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16.08.2015 | 13:04 | Scientific Reports 
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Glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel beeinträchtigen Bodenleben

Wien - Pflanzenschutzmittel, die den Wirkstoff Glyphosat enthalten, führen bei der Anwendung zu erhöhten Phosphat- und Nitratwerten im Boden und reduzieren die Aktivität und Reproduktion von Regenwürmern.

Glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel
(c) proplanta
Zu diesem Ergebnis sind Forscher der Universität für Bodenkultur in Wien (BOKU) in einer Studie gekommen, deren Ergebnisse jetzt in der Fachzeitschrift „Scientific Reports“ veröffentlicht wurden. Die Forschungsarbeiten wurden nach Angaben der Autoren in Gewächshäusern durchgeführt, um die Voraussetzungen im Feld „einigermaßen realistisch nachzubilden“. Dabei habe sich bei Anwendung der vorgeschriebenen Dosis der verwendeten Mittel eine stark erhöhte Menge an pflanzenverfügbarem Nitrat und Phosphat im Boden feststellen lassen.

Den Befund erklären sich die Forscher mit dem Wegfall des Pflanzenbewuchses nach der Herbizidbehandlung. Die von Pflanzen nicht aufgenommenen Nährstoffe liefen in der Folge Gefahr, ausgewaschen zu werden. Insbesondere vor dem Hintergrund der klimawandelbedingt zu erwartenden Zunahme von Starkregenereignissen könnte eine Kontamination benachbarter Gewässer die Folge sein, mutmaßen die Wissenschaftler, verweisen aber auch auf die Notwendigkeit weiterer Studien zur Bestätigung dieser Prognosen.

Ferner sei bei den Untersuchungen festgestellt worden, dass die Aktivität tiefgrabender Regenwürmer sich nach der Anwendung der Pflanzenschutzmittel „dramatisch reduziert“ habe, so die Boku-Wissenschaftler. Bei horizontalbohrenden Regenwürmern habe man keine Veränderung der Aktivität diagnostiziert; dafür habe sich gegenüber den Exemplaren in Böden ohne Herbizidanwendung aber die Zahl der Nachkommen um die Hälfte reduziert.

Der ebenfalls an den Studien beteiligte Ökologe Johann Zaller gab zu bedenken, dass diese Befunde lediglich für einen einzelnen Wirkstoff gälten, während „im Normalfall dutzende unterschiedliche Pestizidprodukte“ zum Einsatz kämen. Über die Nebenwirkungen dieser Mischungen sei bisher „so gut wie gar nichts bekannt“. (AgE) 
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A. Rubi schrieb am 21.01.2016 09:31 Uhrzustimmen(109) widersprechen(111)
Das mikrobielle Leben im Boden versorgt die Pflanzen rund um die Wurzeln stetig mit Nährstoffen, im Gegenzug erhalten die Mikroorganismen ein wenig zuckerhaltige Stoffe von den Pflanzen. Dem sagt man Symbiose. Wird Glyphosat verabreicht, wird die Aufnahme der Nährstoffe von der Pflanze schlagartig unterbrochen, obwohl die Mikroorganismen noch Nährstoffe für die Pflanzen bereitstellen. Genau diese Nährstoffe laufen dann Gefahr ausgewaschen zu werden, da sie in gelöster Form vorliegen, zudem stirbt der grösste Teil an Mikroorganismen welche in Symbiose mit den Pflanzen lebten. Kurz nachdem das ganze Bodenleben auf den Kopf gestellt wurde, sät ihr eure Monokultur. Die ersten 2-3 Wochen ist der Nährstoffbedarf noch sehr gering, wie auch die Abgabe von zuckerhaltigen Stoffen an die Mikroorganismen. Es vergehen also mehrere Wochen bis der Boden wieder durch lebende Pflanzen durchwurzelt ist. Die Nährstoffe sind bis dahin ausgeschwemmt - Dies haben ja auch die Wissenschaftler bewiesen, auch sie säen nach dem Glyphosat Einsatz in ihren Versuchen eine neue Kultur an. Wenn eure Kultur in die Phase des intensiven Nährstoffbedarf kommt, ist das Bodenleben nicht fähig genügend Nährstoffe bereitzustellen. Warum? Ganz einfach, sie sind nicht mehr da.... Das ist der Zeitpunkt wo ihr Kunstdünger verabreichen müsst. Diesen Missstand zieht sich dann die ganze Kultur hindurch. Der Kunstdünger hemmt nämlich genau die Mikroorganismen, welche genau die Nährstoffe normalerweise den Pflanzen bereitstellen, welche ihr verabreicht. Zudem bleibt der Kunstdünger in den oberen 30 cm vom Boden. Dadurch wird das Wurzelwachstum in die Tiefe gehemmt, welche bei Trockenheit entscheidend sind. Habt ihr Fragen zum Bodenleben, Humusaufbau und Biologischer Landwirtschaft, stehe ich euch gerne zur Verfügung. Warum? Ernährungssicherheit bringt soziale Stabilität. Info.kompostte@gmail.com
Dr. Albrecht Kloss schrieb am 17.08.2015 12:06 Uhrzustimmen(95) widersprechen(98)
So machen sich die Gegner des Glyphosats selbst ad absurdum. Eine höhere Nährstoffverfugbarkeit, gar des Phosphors ist doch wünschenswert.während der Vegetation um das Wachstum der Kulturpflanze zu befördern. Und außerhalb der Vegetation setzt niemand Glyphos ein. Die vorgebliche Nährstoffauswaschung erweist sich damit als Unsinn.
johann96 schrieb am 17.08.2015 07:59 Uhrzustimmen(220) widersprechen(149)
Ja was dachten denn die diese Wissenschaftler, warum wir Landwirte das Unkraut bekämpfen, um Wasser und Nährstoffe für die Kulturpflanze zu schonen. 1. Lehrjahr.. Schon verwegen , vom Gewächshaus aufs Freiland zu schließen.. Entweder die Regenwürmer lieben kein Gewächshaus oder sind verhungert. . Im Freiland vermehren sich die Regenwürmer prächtig, gerade bei konservierender Bodenbearbeitung.. Und die geht eben nicht ohne Glyphosateinsatz nach der Aberntung..
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