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20.09.2020 | 06:01 | Schweinebestände 2020 

Mehr Schweine in Europas Ställen

Luxemburg - Die Schweinehalter in der Europäischen Union haben ihre Bestände in den zwölf Monaten bis zum Frühsommer 2020 aufgestockt.

Schweine in Europa
Erhebungen im Frühsommer 2020 zeigen einen um 1,3 Prozent ansteigenden EU-Bestand im Vorjahresvergleich - Erzeuger in Polen und Dänemark stocken Herden am stärksten auf - Spaniens baut seine Spitzenposition aus - In Deutschland und den Niederlanden werden dagegen weniger Schweine gehalten - Auch Sauenbestand in der Gemeinschaft nimmt moderat zu - Schweinefleischerzeugung in den Mitgliedstaaten im ersten Halbjahr 2020 rückläufig . (c) proplanta

Das geht aus aktuellen Daten des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) hervor. Demzufolge wurden in zwölf der 13 Mitgliedstaaten, in denen es eine Sommerzählung gibt und die etwa 92 % des Gesamtbestandes der EU-27 repräsentieren, im Mai beziehungsweise Juni 2020 insgesamt rund 131,0 Millionen Schweine gehalten; das waren 1,63 Millionen Stück oder 1,3 % mehr als bei der vergleichbaren Vorjahreserhebung.

In nahezu allen Tierkategorien hat es den Luxemburger Statistikern zufolge Bestandszuwächse gegeben. Bei den Ferkeln und Läufern bis 50 kg betrug der Anstieg gegenüber der Vorjahreserhebung 0,7 % auf 68,33 Millionen Tiere. Die Zahl der mittlerweile bereits vermarkteten Mastschweine nahm mit 1,13 Millionen Stück oder 2,2 % auf 52,50 Millionen Tiere noch stärker zu.

Die Erzeuger in den zwölf EU-Staaten haben zudem mehrheitlich ihre Sauenherden aufgestockt. Die Zahl der Muttertiere legte binnen Jahresfrist insgesamt um 51.400 Stück oder 0,5 % auf 10,06 Millionen Tiere zu, was vor allem an der höheren Zahl nicht tragender Tiere lag.

Bei den insgesamt 6,95 Millionen gedeckten Sauen war auffällig, dass der Anstieg bei den erstmals tragenden Tieren mit 1,9 % auf 1,26 Millionen Stück überdurchschnittlich ausfiel. Bei den nicht belegten Zuchtsauen war der Zuwachs bei den Jungtieren mit 5,8 % auf fast 1,23 Millionen Stück noch stärker ausgeprägt als in den anderen Tierklassen.

Corona-Einfluss auf Tierbestände



Nach den bisher vorliegenden Daten der europäischen Viehbestandserhebung haben sich in sechs EU-Staaten die Schweinebestände im Vorjahresvergleich erhöht und damit für den Gesamtanstieg gesorgt. Dies war insbesondere in Polen mit einem Zuwachs von gut 650.000 Tieren oder 6,0 % auf 11,43 Millionen Schweine der Fall. Dort waren 2019 - auch wegen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) - die Bestände auf ein Mehrjahrestief gesunken.

Kräftig ausgebaut haben zudem die dänischen Erzeuger ihre Herden, und zwar um 611.000 Stück oder 4,9 % auf 13,16 Millionen Schweine, womit dort erstmals seit 2007 wieder im Frühsommer die Marke von 13 Millionen Stück überschritten wurde. Allerdings dürften laut dem dänischen Dachverband der Agrar- und Ernährungswirtschaft L&F auch die Folgen der Corona-Pandemie das Ergebnis beeinflusst haben.

In den Schlachtbetrieben hätten aus Gründen der Seuchenprävention nicht alle Kapazitäten voll genutzt werden können und es habe Vermarktungsschwierigkeiten gegeben, was zu einem ungewöhnlich hohen Anstieg des Mastschweinebestandes von 11,1 % geführt habe, erläuterte L&F. Ähnliches dürfte wegen coronabedingt eingeschränkt nutzbarer Schlacht- und Zerlegekapazitäten in Italien gegolten haben. Dort nahm der Schweinebestand insgesamt um 3,1 % auf 8,91 Millionen Tiere zu, wofür vor allem die höhere Zahl an Mastschweinen sorgte.

Spanien an der Spitze



In Spanien war zwar der inländische Verbrauch von Schweinefleisch durch die Corona-Krise aufgrund des langen Lockdowns und fehlender Touristen beeinträchtigt; die Fleischindustrie war aber kaum von Betriebsschließungen wegen erkrankter Mitarbeiter betroffen.

Wie bereits in den Vorjahren stockten die spanischen Erzeuger ihre Schweineherden weiter auf. Der Gesamtbestand nahm im Mai 2020 gegenüber der Vorjahreserhebung um 911.000 Tiere oder 3,0 % auf die neue Rekordmarke von 31,37 Millionen Stück zu. Damit wurde die Spitzenposition in der EU weiter ausgebaut; die Iberer halten mittlerweile 5,9 Millionen Schweine mehr als das zweitplatzierte Deutschland.

Der jüngste Bestandszuwachs resultierte vor allem aus dem um 5,3 % auf 12,47 Millionen gestiegenen Mastschweinebestand. Bei den Ferkeln bis 20 kg war hingegen ein Minus von 1,5 % auf 8,91 Millionen Stück zu verzeichnen, wahrscheinlich weil in Corona-Zeiten die Ferkelzufuhr aus anderen EU-Ländern gestört war.

Die Sauenherde in Spanien wuchs eher moderat, nämlich um 0,7 % auf 2,55 Millionen Tiere. Ansonsten wurde noch für Österreich ein Bestandsplus von 1,6 % auf fast 2,70 Millionen Stück gemeldet; in Irland ging es um 1,0 % auf 1,63 Millionen Stück nach oben.

Produktionsaufgaben in den Niederlanden



In der Hälfte aller Länder, für die Daten vorliegen, waren im Frühsommer weniger Schweine als zwölf Monate zuvor eingestallt. So setzte sich in Deutschland die seit 2018 zu beobachtende Verringerung der Tierzahlen weiter fort. Nach dem endgültigen Ergebnis des Statistischen Bundesamtes (Destatis) nahm die Zahl der hierzulande gehaltenen Schweine gegenüber Mai 2019 um 480 000 Stück oder 1,8 % auf 25,48 Millionen ab.

Ähnlich stark schrumpfte relativ gesehen mit einem Minus von 1,5 % auf 12,03 Millionen Tiere der Bestand in den Niederlanden. Dort gaben zahlreiche Betriebe im Rahmen der „warmen Sanierung“, einem staatlich subventioniertem Programm zur Produktionsbeendigung, die Schweinehaltung auf. Mit diesem soll eine Extensivierung in regionalen Produktionshochburgen zur Vermeidung von Geruchsbelästigungen für die Nachbarschaft sowie die Senkung von Umweltbelastungen erreicht werden.

Der deutlichste Abbau der Schweinebestände erfolgte jedoch mit 6,4 % auf 1,36 Millionen Stück in Schweden, womit die Zugewinne des Vorjahres wieder verschwunden sind. In Rumänien setzt sich die Talfahrt der Schweineproduktion weiter fort; aufgrund der dortigen ASP-Probleme nahm der Bestand binnen Jahresfrist um 1,5 % auf 3,67 Millionen Stück ab. Nur geringfügig eingeschränkt wurde die Schweinehaltung in Belgien mit 0,4 % auf 6,07 Millionen Tiere sowie in Frankreich mit von 0,2 % auf 13,21 Millionen Stück.

Viel mehr Sauen in Polen



Eine Aufstockung der Sauenherden erfolgte laut Eurostat in acht der zwölf betrachteten Länder. Wie beim Gesamtbestand, lag auch hier Polen mit einer Zunahme gegenüber der Vorjahreserhebung um 5,3 % auf 795.000 Muttertiere EU-weit vorne.

In Schweden gab es laut Eurostat einen starken Zuwachs bei den gedeckten Sauen, was zu einem Anstieg der gesamten Sauenpopulation von 4,9 % auf 134.000 Stück führte. In Italien stockten die Halter ihren Sauenbestand um 2,1 % auf 591.000 Stück auf; in Dänemark nahm die Haltung dieser Tiere um 1,9 % auf 1,25 Millionen zu.

Ein vergleichsweise starkes Plus von 2,9 % auf 229.000 Sauen verzeichnete zudem Österreich. In Belgien und den Niederlanden blieben die Sauenbestände weitgehend stabil, obwohl die Erzeuger die Schweinezahl insgesamt verringert haben. Der bisher stärkste gemeldete Abbau der Zuchtsauenbestände erfolgte in Rumänien mit 5,7 % auf 237.000 Tiere.

Für Deutschland wird ein Minus von 29.000 Stück oder 1,6 % auf 1,8 Millionen Muttertiere ausgewiesen. Auch in Frankreich schränkten die Erzeuger ihre Produktionskapazitäten ein; die dortige Zahl an Sauen sank im Vorjahresvergleich um 1,3 % auf 943.000 Tiere.

Weniger Schweine am Haken



Obwohl die Schweinebestände nach den bisher vorliegenden Ergebnissen von Eurostat im Frühsommer 2020 gegenüber der Vorjahresperiode gestiegen sind, hat die Schweinefleischerzeugung in der Gemeinschaft im ersten Halbjahr dieses Jahres leicht abgenommen.

Laut vorläufigen Daten der Luxemburger Statistiker kamen in den 27 Mitgliedstaaten zuzüglich des Vereinigten Königreichs in den meldepflichtigen Schlachtbetrieben insgesamt 125,20 Millionen Schweine an den Haken; das waren gut 2 Millionen Tiere oder 1,6 % weniger als von Januar bis Juni 2019. Die Schlachtgewichte lagen dabei meist über dem Vorjahresniveau, weshalb die Schweinefleischerzeugung nur um 0,8 % auf 11,78 Mio t zurückging.

Entgegen dieser Entwicklung bauten die Spanier nach zuvor wachsenden Beständen ihre Produktion deutlich aus. Die Schweineschlachtungen nahmen dort im Vorjahresvergleich um gut 850.000 Tiere oder 3,2 % auf 27,61 Millionen Stück zu. Damit rangierte Spanien klar vor Deutschland, für das von Eurostat im ersten Halbjahr 2020 ein Schlachtungsrückgang von 1,5 % auf 26,78 Millionen Stück ausgewiesen wird.

Bei der Schweinefleischerzeugung lagen die Iberer mit 2,51 Mio t aufgrund der geringeren Schlachtgewichte der Schweine noch hinter Deutschland mit knapp 2,56 Mio t. Teilweise waren die Daten zu Schlachtungen und Fleischerzeugung auch von Corona beeinflusst. So meldete Italien beim Schlachtaufkommen ein starkes Minus von 13,6 % auf 5,16 Millionen Schweine, weil die Verarbeitung der Tiere in den Fleischbetrieben durch die Folgen des Virus beeinträchtigt war.
AgE
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