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06.09.2015 | 00:01 | Umweltkatastophe 

Chemieunfall an der Jagst - Gefahr gebannt?

Kirchberg/Heilbronn - Nach dem Chemieunfall an der Jagst mit tausenden verendeten Fischen erhebt das Landratsamt schwere Vorwürfe gegen den Betreiber der abgebrannten Mühle.

Fischsterben Jagst nach Mühlenbrand
Den einen bösen Buben wird man auch beim Chemieunfall an der Jagst nicht finden. Nach und nach zeichnet sich aber ab, wie es zur größten ökologischen Katastrophe im Südwesten seit Sandoz 1986 kommen konnte. (c) proplanta

Die Giftbrühe wird am Montagmittag nahe Bad Wimpfen in den Neckar fließen. Nach Angaben des Landes steigen die Hoffnungen, dass die Chemikalien das Leben im Neckar nicht nachhaltig beeinträchtigen werden. In der Jagst waren tausende Fische verendet. Um ein Haar wäre das Gewässer als ökologisch tot einzuordnen gewesen.

Wo nahm die ökologische Katastrophe ihren Ausgang?

Nach einem Mühlenbrand in Kirchberg (Kreis Schwäbisch Hall) war vor zwei Wochen mit Ammonium verseuchtes Löschwasser in die Jagst gelangt. Eine 23 Kilometer lange Giftfahne schwimmt seither die Jagst hinunter. Das Ergebnis: annähernd 20 Tonnen Fische erstickten.

Hunderte Helfer sorgten in drei Landkreisen dafür, dass sich die ökologische Katastrophe nicht noch weiter ausbreitete - vor allem, indem sie dem Gewässer Sauerstoff zuführen, der helfen kann, die Schadstoffe abzubauen.

Was weiß man über die Ursachen?

Die Ermittlungen der Polizei laufen. In den nächsten Tagen will die Staatsanwaltschaft Ellwangen entscheiden, ob Ermittlungsverfahren eingeleitet werden. Im Mittelpunkt stehen Fehler am genutzten Löschwasser-Rückhaltebecken - aber auch ein mögliches Fehlverhalten des Mühlen-Betreibers.

Welche Anhaltspunkte gibt es für die Ermittler?

Laut Landratamt waren die Düngemittel, die mit dem Löschwasser in die Jagst gespült wurden, illegal gelagert. Der Betreiber bestreitet dies. Nach seinen Angaben handelte es sich um 75 Tonnen Kunstdünger in zwei Silos. Zu Beginn der Löscharbeiten hat sich der Dünger laut Landratsamt auf dem Hof verteilt und mit dem Löschwasser vermischt.

Und wie geriet das kontaminierte Löschwasser in den Fluss?

Am Freitag berichtete das Landratsamt, dass die Giftbrühe zumindest zu einem Teil bereits in der Brandacht in die Jagst geflossen ist. Und zwar direkt aus einem Löschwasser-Rückhaltebecken. Zwar habe die Feuerwehr das Becken zunächst ordnungsgemäß mit einem Dichtkissen verschlossen, dieses löste sich aber kurz nach Mitternacht aus bisher ungeklärter Ursache. Möglich sei ein technischer Defekt, aber auch menschliches Versagen. Mehrere Minuten sei Giftbrühe abgeflossen.

Wie konzentriert ist die Giftbrühe jetzt noch?

Die Gift-Messwerte erreichen längst nicht mehr die Höhe wie anfangs am Brandort nahe Kirchberg. Die Konzentration ist auf dem Weg die Jagst hinunter immer weiter gesunken. Womöglich habe das Wasser bereits an der Mündung wieder «nahezu normale Werte», hieß es am Freitag im Landkreisamt Heilbronn.

Wie geht es weiter mit dem Gift?

Die Brühe wird für Montagmittag bei Bad Wimpfen am Neckar erwartet. Bei der Ankunft werde aufgestautes Wasser aus Wehren abgelassen, um die Schadstoffe weiter zu verdünnen, kündigte das Wasser- und Schifffahrtsamt Heidelberg an. Da der Neckar breiter ist als die Jagst, können Fische der Giftfahne besser ausweichen und einfach daran vorbeischwimmen. Dem Land zufolge steigen die Hoffnungen, dass die Chemikalien das Leben im Neckar nicht nachhaltig beeinträchtigen werden. Bis zum Rhein könnte es eine weitere Woche dauern.

Was unternimmt das Land?

Das Regierungspräsidium Stuttgart erstellt einen umfassenden Schadensbericht. Welche Fische, Krebse, Muscheln und Kleinstlebewesen verendeten? Ein Monitoring soll klären, wie die Wiederherstellung der Artenvielfalt unterstützt werden kann, etwa durch Wiederansiedlung verlorener Arten. Geplant ist eine langfristige Strategie. Vorschriften für die Löschwasserrückhaltung werden überprüft.

Welche geschützten Arten sind besonders betroffen?

In und an der Jagst leben laut Umweltministerium geschützten Arten wie die Kleine Flussmuschel, der Steinkrebs, die Fischarten Bitterling, Groppe und Aal sowie der Eisvogel. Der Eisvogel ist betroffen, da ihm jetzt die Fische als Nahrungsgrundlage fehlen. Außerdem seien weitere Fischarten wie die Nase und der Schneider betroffen, die auf der Roten Liste bedrohter Arten stehen. (dpa/lsw)  
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