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12.10.2021 | 05:43 | Ostseefischerei 

Verhandlungen über Fischfangmengen in der Ostsee gestartet

Luxemburg - Die EU-Länder haben am Montag mit ihren wohl entscheidenden Verhandlungen über die künftigen Fischfangmengen in der Ostsee begonnen.

Ostseefischerei
(c) Ralf Gosch - fotolia.com
Sie stehen im Zeichen sinkender Bestände. Vor allem bei den für Deutschland wichtigen Beständen von Dorsch und Hering in der westlichen Ostsee ist die Lange dramatisch.

Die EU-Kommission will untersagen, diese Fische gezielt zu fangen. Nur als Beifang sollen sie noch in den Netzen landen dürfen. Die Vorschläge basieren auf wissenschaftlichen Gutachten des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES). Die Minister müssen nun eine Einigung finden.

Der zuständige EU-Kommissar Virginijus Sinkevicius betonte am Montagmorgen, die Debatte über die Fangmengen habe nicht nur eine ökologische, sondern auch eine soziale Dimension. Die Ostseefischerei etwa in Deutschland ist auf Schrumpfkurs: Nach Angaben der Anrainerländer Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein wurden zuletzt gut 400 Berufsfischer an der Ostsee gezählt. 2010 waren es rund 650, Anfang der 90er Jahre mehr als 1.300 gewesen.

Umweltschützer kritisieren schon lange zu hohe Fangmengen, warnen vor Überfischung und erheblichen Schäden für das Ökosystem. Nach Angaben des BUND etwa sind sechs von zehn Beständen in der Ostsee «außerhalb sicherer biologischer Grenzen» - sie sind also nicht mehr groß genug, um ausreichend Nachwuchs zu zeugen.

«Die Zeit, einen vollständigen Kollaps des Ökosystems in der Ostsee zu verhindern, wird knapp.» Der WWF hatte mit Blick auf den Dorsch-Bestand in der westlichen Ostsee kritisiert, Warnungen seien «als hysterisch abgetan und konsequent ignoriert» worden. Die Politik habe 20 Jahre lang versagt, den dortigen Dorsch verantwortungsvoll zu managen.

Nicht nur Berufsfischer, auch Angler könnten neue Auflagen bekommen. Derzeit dürfen Freizeitfischer - außer in der Schonzeit - fünf Dorsche pro Tag fangen. Dies könnte nun deutlich reduziert werden. Wann sich die Ministerinnen und Minister der EU-Staaten einigen werden, steht noch nicht fest. Erwartet werden Verhandlungen bis tief in die Nacht.
dpa
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