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24.05.2020 | 11:30 | Farm-to-Fork-Strategie 

Pflanzenschutzmitteleinsatz soll bis 2030 EU-weit halbiert werden

Brüssel - Der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel in der Europäischen Union soll gemäß der Farm-to-Fork-Strategie bis zum Jahr 2030 um die Hälfte reduziert werden.

Pflanzenschutzmitteleinsatz EU-weit
Farm-to-Fork-Strategie sieht außerdem eine Reduzierung des Düngemitteleinsatzes um 20 Prozent vor. (c) proplanta

Wie die EU-Kommission anlässlich der Vorstellung des Vorhabens erklärte, wird außerdem eine „Verringerung des Einsatzes von Düngemitteln um mindestens 20 %“ angestrebt. Ziel sei es eine „Reduzierung der Nährstoffverluste bei gleichbleibender Bodenfruchtbarkeit um mindestens 50 %“ zu erreichen

Bei der Farm-to-Fork-Strategie handelt es sich um eines der Kernelemente des Green Deal, mit dessen Hilfe die EU bis zum Jahr 2050 Klimaneutralität erreichen will. Des Weiteren schlägt die Brüsseler Behörde vor, den Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche in der EU bis 2030 auf 25 % zu erhöhen.

Wie der geschäftsführende Vizepräsident der Kommission und Hauptverantwortliche für den Green Deal, Frans Timmermans, in Brüssel dazu feststellte, liegt der Anteil der Ökofläche EU-weit aktuell bei rund 8 %. Darüber hinaus plant die EU-Kommission den Anteil an verkauften antimikrobiellen Mittel für Nutztiere und die Aquakultur um 50 % bis Ende dieses Jahrzehnts zu reduzieren.

Den Brüsseler Plänen nach soll so das Risiko, dass antimikrobielle Resistenzen (AMR) entstehen, deutlich reduziert werden. Außerdem umfasst die Farm-to-Fork-Strategie auch das Ziel, allen ländlichen Gebieten bis 2025 Zugang zu schnellen Breitbandverbindungen zu verschaffen. Dadurch könnten digitale Innovationen in der Lebensmittelproduktion ermöglicht werden, erklärte die EU-Behörde.

Mehr integrierter Pflanzenschutz

Laut Kommission haben die bisherigen Erfahrungen hinsichtlich der nachhaltigen Verwendung von Pflanzenschutzmitteln „ganz klar gezeigt“, dass noch mehr getan werden kann, um den Einsatz und das damit verbundene Gesamtrisiko zu verringern.

Gefördert werden müssten Methoden des integrierten Pflanzenschutzes, um nachhaltigen, biologischen, physikalischen und anderen nicht chemischen Methoden sowie Wirkstoffen mit geringem Risiko beim Schutz der Kulturen den Vorzug zu geben.

Um den Weg für Alternativen zu ebnen und die landwirtschaftlichen Einkommen zu sichern, plant die Kommission eigenen Angaben zufolge die Ergreifung verschiedener Maßnahmen. Genannt werden die Überarbeitung der Richtlinie über die nachhaltige Verwendung von Pflanzenschutzmitteln, die Verbesserung der Bestimmungen über den integrierten Pflanzenschutz und die Förderung eines breiteren Einsatzes alternativer Methoden zum Schutz der Ernten vor Schädlingen und Krankheiten. Überdies plane man das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln, die biologische Wirkstoffe enthielten, zu erleichtern und die Bewertung entsprechender Umweltrisiken zu intensivieren.

Nährstoffverlusten vorbeugen

Im Hinblick auf die Nährstoffbelastung und die Reduzierung des Düngemitteleinsatzes werden die EU-Mitgliedstaaten aufgefordert, „ambitionierte und weitreichende Maßnahmen zur vollständigen Umsetzung der bestehenden Rechtsvorschriften“ über die Nährstoffbelastung von Stickstoff und Phosphat zu ergreifen. Ziel müsse es sein, Nährstoffverlusten vorzubeugen und Luft- und Wasserkörper zu schützen.

Gemeinsam, so die Kommission, wolle man mit den Mitgliedstaaten einen „Aktionsplan für integriertes Nährstoffmanagement“ zur Vorbeugung und Reduzierung einer weiteren Verschmutzung durch den übermäßigen Einsatz von Düngemitteln sowie zur Förderung der Wiederverwendung von Nährstoffen aus unterschiedlichen organischen Abfällen zur Verwendung als Düngemittel erstellen. Hiervon verspricht sich die Behörde einen Beitrag zur Erreichung des „Null-Schadstoff-Ziels“ des Green Deal.

Höhere Produktionsauflagen ausgleichen

Die Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und seines französischen Pendants (FNSEA), Joachim Rukwied und Christiane Lambert, haben die Forderung nach einem stabilen Agrarbudget im kommenden mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) der Europäischen Union bekräftigt. Vor dem Hintergrund einer durch das Coronavirus verursachten globalen Krise stellten beide Präsidenten in einer gemeinsamen Videokonferenz außerdem fest, dass die deutschen und französischen Landwirte uneingeschränkt bereit seien, die Lebensmittelproduktion aufrechtzuhalten und gleichzeitig durch Einhaltung der Abstands- und Hygienemaßnahmen zur Eindämmung des Virus beizutragen.

Rukwied und Lambert verwiesen darauf, dass die europäische Wirtschaft insgesamt geschwächt sei und auch viele landwirtschaftliche Betriebe unter Liquiditätsproblemen leiden würden. Zudem betonten beide, dass sich aus den von der Kommission ergriffenen Sofortmaßnahmen für die am stärksten betroffenen landwirtschaftlichen Sektoren keine Nachteile für andere Agrarbranchen ergeben dürften.

Sowohl der FNSEA als auch der DBV lehnen den Einsatz von Mitteln aus der europäischen Krisenreserve ab. Sie begründen dies damit, dass dies zu Lasten der Direktzahlungen der Landwirte gehen würde. Stattdessen müsse ein Krisenbudget zur Unterstützung der Landwirte in außergewöhnlichen Zeiten außerhalb des Haushalts der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) geschaffen werden, fordern beide Verbände.

Des Weiteren hoben die Vertreter der deutschen und der französischen Landwirte hervor, dass die Corona-Krise klar die Bedeutung der GAP, der ersten Gemeinschaftspolitik Europas, deutlich gemacht habe. Die Entscheidung über den EU-Haushalt ist laut DBV und FNSEA die wesentliche Voraussetzung für einen Reformbeschluss zur GAP. Auf der Grundlage eines soliden Haushaltsplans könnten die Überlegungen zur Weiterentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik abgeschlossen werden. Gleiches gelte für die Farm-to-Fork-Strategie und die Biodiversitätsstrategie, führten DBV und FNSEA aus.

Beide warnten vor „einem unrealistischen und willkürlichen Ansatz in Bezug auf bestimmte Ziele“, die nicht erreichbar seien. Sie pochen darauf, die Umweltziele zusammen mit der Landwirtschaft unter Berücksichtigung des internationalen Wettbewerbs festzulegen. Bei einseitig höheren europäischen Standards sei die Politik gefordert, Instrumente und Mechanismen zu liefern, die die Differenzen zwischen den internationalen und den europäischen Umwelt- und Klimastandards sowie die unterschiedlichen Produktionsauflagen ausgleichen würden.
AgE
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