Donnerstag, 01.06.2023 | 21:08:21
Vorsprung durch Wissen
schließen x
Suchbegriff
Rubrik
 Suchen
Das Informationszentrum für die Landwirtschaft
08.10.2022 | 13:05 | Fischwirtschaft 

Schwache Karpfenernte erwartet

Peitz - Der Landesfischereiverband rechnet in dieser Saison mit einem knappen Angebot an Karpfen aus Brandenburg.

Karpfen
Die Spreewaldgurke ist eine geschützte geografische Marke - jetzt kommt der Peitzer Karpfen dazu. In der Lausitz ist die Freude über die Auszeichnung groß. Für die Karpfenernte in Brandenburg ist der Fischereiverband jedoch wenig optimistisch. (c) proplanta
Vor allem Kormorane aber auch Fischreiher und Fischotter fressen immer mehr Fische aus den Teichen, wie Verbands-Geschäftsführer Lars Dettmann der Deutschen Presse-Agentur sagte. Es gebe teils 60 bis 90 Prozent Verluste.

Der Wassermangel erleichtere den Vögeln die Jagd noch, so dass sich das Problem verschärft habe. Zudem gehe er davon aus, dass die Verbraucher auch wegen der höheren Energiekosten mehr für den Karpfen bezahlen müssten, sagte Dettmann. Zahlen wollte er nicht nennen.

Seit langem klagen Fischereibetriebe über geringere Erträge wegen der Kormorane. Die Wasservögel stehen unter Schutz, aber ein Abschuss ist möglich. Es werden Dettmann zufolge um die 1.600 Kormorane jährlich mit Ausnahmegenehmigungen an Teichen geschossen. «Wir kommen nicht hinterher.» Auch der Arbeitskräftemangel und der Mindestlohn belasteten die Betriebe.

Bei Fischzüchtern in der Lausitz ist derzeit die Freude groß, weil der Peitzer Karpfen eine besondere Auszeichnung der EU erhalten hat. Er wird künftig durch ein Herkunftssiegel und damit vor Fälschungen geschützt - so ist das auch bei der Spreewaldgurke, beim Parmaschinken und beim Champagner.

Der Peitzer Karpfen darf nur so heißen, wenn er tatsächlich aus den speziellen Gebieten in den Landkreisen Spree-Neiße und Dahme-Spreewald kommt. In einer Mitteilung der EU-Kommission hieß es, das Fleisch des Peitzer Karpfens besteche durch seinen charakteristischen Geschmack und seinen aromatischen Duft.

Beantragt hatte das Herkunftssiegel der Lausitzer Fischereiverein 1874. Der Vorsitzende Dietrich Kunkel sagte, sechseinhalb Jahre sei daran gearbeitet worden. Jetzt sei es leichter, «Trittbrettfahrer» abzuschrecken. Die regionale Herkunft werde gestärkt. Jeder 20. gegessene Karpfen in Deutschland komme aus Peitz, sagte Kunkel. Zur Karpfenernte wird für Ende Oktober ein Fischerfest in Peitz organisiert.

In Brandenburg züchten laut Fischereiverband 23 Betriebe Karpfen. Nach Angaben des Landesamtes für Statistik wurden im vergangenen Jahr fast 574 Tonnen erzeugt. Sein Anteil an den in Aquakultur in Brandenburg erzeugten Fischen beträgt demnach 67 Prozent. Im Vergleich zum Jahr 2020 sank die Produktionsmenge aber um beinahe 110 Tonnen.
dpa/bb
Kommentieren
weitere Artikel

Status:
Name / Pseudonym:
Kommentar:
Bitte Sicherheitsabfrage lösen:


  Weitere Artikel zum Thema

 Wölfe und Fischotter können in Bayern leichter abgeschossen werden

 CDU in Sachsen will Teichwirte besser vor Fischräubern schützen

 Antragsfrist für Förderung nachhaltiger Fischwirtschaft verlängert

  Kommentierte Artikel

 Thüringens Agrarministerin will Ökolandbau-Anteil bis 2027 auf Bundesniveau

 Mehlschwalben und Mauersegler machen sich rar

 BN-Chef hält Angst vor Wölfen für unbegründet

 Offener Brief an Umweltministerin Lemke zur Trophäenjagd

 Installation von Balkonkraftwerken soll erleichtert werden

 Nordzucker trotzt Krisen und steigert den Gewinn deutlich

 Mehr Fläche, weniger Bürokratie: Habeck will mehr Windkraft an Land

 Schutz von Bestäubern laut FAO entscheidend

 HBV verteidigt Start der Mähsaison

 Sind Wärmepumpen wirklich zu teuer, zu alt, zu kalt?