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12.10.2020 | 12:39 | Aktueller Rat Pflanzenschutz 

Tierische Schädlinge im Gemüsebau - Sind auch Bio-Flächen gefährdet?

Karlsruhe - Der baden-württembergische Gemüsebauexperte A. Altmann im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald weist in in seinem aktuellen Warndienst darauf hin, dass die Befallssituation derzeit von Standort zu Standort sehr unterschiedlich ist und, dass auch Bio-Flächen vor dem Befall entsprechend geschützt werden müssen.

Schädlinge im Gemüsebau
Auch Bio-Gemüse-Flächen müssen vor dem Befall mit tierischen Schädlingen entsprechend geschützt werden. (c) proplanta

Kohlfliege:

Die Kohlfliege pausiert mit ihrer Eiablage. An warmen, trockenen Tagen kann sie aber nochmal aktiv werden. Rettich, Radies, Kohl- und Speiserübe sowie Wirsing, China- und Rosenkohl müssen weiter geschützt werden.

Möhrenfliege:

Durch den Regen hat sich die Möhrenfliege nun doch endlich bitten lassen. Die Tiere waren in der vergangenen Woche an vielen beobachteten Standorten auf den Leimtafeln zu finden, meist aber nur in einzelnen Exemplaren. In bekannten Befallslagen sollten weiterhin in 2- bis 3-wöchigem Abstand Behandlungen durchgeführt bzw. die Kulturschutznetze höchstens am Vormittag abgenommen werden. Wegen der langsamen Entwicklung der Eier und Maden im Boden kann das Netz drei Wochen vor der Ernte abgenommen, Behandlungen können etwa vier Wochen vor der Ernte eingestellt werden.

Lauchminierfliege:

Die Lauchminierfliege ist jetzt in allen Schnittlauchbeständen in der Region aufgetaucht. Ihre Zahl ist aber noch gering. Wie die weitere Entwicklung verläuft, hängt von der Witterung ab. Es ist aber abzusehen, dass sie im Laufe dieser Woche anfängt, in Lauch und Zwiebeln ab-zuwandern. Wenn Kontaktmittel (z.B. Karate Zeon) eingesetzt werden sollen, sollte bereits in dieser Woche eine Behandlung gefährdeter Bestände stattfinden.

Wenn systemische oder translaminare Wirkstoffe eingesetzt werden (z.B. Minecto One, Calypso, NeemAzal-T/S) kann noch eine Woche gewartet werden. Über den genauen Zeitpunkt entscheidet jetzt das Wetter. Zwischen der Behandlung und dem nächsten Regen sollte wenigstens ein halber trockener Tag liegen, damit die Brühe sicher antrocknen kann. Das gilt auch für alle anderen Spritzungen, außer für solche gegen Erdraupen.

Raupen:

Örtlich gibt es noch Ausfälle an jüngeren Salatsätzen durch Erdraupen. Die Tiere können auch in Gewächshäusern schon bei der Pflanzung im Boden sitzen. In den ersten Tagen nach der Pflanzung muss auf abgefressene Pflanzen kontrolliert und bei Auffinden von Erdraupen mit einem Kontaktinsektizid in viel Wasser behandelt werden. Außerdem fressen an Salaten weiterhin verschiedene Eulenraupen im Kopf. Bei Kontrollen findet man Schabefraß und Kotkrümel eher als die Raupen selbst.

Auffallend häufig kommt heuer der Kohlzünsler am Kohl vor. Regional unterschiedlich kommen Kleiner Kohlweißling und Kohlmotte vor, Kohleule meist nur in Einzelexemplaren, ab und zu sogar die Baumwollkapseleule. Jedenfalls lohnt es sich, gerade den fast erntereifen Kohl auf frischen Raupenfraß und –kot zu kontrollieren und bei Befall zu behandeln. Es ist ärgerlich, bei der Ernte faule und angefressene Köpfe aussortieren zu müssen.

In Lauch fressen immer noch Lauchmotten. Sie werden von den Behandlungen gegen die Lauchminierfliege miterfasst. In einigen Gurkenbeständen gibt es auffälligen Lochfraß an den Blättern. Kotballen verraten Raupen als Verursacher. Es handelt sich um die der Kupfer-Goldeule (Chrysodeixis chalcites). Sie sehen den Raupen der Gammaeule zum Verwechseln ähnlich. In den abgehenden Kulturen entsteht kaum wirtschaftlicher Schaden. Es besteht auch keine Gefahr, dass die Tiere sich über Winter im Gewächshaus weiter vermehren.

Auch an Tomaten gibt es Blattfraß durch verschiedene Eulenraupen. Diese sollten aber bekämpft werden, weil hier noch Früchte beschädigt werden können. Außerdem muss weiter auf die Baumwollkapseleule geachtet werden. Deren Raupen findet man jetzt manchmal auch in Auberginen-Früchten.

Blattläuse:

Außer auf Raupen muss im Salat auf Blattläuse geachtet werden. Stellenweise gibt es Ansiedlungen von Johannisbeer-Salatlaus. Auch Salatstängel- und Kartoffelläuse treten auf. An verschiedenen Kulturen im Freiland finden sich Pfirsichläuse ein. An Chinakohl sollten sie bekämpft werden, bevor sie in den Kopf wandern. Wenn sie mit ins Lager kommen, können sie sich dort weiter vermehren.

Kulturwechsel im Gewächshaus:

Wenn Tomaten, Gurken etc. geräumt werden, bleiben viele der darauf lebenden Schädlinge zurück. Im Boden oder an der Konstruktion versteckt, übersteht ein Teil von ihnen auch eine intensive Bodenbearbeitung. Wird das Gewächshaus beetweise geräumt und neu bestellt, brauchen die Tiere sowieso nur ein paar Meter weiterlaufen oder -fliegen, um einen frischgedeckten Tisch zu finden.

Deshalb sollten man sicherstellen, dass die Sommerkulturen beim Räumen frei von Schädlingen sind - oder die Folgekulturen ein paar Tage nach dem Pflanzen auf eingewanderte Blattläusen, Weiße Fliege oder Raupen kontrollieren – auch Erdraupen. Auch Unkraut beherbergt viele Schädlinge und sollte deshalb gründlich entfernt werden.

Wintergetreidemilbe:

Viele Bio-Betriebe haben mit der Wintergetreidemilbe zu kämpfen. Schäden treten meist erst Ende Dezember auf. Die Tiere schlüpfen aber aus den Dauereiern, wenn die Bodentemperaturen unter ca. 15°C fallen. Das dürfte in einigen Gewächshäusern schon jetzt passiert sein. Nach dem Räumen der Sommerkulturen sollte deshalb dort, wo bekannte Befallsnester liegen, der Boden und die Unkräuter abgeflammt werden.

Wenn man das in den Abend- oder frühen Morgenstunden macht, erwischt man einen Teil der darauf herumlaufenden Milben. Auch das 2- oder 3-malige flache Fräsen im Abstand von etwa einer Woche kann den Ausgangsbefall für die Winterkulturen reduzieren. In ganz hartnäckigen Fällen sollten betroffene Flächen im Winter für mindestens 4 Wochen pflanzenfrei bleiben – entweder als Schwarzbrache mit wiederholtem Fräsen oder mit einer Mulchschicht, die Pflanzenwuchs unterdrückt.

(Informationen des Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald vom 09.10.2020)
LTZ Augustenberg
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