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01.04.2021 | 13:03 | Osterfeiertage 

Fisch statt Fleisch: Thüringens Fischbetriebe vor Ostern

Hörselberg-Hainich / Themar / Erfurt - Kurz vor Karfreitag und dem Osterfest haben hiesige Fischzüchter und Direktvermarkter alle Hände voll zu tun.

Fisch zu Ostern
Kurz vor Ostern ist nicht nur Lammfleisch gefragt. Auch Fisch soll zu Karfreitag und Ostern auf den Teller kommen. Bei den Betrieben herrscht Hochbetrieb - obwohl die Corona-Krise auch dort zumindest an einer Stelle deutlich zu spüren ist. (c) proplanta

«Vor Ostern steigt die Nachfrage und alle wollen die Ware meist auch erst kurz vorher, weil der Fisch ja frisch sein soll», sagte Sabine Bergemann, Geschäftsführerin der Direktvermarktung Gebhardt. Das Familienunternehmen betreibt in Sättelstädt (Wartburgkreis) unter anderem eine Forellenzucht und verkauft diese auch im eigenen Hofladen und Imbiss.

Rund 100.000 Regenbogen- und Lachsforellen in verschiedenen Entwicklungsstadien schwimmen dort durch die Becken. «Die großen Lachsforellen bringen zwei Kilo auf die Waage und reichen für vier bis fünf Personen», erklärte die auf Fischzucht spezialisierte Agrarwissenschaftlerin Bergemann. Die kleineren Lachsforellen können dagegen jeweils auf dem Teller eines Tafelgasts Platz finden.

«Es ist alles im grünen Bereich, es ist genug Fisch da und die Hofläden sind gut aufgestellt», sagte Markus Lichtenecker. Er ist Geschäftsführer des vergleichsweise großen Forellenhof Themar. Auch das Unternehmen betreibt einen eigenen Hofladen, beliefert aber auch andere mit frischer Ware, darunter der Fischhofladen im Kressepark Erfurt. Zudem können Angler dort selbst aus einem Teich unter anderem verschiedenen Forellen fischen. Eine Besonderheit seien die Störe, die der Forellenhof anbietet, sagte Lichtenecker.

Er beobachtet im aktuellen Ostergeschäft eine Veränderung: Durch die mit der Krise verbundene Verunsicherung seien die Kunden dazu übergegangen, etwas zeitiger vor dem Osterfest ihre Fische zu kaufen. Auf die Betriebsabläufe selbst habe die Pandemie kaum Auswirkungen. «Wir haben arbeiten ja vorwiegend im Außenbereich, da lassen sich Abstandsbedingungen hervorragend einhalten», so Lichtenecker.

Was er und Bergemann allerdings stellvertretend für die Branche berichten, ist, dass durch die Corona-Krise gerade auch zu Ostern wichtige Abnehmer ausblieben. «In der Nahrungsmittelbranche sind die Auswirkungen von Corona geringer, aber dass die Nachfrage von Hotels und Gaststätten fehlt, führt an der Stelle schon zu Umsatzeinbußen», sagte Bergemann. Auch Lichtenecker erklärte: «Was auffällig ist, ist die fehlende Gastronomie. Das ist schon frappierend.»

Allerdings führte die Pandemie umgekehrt dazu, dass mehr Menschen zuhause kochen, so Bergemann. Dort sei die Nachfrage gut. Zwar könne die Direktvermarktung Gebhardt ihre eigene Gaststätte aktuell nicht öffnen. Fischbrötchen und Co. gebe es aber über Imbissverkauf zum Außerhausverzehr. Lichtenecker sagte, der Thüringer Branche komme ohnehin eine Entwicklung zugute: «Es ist ein sehr erfreulicher Trend, dass die Leute mehr Wert auf die Ernährung legen und Hofläden kaufen, weil sie darauf achten, woher die Ware kommt und welche Qualität sie hat.»

Auch das Landwirtschaftsministerium erklärte, dass sich die Pandemie für die Fischbetriebe bislang auf die Vermarktung an Gaststätten und Hotels auswirke, die meisten Unternehmen dafür aber einen zunehmenden Zuspruch und Kundenzulauf in den Hofläden verzeichneten. «Einzelne Unternehmen mussten dennoch im Sommer 2020 Soforthilfen in Anspruch nehmen», teilte ein Ministeriumssprecher mit.

Etwa 60 Unternehmen, die Aquakultur betreiben, gab es laut Erhebung des Landesamts für Statistik im Jahr 2019 in Thüringen. Daneben gibt es dem Ministerium zufolge auch Kleinsterzeuger, die in der Statistik nicht auftauchen. 2019 produzierten die 60 Betriebe rund 727 Tonnen Speisefisch. Fast die Hälfte davon machten Regenbogenforellen aus, mehr als ein Viertel Karpfen.

Größere Probleme als die Pandemie bereiteten den Betrieben in den vergangenen Jahren ausbleibender Regen. Das habe den Unternehmen sehr zugesetzt und die Erzeugung beeinträchtigt, hieß es aus dem Ministerium. Zudem bereiteten fischfressende, geschützte Tiere mitunter Probleme. «Ob Otter oder Graureiher - ganz vielen schmeckt unser Fisch», sagte etwa Lichtenecker.

Die Unternehmen erhalten aber auch Gelder aus dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds: Bis Ende 2023 stellt das Agrarministerium insgesamt 5,3 Millionen Euro Fördermittel für sie bereit, wovon 1,3 Millionen Landesmittel sind. Die Gelder könnten etwa zum dem Schutz der Anlagen vor Raubtieren, oder für Pump- oder Belüftungsanlagen genutzt werden. Schäden durch Fischfresser aus dem Tierreich würden zudem mit Mitteln aus dem Landeshaushalt anteilig ausgeglichen.

Gerade für Christen hat das Fischessen zu Ostern, besonders aber kurz vor Ende der Fastenzeit an Karfreitag Tradition und Fisch wird dann gerne auch als Fleischersatz verspeist.
dpa/th
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