Sonntag, 29.01.2023 | 07:18:48
Vorsprung durch Wissen
schließen x
Suchbegriff
Rubrik
 Suchen
Das Informationszentrum für die Landwirtschaft
15.11.2022 | 02:03 | Klimaschutzziele 
Diskutiere mit... 
   2   2

Deutschland im Rennen um besten Klimaschutz leicht zurückgefallen

Scharm el Scheich - Im Rennen um den weltweit besten Klimaschutz ist Deutschland leicht zurückgefallen. Im neuen Klimaschutz-Index 2023 liegt die Bundesrepublik auf Rang 16 - nach Platz 13 im Vorjahr.

Klimaschutzziele
Weiter ist kein Staat auf einem vorbildlichen Weg, die Klimaschutzziele von Paris zu schaffen. Skandinavische Staaten glänzen in einem neuen Ranking, aber auch Marokko, Chile und Indien sind gut dabei. China und die USA landen dagegen weit unten. (c) proplanta
Bewertet wurden die Bemühungen von 59 Ländern und der EU. Herausgegeben wurde der Index am Montag von den Umweltorganisationen Germanwatch und Climate Action Network sowie dem NewClimate Institute. Er erfasst 92 Prozent aller klimaschädlichen Treibhausgasemissionen.

Wie schon in den Vorjahren bleiben die ersten drei Plätze leer - weil den Autoren zufolge kein Land genug für den Klimaschutz macht, um in allen Kategorien eine sehr gute Bewertung zu erzielen. Dänemark führt zum zweiten Mal in Folge das Ranking an, gefolgt von Schweden, Marokko, Chile, Indien sowie Estland und Norwegen.

Die Ergebnisse wurden auf der Weltklimakonferenz in Scharm el Scheich vorgestellt. Das UN-Treffen mit etwa 45.000 registrierten Teilnehmern dauert noch bis Ende der Woche. Ein Streitpunkt sind Forderungen armer Staaten nach Schadenersatz für erlittene Klimaschäden.

Deutschland erhält im Klimaschutzindex ein gutes Rating bei den Treibhausgasemissionen. Doch in puncto erneuerbare Energie, Energienutzung und Klimapolitik reicht es nur für ein «mäßig». Die Expertinnen und Experten schreiben, Hauptgründe für die insgesamt schlechtere Bewertung seien «der verlangsamte Ausbau von erneuerbaren Energien bis 2020 und der hohe Anstieg der Emissionen im Verkehrssektor im Jahr 2021».

Ausdrücklich rügen die Fachleute auch die Reaktion der Bundesregierung auf die vom Ukraine-Krieg ausgelöste Energiekrise - etwa dass sich Deutschland an Länder wie Senegal oder Kolumbien wendet, um dort die Suche nach neuen Gasreserven bzw. einen zusätzlichen Kohleabbau zu unterstützen. Die Fachleute fordern von der Regierung auch einen schnelleren Ausstieg aus Öl, Gas und Kohle, keine weiteren Subventionen für diese fossilen Brennstoffe und eine verstärkte Förderung erneuerbarer Energieträger.

Kurz vor dem Start der UN-Beratungen in Ägypten hatte auch der unabhängige Expertenrat die deutschen Klimaschutzbemühungen als unzureichend bemängelt. Ihr Fazit: Unwahrscheinlich, dass Deutschland sein Ziel noch schaffen kann, den Ausstoß an Treibhausgasen bis 2030 um mindestens 65 Prozent zu senken, im Vergleich zu 1990.

Laut dem Klimaschutzindex sind nur drei G20-Staaten unter den gut beurteilten Ländern: Indien, das sich um zwei Plätze auf Rang 8 verbessert, Großbritannien (11) und Deutschland (16). Insgesamt zwölf Länder erhalten ein schlechtes oder sehr schlechtes Rating. Kanada (Platz 58), Russland (59) und Saudi Arabien (62) zeigen die schlechteste Leistung innerhalb der G20. Die Experten erklären ernüchtert: «Die aktuelle Energiekrise zeigt deutlich die weltweite Abhängigkeit von fossilen Energien. Dabei sind erneuerbare Energien bereits heute wirtschaftlicher als neugebaute konventionelle Kraftwerke.»

Die EU als Ganzes verbessert sich im Vergleich zu 2021 um drei Plätze auf Rang 19 und bekommt ein mäßiges Rating. Insgesamt werden neun EU-Staaten mit Gut bewertet. Im Vergleich zum letzten Jahr verbessert sich Spanien in allen vier Kategorien und springt auf Rang 23 (letztes Jahr: 34). Im Gegensatz dazu verschlechtert Frankreich seine Leistung und rutscht auf Platz 28. Ungarn (Platz 53) und Polen (54) sind die letzten verbleibenden EU-Länder mit sehr schlechter Einstufung.

China, mengenmäßig größter CO2-Emittent weltweit, verschlechterte sich um gleich 13 Plätze auf Rang 51. Zur Begründung hieß es unter anderem, die Klimapolitik des Riesenreichs sei nicht konkret genug. Auch seien die Ziele nicht mit dem 2015 in Paris vereinbarten Ziel vereinbar, die Erderwärmung auf unter zwei Grad, besser 1,5 Grad, zu senken im Vergleich zur vorindustriellen Zeit. Zwar zeige die Volksrepublik ein starkes Wachstum beim Ausbau erneuerbarer Energien, aber es investiere zugleich in neue Kohlekraftwerke.

Die USA, das Land mit dem mengenmäßig zweitgrößten Ausstoß von Treibhausgasen, verbessert sich um drei Ränge auf Platz 52 - und erhält damit erneut ebenfalls eine sehr schlechte Gesamtbewertung. Viele neue Verpflichtungen zum Klimaschutz seien zu begrüßen, doch sei die Umsetzung schleppend, hieß es. Als Hauptmanko werden der heimische Abbau fossiler Brennstoffe genannt sowie massive Subventionen für Öl, Gas und Kohle.
dpa
Kommentieren Kommentare lesen ( 2 )
weitere Artikel

Status:
Name / Pseudonym:
Kommentar:
Bitte Sicherheitsabfrage lösen:


Kommentare 
agricola pro agricolas schrieb am 15.11.2022 10:18 Uhrzustimmen(22) widersprechen(3)
In der Opposition sind die Grünen unschlagbar - sobald diese Ideologen allerdings in Regierungsverantwortung stehen, zerstören sie gnadenlos unbeirrbar innerhalb nur kürzester zeitlicher Verläufe ein durchaus funktionierendes System.

Das wahre Gesicht kommt nunmehr zum Vorschein.

Für eben die grünen Ideologien in nahezu päpstlicher Unfehlbarkeit opfert man gnadenlos alles, ist bereit, dabei sogar über Leichen zu gehen...
agricola pro agricolas schrieb am 15.11.2022 09:22 Uhrzustimmen(25) widersprechen(2)
GRÜN mutiert heute zum Hoffnungszerstörer - kaum mehr bestreitbar!!!

Ministerin Lemke im BMUV ist neben Özdemir im BMEL eine grandiose Fehlbesetzung; das wissen sehr viele Wähler aber offensichtlich noch immer nicht. Beide legen unbeirrt einen fatalen Rückwärtsgang ein, der zum einen den Hunger der Welt nicht befriedet, sondern weit eher massiv befeuert. - Heute ist ein wichtiger Tag: Lt. Statistik haben wir die 8 Mrd.-Marke an Erdenbürgern gerissen, aber WIR verknappen unsere Nahrungsmittelerzeugung innerhalb einer leistungsfähigen weltweiten Gunstregion, WIR Deutsche können uns diesen Luxus schließlich leisten. In Sachen Klima- und Umweltschutz werden die ersten grundsoliden Fundamente unserer Zukunft heute einfach ignorant wieder zertrümmert. Ein jeweiliges Schuldbewusstsein ob dieser grandiosen Zerstörungswut dürfen wir wohl zu keinem Zeitpunkt erwarten, persönliche Haftung hierfür generell ausgeschlossen!!!

Herr Dr. Habeck als Kinderbuchautor kann zu Papier bzw. auf seinem Bildschirm in Bälde vielleicht bereinigend diese Traumtänzer-Märchenwelt ggf. wieder umkehren, in der Realität ist das so schnell und einfach jedoch nicht realisierbar. So what! - Entsprechende Kollateralschäden werden sodann einfach -wieder einmal- sozialisiert, der kleine Bürger zum Deppen der Nation erklärt.

Heute im Wirtschaftsteil einer seriösen Lokalzeitung:

„SCHWEINEFLEISCH / Schlachthöfe warnen vor Versorgungslücken“ - Nach Einschätzung der Schlachthof-Branche wird dieses Angebot sehr bald drastisch sinken, weil immer mehr Landwirte wegen zu hohen Kosten umsteuern bzw. komplett das Handtuch werfen lt. Kelliger, Vorstand des Fleischwirtschaftsverbandes. Die Verfügbarkeiten werden sich in den Regalen entsprechend widerspiegeln...“

Die EU-Kommission schafft immer neue Stellen für immer mehr Kontrolleure. - Was, bitte schön, will man kontrollieren, wenn zusehends unsere Ställe dauerhaft leer bleiben!?

Verstohlene Häme jetzt sicherlich in Reihen der GRÜNEN - ZIEL ERREICHT - BAUER TOT!!! Wir Bauern müssen heute schneller leben, für viele von uns kommt der Tod viel zu früh.
Nur ein toter Bauer ist für krass GRÜN jedoch augenscheinlich ein guter Bauer...!?

Aber will/akzeptiert dieses demokratieferne Ernährungsdiktat auch wirklich den Willen eines jeden deutschen/europäischen Verbrauchers!? Arrangieren wir uns tatsächlich treudoof lemmingenhaft damit, dass man uns allen derart herrschsüchtig die Knute überzieht!?

Wenn erst einmal die Konsequenzen unmissverständlich auf den deutschen Esstischen angekommen sind, wird‘s wohl laut und ungemütlich auf unseren Straßen, was sodann dem Totalversagen dieser krass grünen Politik zuzuschreiben sein wird, die Umweltschutz-, Verbraucherschutz-, Agrarpolitik und auch unsere nukleare Sicherheit allenfalls in ideologischer Starrköpfigkeit in der Themenvielfalt besetzen kann; im Ergebnis ein politisches Totalversagen. - GRASS GRÜN kann Krise nicht..., soviel steht heute schon unbestreitbar fest; und diese Legislatur dauert, fortdauert noch viel zu lange, um eine Schadensbegrenzung überhaupt vornehmen zu können...

Das Phänomen der Klimaangst treibt bei den Grünen zwischenzeitlich politische Stilblüten, die eben genau diese Aktivitäten tatsächlich zu einer total lähmenden Krankheit mutieren lassen - Palliativtherapien in Folge vonnöten...
  Weitere Artikel zum Thema

 Klimaminister Habeck ruft Klimaaktivisten zu Gewaltverzicht auf

 Ampel kann Streit um Autobahnen und Klimaschutz nicht beilegen

 Emissionen sanken um 39 Prozent gegenüber 1990 – EU-Klimaschutzvorgaben werden eingehalten

 Wenig Lademöglichkeiten für E-Autos in privaten Tiefgaragen

 Ein Jahr Klimakleber: Wohin steuert die Letzte Generation?

  Kommentierte Artikel

 Klimaschutzdebatte: FDP fordert von Grünen Offenheit für Kernenergie

 Kaufzurückhaltung belastet Gemüsebauern im Südwesten

 Ein Jahr Klimakleber: Wohin steuert die Letzte Generation?

 Immer mehr Lebensmittel zurückgerufen

 Bioanbau in der EU massiv ausgeweitet

 Özdemir will schrittweisen Ausstieg aus den Direktzahlungen

 Der Wolf - Längst keine bedrohte Art mehr

 Grüne Woche gestartet - Özdemir dankt Landwirten

 Wachsen oder weichen: Hat das alte Prinzip in der Landwirtschaft ausgedient?

 Mittel für Aufforstung in Sachsen-Anhalt reichen hinten und vorne nicht