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16.07.2012 | 10:15 | Antibiotika 
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Antibiotika-Einsatz in Tierhaltung umfangreicher als angenommen

Berlin - Der umstrittene Einsatz von Antibiotika in der Tiermast hat nach Einschätzung des Bundeslandwirtschaftsministeriums ein größeres Ausmaß als angenommen.

Tiermast
(c) proplanta

«Bisher ging man in Schätzungen von bundesweit etwa 780 Tonnen Antibiotika aus, die jedes Jahr in der Tierhaltung verabreicht werden», sagte ein Ministeriumssprecher der Nachrichtenagentur dpa in Berlin.

«Wir gehen davon aus, dass die tatsächlich eingesetzte Menge noch höher ist.» Hintergrund ist eine laufende erstmalige Erfassung, wie viele Tierarzneimittel genau in den Verkehr gebracht werden.

Die neuen Zahlen sollen auch zeigen, in welchen Regionen Antibiotika besonders intensiv eingesetzt werden.

Die Daten, die noch beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz ausgewertet werden, sollen in den kommenden Wochen veröffentlicht werden.

Antibiotika dürfen nur zur Behandlung kranker Tiere eingesetzt werden. Studien haben aber einen massenhaften Einsatz bei Masttieren ergeben, vor allem bei Geflügel.

Über den Verzehr von Lebensmitteln können Menschen Keime aufnehmen, die gegen Antibiotika unempfindlich sind. Das kann dazu führen, dass die Arznei auch bei kranken Menschen nicht anschlägt.

Der Antibiotika-Einsatz kann nach Angaben der Bundesregierung weitere Auswirkungen auf die Landwirtschaft haben. So können Rückstände, die Tiere nach der Anwendung ausscheiden, in den Boden, in Gewässer und das Grundwasser gelangen.

Eine «verstärkte Aufmerksamkeit hinsichtlich der möglichen Bildung von Resistenzen» sei daher etwa beim Ausbringen von Gülle notwendig. Möglich sei auch, dass Antibiotika-Spuren von Nutzpflanzen aufgenommen werden.

Bundesministerin Ilse Aigner (CSU) plant eine Verschärfung des Arzneimittelgesetzes, um Antibiotika in der Tiermast auf ein Minimum zu beschränken.

Tierärzte sollen sie nur noch in engeren Grenzen einsetzen dürfen. Strenger gefasst werden sollen etwa Regeln zu Anwendungsdauer und Dosis. Antibiotika, die auch Menschen bekommen, sollen nur noch unter besonderen Voraussetzungen über die Zulassung hinaus benutzt werden dürfen, etwa für andere Tierarten.

Zudem soll eine neue bundesweite Datenbank den Länderbehörden einen Überblick zum Tiermedikamenteneinsatz verschaffen, um eine bessere Kontrolle zu erreichen.

«Der Bund setzt hierfür den Rechtsrahmen, die Länder sind vor Ort für die Überwachung der Betriebe zuständig», sagte der Ministeriumssprecher. Bauernhöfen, die übermäßig Antibiotika verwenden, soll künftig auch ein geringerer Einsatz vorgeschrieben werden können. (dpa)
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Antonietta schrieb am 16.07.2012 22:12 Uhrzustimmen(169) widersprechen(135)
Ohne Antibiotika keine Massentierhaltung: Bis zu acht verschiedene Antibiotika werden in einer Massentierhaltung dem jungen Geflügel über das Futter oder Trinkwasser verabreicht. Oft werden die Medikamente nur über einen kurzen Zeitraum – ein bis zwei Tage, statt der medizinisch notwendigen drei bis sechs Tage beigemischt. Nicht selten leben bis zu 40.000 Tiere auf engstem Raum in einem Stall. Unter solchen Bedingungen entstehen laufend Infektionen. Deshalb kommt die Schnellmast von Hähnchen, Pute und Gänsen in engen, überfüllten Ställen meistens nicht ohne Antibiotika aus. Das sollten die Verbraucher wissen. Anders kann preisgünstiges Geflügel nicht erzeugt werden.Maximal 5 Cent pro Tierkassiert ein Geflügelzüchter. Bei 40.000 Hähnchen sind das 2.000 Euro Gewinn. Sind die Tiere krank, dann legen sie kein Gewicht zu, mit der Folge, dass der ohnehin schmale Gewinn schrumpft. Aber nicht nur gegen Infektionen werden Antibiotika als Medikamente eingesetzt, sondern laut Untersuchung auch als Mastbeschleuniger, damit die Tiere in den üblichen 35 Tagen das gewünschte Schlachtgewicht erreichen. Als Masthilfsmittel sind Antibiotika jedoch verboten, eine Meldepflicht existiert nicht.
Eckard Wendt, AGfaN e.V. schrieb am 16.07.2012 17:21 Uhrzustimmen(191) widersprechen(104)
Intensivtierhaltung ohne Einsatz von Antibiotika und anderen Medikamenten? Wie soll das gehen? Die Tiere kommen ständig mit dem eigenen Kot in Berührung. Das ist besonders dann der Fall, wenn er wie bei Geflügel auf die Einstreu fällt. Man stelle sich mal sehr viele Menschen unter diesen Bedingungen, also dichtgedrängt ohne sanitäre Einrichtungen vor. Da würden logischerweise binnen weniger Tage Krankheiten oder gar Seuchen ausbrechen ... Was wir brauchen ist eine natürliche Haltung mit Auslauf und Tageslicht, das durch seinen UV-Lichtanteil keimtötend wirkt, und die es den Tieren ermöglicht, den erforderlichen Individualabstand einzuhalten und angeborene Verhaltensweisen auszuüben.
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