenge von zusammen 75 Mio. t; das wäre im Vergleich zu 2015/16 ein Plus von 19 Mio. t oder 33,9 % und der höchste Endbestand seit fast 30 Jahren. Von dem Zuwachs dürften allein 17 Mio. t auf die USA entfallen, so dass sich der dortige Maisbestand bis Ende August 2017 auf 61,1 Mio. t erhöhen würde. Mit dieser Lagermenge könnten die Vereinigten Staaten den für diese Saison erwarteten Maisverbrauch einschließlich der Exporte rund 60 Tage lang decken, 14 Tage länger als im vergangenen Wirtschaftsjahr, das dort mit dem August endete. Dagegen zeichnet sich für die EU bei gleicher Rechnung ein Rückgang um 18 Tage auf nur noch 21 Tage ab.

Geringere EU-Importe vorausgesagt

Unterdessen dürfte der internationale Handel mit Mais 2016/17 nach der Vorhersage des Getreiderates den Vorjahresrekord von schätzungsweise 136 Mio. t nur um 1 Mio. t verfehlen. Erwartet wird im Einzelnen, dass die Einfuhren der EU, die nach Japan und Mexiko drittgrößter Nachfrager am Weltmarkt für Mais ist, um 1,9 Mio. t oder 13,9 % auf 11,8 Mio. t zurückgehen. Außerdem wird für China mit einer Abnahme um 2,2 Mio t oder 53,7 % auf 1,9 Mio. t gerechnet. Diese negative Entwicklung dürften die voraussichtlich umfangreicheren Maisimporte einiger asiatischer und lateinamerikanischer Länder nicht ausgleichen können. So sollen die Einfuhren Japans und Mexikos lediglich um jeweils 400 000 t auf 15,1 Mio. t beziehungsweise 14,2 Mio. t steigen.

Mit Blick auf die Maisausfuhren stellen sich die länderspezifischen Veränderungen indes weitaus gravierender dar: Für die USA prognostizieren die Londoner Experten hier mit Blick auf die laufende Vermarktungssaison einen Zuwachs um 10,4 Mio. t oder 22,7 % auf 56,2 Mio. t. Auch die argentinischen Maisexporte sollen zunehmen, und zwar um 5,2 Mio. t oder 27,0 % auf 23,8 Mio. t. Dagegen wird für Brasilien ein kräftiger Rückgang der Maisausfuhren vorausgesagt, nämlich um 19,4 Mio. t oder 54,0 % auf 16,5 Mio. t.

Ertragseinbußen in den Schwarzmeerländern möglich

Derweil prognostiziert der IGC für die Welterzeugung von Mais 2016/17 jetzt einen noch höheren Rekord, nämlich von 1,042 Mrd. t; im Oktober war noch mit 7 Mio. t weniger gerechnet worden. Der aktuellen Vorhersage zufolge würde das für 2015/16 geschätzte Aufkommen um 71 Mio. t übertroffen. Während die Ernte auf der nördlichen Erdhalbkugel zwar überwiegend abgeschlossen ist, hinkte die Schwarzmeerregion den Londoner Experten zufolge aufgrund der Regenfälle im Oktober noch hinterher. So waren Ende November laut IGC erst 79 % der ukrainischen Anbaufläche gedroschen, womit der Stand zum vergleichbaren Vorjahreszeitpunkt um 14 Prozentpunkte verfehlt wurde. Deshalb schließen die Fachleute dort Ertragseinbußen durch winterliche Temperaturen nicht aus. Dennoch soll das ukrainische Maisaufkommen mit 26,5 Mio. t das Niveau von 2015 um 3,2 Mio. t übertreffen.

Verzögerungen bei der Ernte meldet der Getreiderat auch für Russland, wo die Flächen zum Zeitpunkt der Berichtsveröffentlichung erst zu drei Vierteln geräumt waren. Ein Jahr zuvor waren es 90 % gewesen. Nichtsdestoweniger wird das Maisaufkommen Russlands auf den Rekord von 14,5 Mio. t veranschlagt, nach 13,2 Mio. t im Vorjahr. Unterdessen dürften die Mähdrescher in den USA wieder in den Maschinenhallen stehen; der IGC schätzt die Maisernte des weltweit größten Erzeugerlandes jetzt auf das Rekordniveau von 386,7 Mio. t; das wären 41,2 Mio. t mehr als 2015/16.

Deutlich mehr Mais auch in Brasilien?

Wie der IGC mit Blick auf Südamerika ausführt, ist die Maisaussaat dort mehr oder weniger im Gange. Für Brasilien rechnen die Londoner Experten wegen der festen Preisentwicklung im Inland mit einer Ausweitung des Maisanbaus zur Ernte in der dort im März beginnenden Saison 2017/18, die global betrachtet der Kampagne 2016/17 zugeordnet ist. Unter der Voraussetzung normaler Witterungsverhältnisse sagt der IGC für Brasilien eine Steigerung der Maiserzeugung um 18,4 Mio. t oder 27,5 % auf 85,4 Mio. t voraus.

Derweil geht die dem Landwirtschaftsministerium in Brasília zugeordnete Versorgungsgesellschaft Conab von einer Anbauausweitung um 0,3 % bis 2,2 % und einem Aufkommen von 83,1 Mio. t bis 84,6 Mio. t aus. Unterdessen wurde die Maisaussaat in wichtigen Anbaugebieten Argentiniens durch Kälte und starken Regen verzögert. Trotzdem rechnet der Getreiderat auch für das „Land der Gauchos“ mit einer größeren Produktionsmenge; die Prognose für die dort im März startende Maisernte beläuft sich auf 42,5 Mio. t; das wären 2,7 Mio. t oder 6,9 % mehr als in diesem Jahr erzeugt worden ist.
AgE
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