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26.04.2017 | 12:23 | Rapsanbau 2017 
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Raps: Deutschlands wichtigste Öl- und Eiweißpflanze blüht in voller Pracht

Berlin - In Deutschland haben die alljährlichen Raps-Festspiele begonnen.

Rapsblüte 2017
Deutschlands bedeutendste Öl- und Eiweißpflanze sorgt wieder für blühende Landschaften. (c) proplanta

Die Natur hat wieder die Farbeimer ausgepackt und auf rund 1,3 Millionen Hektar ordentlich gelbe Farbe eingesetzt. Auch wenn es so aussieht, als würde immer mehr Raps angebaut, trügt dieser Eindruck.

Schon seit Jahren bewegt sich die Rapsanbaufläche in Deutschland konstant zwischen 1,3 und 1,5 Millionen Hektar. Jeder einzelne Hektar davon liefert elf Monate nach der Aussaat von lediglich 2,5 kg Saatgut bei der Ernte im Juli zwischen 4.000 und 5.000 kg Rapssaat.

Mecklenburg-Vorpommern ist mit einer Anbaufläche von 235.200 Hektar für den deutschen Rapsanbau weiterhin das bedeutendste Bundesland. Weitere wichtige Anbauregionen sind mit 171.000 Hektar Sachsen-Anhalt, mit 135.500 Hektar Brandenburg und mit 131.900 Hektar Sachsen.

Insgesamt repräsentieren die östlichen Bundesländer rund 58 Prozent der in Deutschland ausgesäten Rapsfläche. Mit 129.000 Hektar folgt Niedersachsen im Ranking der Bundesländer. Die Länder Thüringen (122.800 Hektar), Bayern (119.200 Hektar) und Schleswig-Holstein (101.000 Hektar) weisen ebenfalls eine Anbaufläche über 100.000 Hektar auf.

Die Ernte im Juli 2017 wird etwa 5 Mio. Tonnen Rapssaat liefern, die anschließend in Ölmühlen gepresst wird. Dabei entstehen ca. 2,2 Millionen Tonnen Rapsöl. Das Speiseöl aus Rapssaat ist bereits seit 2009 das beliebteste in Deutschland und liegt mit einem Marktanteil von über 40 Prozent deutlich vor Sonnenblumen- und Olivenöl.

Der größte Teil des Öls findet sich jedoch nicht in der Küche, sondern als Rapskraftstoff in Fahrzeugtanks wieder. Hier ersetzt es mit einem Anteil von bis zu 7 Prozent konventionellen Dieselkraftstoff. Das schont nicht nur die Erdölreserven, sondern reduziert die Treibhausgasemissionen um durchschnittlich 60 Prozent. Diese unterschiedlichen Verwendungen von Rapsöl werden von den Verbrauchern überwiegend begrüßt. Gut zwei Drittel der Deutschen beurteilen die Beimischung von Biodiesel zu fossilem Diesel positiv, so eine Umfrage von TNS Infratest aus dem letzten Jahr.

Neben Rapsöl entsteht bei der Pressung als zweite Komponente auch proteinhaltiges Rapsschrot, das in der Rinder-, Schweine- und Geflügelmast überaus gefragt ist. Hier ersetzt es als gentechnikfreies Eiweißfuttermittel im großen Umfang Sojaschrot. Diese Gentechnikfreiheit ist Voraussetzung dafür, dass immer mehr Milchprodukte, Eier oder Rindfleisch mit dem Hinweis „ohne Gentechnik“ gekennzeichnet werden dürfen. Raps ist hierfür die mit Abstand wichtigste heimische Proteinquelle. Die dadurch eingesparten Sojaimporte entsprechen einem Anbauumfang von rund einer Million Hektar in Südamerika. So trägt der Rapsanbau in Deutschland indirekt auch zum Schutz der Regenwälder bei.

Die leuchtend gelben Felder besitzen übrigens nicht nur für Menschen eine große Attraktivität. Auch Bienen fliegen im wahrsten Sinne des Wortes auf die gelbe Pracht, denn Raps ist hierzulande als wichtigste Trachtpflanze für die Insekten eine unverzichtbare Nektar- und Pollenquelle. Belohnt wird das mit 40 kg Rapshonig pro Hektar. Gefragt ist dabei der sprichwörtliche Bienenfleiß, denn für ein Glas Honig fliegen die Bienen rund 40.000 Mal aus dem Bienenstock und besuchen dabei zwei bis sieben Millionen Rapsblüten.

Eine Besonderheit der Rapspflanzen ist beim Blick auf die blühenden Felder nicht sichtbar, da sie unter der Oberfläche liegt. Wolfgang Vogel, Vorsitzender der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) und selbst praktizierender Landwirt erklärt, um was es sich dabei handelt: „Rapspflanzen haben eine ausgesprochen lange Pfahlwurzel, die den tiefen Erdschichten mit einer enormen Anzahl von Wurzelhaaren Nährstoffe entnimmt. So bereitet Raps den Boden ideal für die nachfolgenden Pflanzen vor. Das macht die Pflanze so gut, dass beispielsweise der im darauffolgenden Jahr angebaute Weizen bis zu 10 Prozent mehr Ertrag liefert. Das ist für uns Landwirte ein wichtiges Argument für den Rapsanbau.“

Weniger erfreulich ist für die deutschen Bauern und ihre europäischen Kollegen hingegen das seit 2013 bestehende Verbot des Einsatzes bestimmter Pflanzenschutzmittel, das durch die EU-Kommission erlassen wurde. „Durch das geltende Anwendungsverbot für drei Wirkstoffe aus der Gruppe der Neonikotinoide entstehen uns jährlich Verluste in Höhe von fast 900 Mio. Euro.

Sollte der Rapsanbau durch diese Einschränkungen ökonomisch weiter an Wettbewerbsfähigkeit verlieren, würde dadurch die wichtigste Futterquelle der Bienen und auch ein zentrales und wertvolles Fruchtfolgeglied im Ackerbau verlorengehen“, so Wolfgang Vogel.
ufop
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Kommentare 
agricola pro agricolas schrieb am 26.04.2017 14:03 Uhrzustimmen(33) widersprechen(24)
Nachtrag: Unsere Mutter Natur zeichnet mehr und mehr in der diesjährigen Rapsblüte neue Farbtupfer, für den Fachkundigen aus früheren Frosterfahrungen allerdings bereits bestens bekannt. Der aufmerksame Beobachter kann selbige bereits feststellen... An solchen weißen Blütenständen dürfen wir uns allerdings nur kurzzeitig erfreuen, da diese sehr zügig der Schwerkraft folgen... Das Phänomen trifft man insbesondere in den Beständen an, die anlässlich der letzten Kälteperiode über mehrere Stunden unter 4-5 Grad minus ausgesetzt waren!
agricola pro agricolas schrieb am 26.04.2017 13:27 Uhrzustimmen(38) widersprechen(25)
Es soll tatsächlich Ackerbauern geben, die unter optischen Wahrnehmungsstörungen leiden, da Sie die obigen bildlichen Plattitüden aktuell nicht wahrzunehmen vermögen...!? Der Raps windet sich, nicht nur weil es erheblich zu kalt sondern fatalerweise auch noch viel zu trocken ist. Selbst unsere zuverlässigen Bauernfreunde Biene Maja & Co. halten sich fröstelnd vornehmlich zurück und lassen sich kaum blicken. Etwas „Entspannung“ hat es heute nach 0,005(!!!) mm Niederschlag pro Quadratmeter gegeben ;-))) Aus Biberach haben uns am Morgen Freunde Bilder geschickt, wo deren quirligen Sprösslinge beim Bauen eines Schneemannes mit gaaanz langer Rübennase versehen im heimischen Garten an dem Schneeaufkommen zu ungewohnter Jahreszeit nochmals ihre helle Freude hatten. - Zum Wochenende allerdings darf die Vielzahl der sonnenhungrigen Mitmenschen bei wolkenlosem Himmel den Wonnemonat Mai begrüßen. Also auch schlechte Aussichten für das segensreiche Nass von oben...!
Unsere Getreidefelder, werter Herr Vogel, insbesondere die haltlos überzogenen Bestände, lassen bereits unverkennbaren Trockenstress erkennen, der gelegentlich mit Gelbrostbefall verwechselt und entsprechend behandelt wird, zumindest regional.
Nun, unsere Agrarexperten cruisen unbeirrt euphorisch mit VR-Brille ausgestattet durch‘s Weltall: Alles ganz entspannt allerorten auf unserem blauen Planeten, beste Vorzeichen für eine neuerliche weltweite Megaernte, die sämtliche verfügbaren Läger gesichert überquellen lassen wird...! - "Quid pro quo!?", hochverehrter Herr Vogel.
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