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27.11.2022 | 03:39 | Tiergesundheit 

Kälbergesundheit ab 2023 noch wichtiger

Bonn - Noch mehr Aufmerksamkeit für die Gesundheit von Kälbern hat der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) mit Blick auf die ab dem kommenden Jahr verschärften Vorschriften für Tiertransporte angemahnt.

Kälbergesundheit
(c) proplanta
Wie der BfT am Freitag (25.11.) in Bonn erklärte, schreibt die Neufassung der Tierschutztransportverordnung nämlich bei betriebsübergreifenden Transporten von Kälbern eine Verdopplung des Mindestalters der Tiere auf 28 Tage vor. Deshalb sei in den anstehenden Wintermonaten besonderes Augenmerk auf die Atemwege der Kälber zu richten.

Die sogenannte Kälbergrippe trete zwar insbesondere bei Tieren im Alter zwischen drei und sechs Monaten auf, könne aber auch schon bei jüngeren Kälbern zu erheblichen Problemen führen. Der Aufbau eines entsprechenden Immunschutzes sei in dieser Phase besonders wichtig, etwa über eine optimale Versorgung hochtragender Muttertiere, gute Geburtshygiene, die schnelle Versorgung mit einer ausreichenden Menge an Kolostrum sowie Vitaminen und Eisen zur Vermeidung einer Eisenmangelanämie.

Gleiches gelte für die Vermeidung von Stress, beispielsweise durch Gruppen- oder Futterumstellungen. Zudem sei für ausreichend Luftzufuhr ohne Zugluft zu sorgen. Eine zentrale Maßnahme bei den Haltungsbedingungen liege in der Verminderung der Belastung mit Schadgasen und hier insbesondere Ammoniak. Gerade in eingestreuten Tiefboxen bestehe die Gefahr, dass die Kälber dieses Gas einatmeten, das sich über der Einstreu ansammle.

Wichtige Ansätze zur Verbesserung des Stallklimas sind laut BfT die Verringerung der Belegdichte und die regelmäßige Entfernung der Mistmatratze. Optimal sei indes die Außenklimahaltung, bei der allerdings ein windgeschützter, trockener Bereich gewährleistet sein müsse. Gute Bedingungen für die ersten Lebenswochen biete deshalb die Haltung im Außenbereich in Einzel- oder Gruppeniglus oder Hüttensystemen mit einem freien, aber zum Teil überdachten Auslauf.

In Milcherzeugerbetrieben, in denen Probleme mit der Erkrankung aufgetreten seien, sollten Kälber und Jungrinder im Alter bis zu einem Jahr gegen Rindergrippe immunisiert werden. Empfehlungen gebe die Leitlinie zur Impfung von Rindern und kleinen Wiederkäuern der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet).
AgE
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