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21.10.2016 | 07:26 | Netzausbau 
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Wie gefährlich sind Erdkabel für Pflanzen?

München - Nachdem es in vielen Regionen Bayerns massiven Widerstand gegen den geplanten Netzausbau mit Hilfe von Freileitungen gegeben hat, sollen auf den Trassen jetzt Erdkabel verlegt werden.

Unterirdischer Netzausbau
Bauern befürchten, dass Erdkabel zu Erwärmung des Bodens und Austrocknung führen. (c) tennet

Oftmals können die Bedenken der Anwohner damit ausgeräumt werden – doch das passiert auf dem Rücken der Bauern.

Um die Kabel zu verlegen, müssen breite Gräben auf Feldern und Wiesen gegraben werden. Und die Bauern müssen befürchten, dass auch nach den Bauarbeiten immense Beeinträchtigungen mit der Verlegung der Erdkabel verbunden sind. Unter anderem durch die von einer Erdverkabelung ausgehende Erwärmung des Bodens ist mit erhöhten Verdunstungs- und Austrocknungsraten zu rechnen.

Im Normalbetrieb erwärmt sich das Erdkabel laut FH Kiel um circa 35 Grad, bei voller Auslastung sind es zwischen 50 und 60 Grad. Die Temperaturerhöhung an der Erdoberfläche um ein bis drei Grad.

„Manche mögen’s heiß – aber unsere Pflanzen auf den Feldern und Wiesen gehören definitiv nicht dazu“, sagt Georg Wimmer, stellvertretender Generalsekretär des Bayerischen Bauernverbandes. Die möglichen Folgen: Bodenaustrocknung, Veränderung des Grundwasserspiegels, höhere Verdunstungsraten und Ertragsverluste.

„Daraus ergeben sich nicht nur übergangsweise, sondern dauerhaft erhebliche Beeinträchtigungen auf landwirtschaftlichen Flächen“, sagt Wimmer. „Eine forstwirtschaftliche Nutzung wird sogar gänzlich unmöglich, da die Trasse frei von Bäumen gehalten werden muss.“

Im Vergleich zur Freileitung sind bei einer Erdverkabelung im Höchstspannungsbereich damit erhebliche Eingriffe in den Boden und seine Struktur zu erwarten und die Eingriffe in das Eigentum sowie die Nutzung damit noch gravierender. „Aufgrund des immensen Eingriffs wird Erdverkabelung kritisch gesehen. Sie muss die Ausnahme bleiben und darf nur mit Zustimmung der Grundstückseigentümer passieren“, fordert Wimmer.

Um die Auswirkungen beim Bau von Erdkabeln so gering wie möglich zu halten, fordert der Bauernverband außerdem ein umfassendes Bodenschutzkonzept und eine Baubegleitung durch einen unabhängigen Sachverständigen, unter dessen fachlicher Leitung die Arbeiten durchzuführen sind (z. B. Baustopp bei schlechter Witterung, Baumatten, etc.). Dabei sollte der Sachverständige von neutraler Seite zum Beispiel durch die Regierung beauftragt werden.

Die bisherige einmalige Dienstbarkeitsentschädigung im Rahmen des Enteignungsrechtes muss bei der Verlegung von Erdkabeln durch eine wiederkehrende angemessene Vergütung für die dauerhafte Belastung und Mitbenutzung der Grundstücke ergänzt werden. „Während der Staat den Netzbetreibern dauerhaft attraktive Renditen und den Kommunen ohne Eigentumsbezug zusätzliche Zahlungen zusichert, werden die Eigentümer der Flächen bisher mit einer Einmalzahlung abgespeist“, kritisiert Wimmer.

Der Netzbetreiber Tennet erweckt bei den derzeit stattfindenden Info-Veranstaltungen den Eindruck, dass bereits Verhandlungen zu Rahmenvereinbarungen mit dem Bayerischen Bauernverband geführt werden. Der BBV weist ausdrücklich darauf hin, dass bisher keine Verhandlungen geführt wurden. Der BBV verlangt, dass die berechtigten Kritikpunkte und Anliegen der Grundeigentümer und Bewirtschafter aufgegriffen und ernst genommen werden müssen.
bbv
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Kommentare 
kurri Altbauer 86 schrieb am 22.10.2016 11:41 Uhrzustimmen(116) widersprechen(130)
Wir könnten uns diesen ganzen Kampf um das „liebe Geld“ und der Profitgier der beteiligten Wirtschaft ersparen! Dipl.-Ing. Tetzlaff schlägt in seinem Buch Wasserstoff für Alle, die Umwandlung in die Gasform vor. Durch ein 60 cm dickes Rohr lässt sich dieselbe Energiemenge von der Küste nach dem Süden transportieren! Die Natur würde weitgehend geschont, es träten keine unerwünschten negativen Nachteile auf. Das aus Russland importierte Erdgas wird doch auch so verteilt. Sind dabei schon mal irgend welche Unfälle passiert? Der Strom, der durch die gigantischen Stromautobahnen geführt wird,verliert ohne Umwandlung in Gleichstrom gut die Hälfte auf dem Weg nach Süden, sofern er Oberirdisch verschickt wird! Können wir uns eigentlich solche Verschwendungen erlauben? Was man jetzt mit der Verlegung von Erdkabeln plant, ist genau so idiotisch! Hauptsache es werden große Gewinne erwirtschaftet auf unsere Kosten! Warum wird die Wasserstoffwirtschaft nach Tetzlaff nicht zumindest mal getestet? Für uns Bauern könnte das doch nur Vorteile bringen! Unsere Zugtiere benötigten ca. 3 Mill. ha Futterfläche. Darauf könnten nachwachsende Rohstoffe angebaut werden. Daraus ließe sich dann durch Vergasung Wasserstoff gewinnen. Auf dieser Fläche werden heute vorwiegend Marktfrüchte angebaut, für einen ausgeglichenen Markt einfach zu viel! Der Getreidepreis liegt um 35% unter dem von 1950! Die erzielten Mehrerträge sind recht teuer von der chem. Industrie erkauft worden!
agricola pro agricolas schrieb am 21.10.2016 11:04 Uhrzustimmen(68) widersprechen(49)
Nicht nur thermische Strahlung, sondern auch anderweitige Strahlungen, die beim Stromdurchfluss von diesen Leitungen ausgehend emittiert werden (u.a. Magnetfelder etc. pp.), sind nach wie vor weitestgehend unbekannt. Begründet hierauf vielleicht die enorme Trassenbreite!?// Demgegenüber aber ganzjährige Fussbodenheizung für unsere Flora und Fauna!!! Gleichzeitig versehen mit einem clever funktionierenden Bewässerungssystem ergäben sich ganz neue Nutzungseffekte. Vielleicht ermöglichte man dadurch gar das Heranreifen u. Beernten gleich mehrerer Fruchtarten in nur einer Vegetationsperiode; unter idealen Voraussetzungen können sogar problemlos Unterglaskulturen im Freiland auf diesen Flächenarealen betrieben werden!? Die EURONEN sprießen jedenfalls!!! Dem jeweiligen Eigentümer wird hierbei kostenlos „unterirdische Abwärme“ zur Verfügung gestellt; hoffentlich kommt unsere Fiskalverwaltung nicht auf den aberwitzig abartigen Gedanken, hier den Steuerhebel ansetzen zu wollen, ähnlich einer Abwärmenutzungsbesteuerung z.B. bei den Biogasanlagen. So manchem Biogasanlagenbetreiber wachsen hierüber heute viele grauen Haare, weil bereits eine berechnungsfähige Mengenerfassung an sich erhebliche Probleme bereitet, der starrsinnige Amtsschimmel ungeachtet dessen jedoch unbeirrbar wiehert. - Gelegenheit schafft leider oftmals seltsam kreative (fiskale) Gedanken!? (Ironie off :-) ) // Spass beiseite! - Es zieht sich leider wohl wieder zeitlich absehbar ein unansehnlicher Bandwurm durch die deutsche Kulturlandschaft mit erheblich prägendem Bild. Im Rahmen der deutschen Wiedervereinigung wähnte ich solche leidige geradlinig unnatürliche „Bandwürmer“ im eigentlichen der Vergangenheit angehörend. - Schleunigst sollten Größenordnungen in Zahlen für jedermann öffentlich zugängig gemacht werden, welche finanzielle Bereicherung ein solches Abgreifpotential für die jeweiligen Kommunen bisher bereits darstellt. Die meisten Gemeinden und Städte verfügen übrigens über hinreichend immobiles Vermögen. Was stünde in vorderster Priorität alternativ hier einem angemessenen Flächentausch mit den von der Stromtrasse betroffenen Flurstücken entgegen; selbstredend unter Einbeziehen der gesicherten „ Renditen“ in die Zukunft. Kommunale Kassen werden mit regelmäßigen Dienstbarkeitsentschädigungen in Form von Konzessionsabgaben an jene tangierten öffentlich rechtlichen Rechtsträger gesichert geflutet werden. Diese Liegenschaften stellen für die jeweiligen Kommunen eine durchgängige finanzielle Bereicherung dar, wohingegen ein betroffener Privateigentümer dato hier aktuell finanziell ins Leere schaut. Für letzteren außer Kosten und Ärger in Form einer privatrechtlichen Enteignung nichts gewesen!? Eine einmalige Entschädigungszahlung kommt hier wirklich nur erbärmlichen Peanuts gleich! Sollte die jeweilige Gemeinde nicht über hinreichend Tauschfläche verfügen, so ist ggf. anderweitiges staatliches Immobilieneigentum der Landkreise bzw. des Bundes heranzuziehen, falls gewünscht. Ein auszuarbeitendes Angebot für derartigen Flächentausch stünde in vorderster Priorität auf der kurzfristigen TO-DO-LISTE! // Die aktuellen Aufklärungswellen seitens der Netzbetreiber durch die deutschen Lande zeigen eine weitgehende Zufriedenheit der Bürger mit sogar einem noch toppend eingeforderten größtmöglichen Kosteneinsparpotential seitens der interessierten aufklärungsbedürftigen Teilnehmer (optimierte GRADLINIGE Trassenführung ohne Umwege!-???), ohne dass man sich der weitreichenden Konsequenzen für die Natur und damit der gesicherten Beeinträchtigungen der jeweiligen Flächeneigentümer für alle Zukunft bewusst zu sein scheint. Man/Bürger ist ganz weit weg selbst von der eigenen Scholle!!! Diese „Trassen-Akzeptanz“ wird sich wohl keineswegs aber in einer entsprechenden Pachtzinsreduzierung bzw. einem gänzlichen Wegfall selbiger widerspiegeln. Hinsichtlich dieser Interessenlage findet der sofortige Seitenwechsel wieder statt und wie gehabt ist VIEL immer noch VIEL ZU WENIG. // Unsere lokalen Volksvertreter reiben sich schon ihre Hände angesichts der zusätzlich üppig sprudelnden kommunalen Einkommensquellen ohne jedwede eigene Bemühungen. Wenn eine Kommune mit nur 1000 Meter Leitungslänge von dieser Stromtrasse betroffen ist, kann bei einer Trassenbreite von bis zu 60 Metern mit welchen fortlaufenden Renditen kalkuliert werden, die turnusmäßig für die fernere Zukunft in die öffentlichen Kassen gespült werden!? Das gigantische Flächenbedarfspotential kann sich jeder gut und gerne selbst ausrechnen. // Wieder einmal sind die deutschen Bauern die ausgemachten Dummen. Ein neuer Nasenring brandmarkt diese und gereicht ihnen ganz sicher nicht zur Zierde. Wer aber hat Bauerninteressen hierbei noch weitblickend im Auge, wenn an anderer Stelle in jedem Falle die EURONEN förmlichst aus dem Boden sprießen ohne selbst nur einen Finger überhaupt krumm machen zu müssen!?
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