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15.09.2022 | 10:33 | Aktueller Rat Pflanzenbau 

Kartoffelbauern lassen sich von Trockenheit nicht entmutigen

Karlsruhe - Auf die richtige Sorte kommt es an: Das verdeutlichte Anfang September einmal mehr der Kartoffeltag auf dem landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Wagner in Ellwangen.

Kartoffelsorten
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Große Sortendemonstration und reger Austausch beim Kartoffeltag in Ellwangen. (c) proplanta

20 Sorten der tollen Knolle hatte A. Wagner angebaut, um gemeinsam mit seinen Kollegen aus der Region und weit darüber hinaus Angereisten kurz vor Erntebeginn im direkten Vergleich ein eindrückliches Bild zu deren Anbaueigenschaften zu bekommen. „Dieses Jahr mit extrem wenigen Niederschlägen im Frühsommer stellte die Kartoffeln vor allem in Sachen Trockentoleranz auf eine echte Bewährungsprobe“, stellte der Betriebsleiter mit Blick über das Feld fest.

Hatten die Kartoffelbauern im feuchtwarmen Jahr 2021 ebenso wie die Tomatengärtner alle Hände voll zu tun, ihre Pflanzen vor der Krautfäule zu schützen, standen sie 2022 vor einer ganz anderen Herausforderung und Fragestellung: Wann wird es endlich wieder richtig regnen? „Die tolle Knolle kämpfte mit der Trockenheit“, stellte Anbauberater Mark Mitschke vom Kartoffelberatungsberatungsdienst Heilbronn zusammen mit den Vertretern der Züchterhäuser und des Bauernverbands in Ellwangen fest.

Während Raps und Wintergetreide vielerorts noch von den ausgiebigen Niederschlägen im Herbst und Winter zehren konnten, ging einigen Kartoffel- ebenso wie Maisbeständen im Land regelrecht das Wasser aus. Hinzu kam die Sommerhitze: „Die Kartoffel ist ein ‚Schwachwurzler‘ und mag es eigentlich nicht wärmer als 27 Grad – unter Wasserstress beginnt sie schon ab 32 Grad, die Energie aus den Knollen zurückzuziehen ins Kraut“, verdeutlichte Mitschke. Daher war in diesem Jahr ein gutes Abreife- und Kraut-Management gefragt, um einerseits die passende Reife zu erreichen und andererseits ein Austrocknen zu verhindern.

Gleichzeitig stehen hungrige und durstige Drahtwürmer in den Startlöchern und unbedeckte, rissige Dämme bergen bei zu viel Sonnenlicht die Gefahr grüner Stellen: Das Kartoffellager im Damm sei in diesem Jahr eine tickende Zeitbombe, so die Experten.

Während die frühen und mittelfrühen Sortimente bereits gerodet und großteils vermarktet sind, kämen in den späten Lagersorten die Vollernter eigentlich erst deutlich später so richtig zum Einsatz zum Einsatz – nicht so in diesem Jahr: „Die hohen Temperaturen haben mancherorts für eine vier bis sechs Wochen frühere Abreife gesorgt – sobald der richtige Stärkegrad erreicht ist, sollte das Kraut entfernt und so schnell wie möglich geerntet werden“, empfehlen die Berater. Andererseits seien die Knollen bei Hitze umso schlagempfindlicher gegen trockene Erdbrocken, weshalb der Regen zur Ernte der späteren Sorten zwar nicht mehr das Wachstum fördert, aber die schonende Ernte begünstigt.

Um Kartoffelsorten züchterisch an den Klimawandel anzupassen, vergehen viele Jahre. Nur wenige Landwirte im Land haben effektive Möglichkeiten zur Bewässerung oder setzen diese behutsam für noch trockenheitsanfälligere Gemüsekulturen ein. Auch bürokratische Hürden an Stellen, an denen Wasser zur Verfügung stünde – wie etwa zum Hochwasserschutz und auch für die Landwirtschaft gebaute Staubecken – kamen beim Ellwanger Kartoffeltag zur Ansprache.

„Das Land Baden-Württemberg und die Landkreise müssen sich ernsthaft Gedanken machen, wie sie die Landwirtschaft gerade im Bereich der Kartoffeln und Sonderkulturen bürokratiearm mit Wasser versorgen können“, betonte Mitschke und verdeutlichte, dass der dafür benötigte Anteil an Wasser im Vergleich zum Wasserverbrauch der Industrie sehr gering sei. „Wir freuen uns, dass wir so innovative Landwirte haben“, lobte Ellwangens Bürgermeister Volker Grab und blickte dabei auch auf Wagners beliebte Kartoffelchips.

Rund 5.500 Hektar Kartoffeln werden in Baden-Württemberg angebaut. Mit elf Millionen Einwohnern und einem Pro-Kopf-Verbrauch von 60 Kilogramm Kartoffeln im Jahr (inklusive Verarbeitungsprodukte) kann das Bundesland damit den Eigenbedarf nicht decken. Gleichzeitig genießt die regionale Kartoffelproduktion einen hohen Stellenwert bei den hiesigen Verbrauchern.

(Informationen des LTZ Augustenberg vom 13.09.2022)
LTZ Augustenberg
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