Wiesbaden - Die Winzer in Deutschland haben im vergangenen Jahr einen überdurchschnittlich guten Jahrgang eingefahren und mehr Prädikatswein produziert.
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Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Montag (27.3.) mitteilte, wurden 2022 insgesamt 8,94 Mio. hl Wein und Most erzeugt; das waren 491.800 hl oder 6 % mehr als im Vorjahr. Zudem wurde das Mittel der Jahre 2016 bis 2021 um 3,5 % übertroffen. Die jetzt vorgelegten endgültigen Ergebnisse von Destatis liegen nah an der Ernteschätzung des Deutschen Weininstituts (DWI), das im Oktober die Erzeugung auf 8,99 Mio. hl veranschlagt hatte.
Nach Angaben der Wiesbadener Statistiker war das Weinjahr 2022 durch eine lange Trockenperiode im Sommer gekennzeichnet. In jungen Anlagen und an Standorten mit geringer Wasserspeicherkapazität habe die Dürre für Ertragseinbußen gesorgt, wenn nicht bewässert worden sei. Die älteren Reben seien hingegen wegen ihrer tiefreichenden Wurzeln vergleichsweise gut zurechtgekommen. Gleichzeitig habe der trockene Sommer aber weniger Pilzbefall ausgelöst und sich somit positiv auf die Gesundheit der Trauben ausgewirkt, so Destatis.
Auch großräumige Spätfröste und größere Unwetterereignisse wie Hagel seien 2022 ausgeblieben. Die weit verbreiteten Niederschläge kurz vor der Lese hätten zudem die Erträge der Trauben nochmals ansteigen lassen. Zwei Drittel der im vergangenen Jahr erzeugten Weine waren Destatis zufolge Weißweine, ein Drittel Rotweine einschließlich Rosé. Umgerechnet in 0,75-Liter-Flaschen belief sich die Produktion auf rund 1,2 Milliarden Flaschen.
Gemessen an der gesamten Wein- und Mosterzeugung lag der Anteil an Prädikatswein mit 1,90 Mio. hl bei 21 %; das war deutlich mehr als die 15 % des Jahres 2021. Qualitätswein nahm einen Anteil von 75 % ein, Landwein 4 %. Erneut führt Rheinland-Pfalz das Ranking im deutschen Weinbau an. Allerdings ging in dem Bundesland die Erzeugung von Wein und Most gegenüber der Saison 2021 um 2,3 % auf 5,80 Mio. hl zurück.
Insbesondere in den großen Anbaugebieten Mosel und Rheinhessen wurde weniger Most gekeltert. In dem 2021 von der großen Flut heimgesuchten Anbaugebiet Ahr nahm die Erzeugung vergangenes Jahr allerdings wieder um 28 % auf 50.760 hl zu. Im zweitplatzierten Baden-Württemberg steigerten die Winzer ihre Weinherstellung gegenüber dem schwachen Vorjahr um ein Drittel auf 2,35 Mio. hl.