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31.08.2017 | 01:18 | Wetterrückblick 08 2017 

Drittwärmster Sommer der Messgeschichte in Österreich

Wien - Der meteorologische Sommer 2017 (Juni, Juli, August) liegt in der vorläufigen Sommerbilanz um 2,0 °C über dem vieljährigen Mittel und reiht sich damit in den Rekordlisten ganz weit vorne ein.

Sommerwetter Österreich 2017
Vorläufige Sommerbilanz der ZAMG: Drittwärmster Sommer seit dem Messbeginn im Jahr 1767 (2,0 °C über dem vieljährigen Mittel). In vielen Regionen zwei bis sechs Mal so viele Hitzetage wie in einem durchschnittlichen Sommer. Niederschlag 2 Prozent und Sonnenscheindauer 18 Prozent über dem Mittel. (c) proplanta

In vielen Regionen zwei bis sechs Mal so viele Hitzetage wie in einem durchschnittlichen Sommer. Niederschlag 2 Prozent und Sonnenscheindauer 18 Prozent über dem Mittel. Der meteorologische Sommer 2017 (Juni, Juli, August) liegt in der vorl&aumläufigen Sommerbilanz um 2,0 °C über dem vieljährigen Mittel und reiht sich damit in den Rekordlisten ganz weit vorne ein. Wärmer waren in der 251-jährigen Messgeschichte nur der Sommer 2003 mit 2,9 °C über dem Mittel und der Sommer 2015 mit 2,4 °C über dem Mittel", sagt Klimatologe Alexander Orlik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Somit erlebte Österreich die elf wärmsten Sommer der 251-jährigen Messgeschichte im Zeitraum 2000 bis 2017.

Viele Hitzetage, vereinzelt in Rekordnähe

Auch die Zahl der heißen Tage ist heuer ungewöhnlich hoch. "In einigen Regionen sind wir sogar nahe an den Rekorden und einige heiße Tage kommen ja noch", sagt Klimatologe Orlik. "An der Spitze der Hitze-Hitliste liegt derzeit Andau im Seewinkel mit 46 Tagen von mindestens 30 °C. Der Rekord stammt hier aus dem Jahr 2003 mit 52 Hitzetagen. In Hohenau an der March gab es bisher 45 Hitzetage, der Rekord liegt hier bei 47 Tagen mit mindestens 30 °C." Der österreichweite Rekord an heißen Tagen dürfte hingegen nicht in Gefahr sein: 2003 gab es in Leibnitz 56 Tage mit mindestens 30°C.

Wien Innere Stadt: fast doppelt so viele Tropennächte wie im Mittel

Durchwegs über dem Mittel und zum Teil beachtlich hoch ist heuer auch die Zahl der sogenannten Tropennächte (Tiefsttemperatur nicht unter 20 °C). Sie liegt in den Landeshauptstädten größtenteils zwischen zwei Tropennächten in Innsbruck, Salzburg und Klagenfurt und neun in Eisenstadt und Wien Hohe Warte. An der ZAMG-Wetterstation Wien Innere Stadt wurden heuer sogar schon 28 Tropennächte registriert. In einem durchschnittlichen Sommer sind hier 16 Tropennächte zu erwarten.

Teils trocken, teils nass

Die Regenmengen in Österreich waren in diesem Sommer - wie so oft - sehr unterschiedlich verteilt. Vom Arlberg bis in die Obersteiermark und in Kärnten regnete es 15 bis 50 Prozent mehr als in einem durchschnittlichen Sommer. Sehr trocken war es dagegen im Gebiet vom Waldviertel über das Weinviertel und das Wiener Becken bis zum Nordburgenland sowie in der südlichen Steiermark. In diesen Regionen regnet es 15 bis 50 Prozent weniger als im Mittel. In der österreichweiten Auswertung liegt die Niederschlagsmenge knapp über dem vieljährigen Mittel (+2 Prozent).

Unwetter mit Sturmböen,Starkregen und Hagel

Im Laufe des Sommers zogen einige heftige Gewitter über Österreich und brachten Unwetter mit Sturmböen, Starkregen und Hagel. Einige Beispiele:

Am Abend des 30.7.2017 wurden am Innsbrucker Flughafen während eines Gewitters Sturmböen bis 165 km/h erreicht. Das ist einer der höchsten Werte, der jemals in Österreich in tiefen Lagen gemessen wurde.

In der Nacht von 10. auf 11. August 2017 wurden bei Gewittern im Gebiet vom Burgenland über das Wiener Becken bis zum Weinviertel verbreitet Sturmböen um 100 km/h gemessen, in Bruckneudorf knapp 130 km/h. An der ZAMG-Wetterstation Eichberg regnet es innerhalb von 45 Minuten 40 Millimeter.

Am 18. August wurden in Reichersberg (O) in Verbindung mit einer Gewitterlinie Sturmböen bis 126 km/h gemessen.

Heuer bereits mehr als eine Million Blitze

Das Österreichische Blitzortungssystem ALDIS registrierte im Jahr 2017 bisher rund 137.500 Blitzeinschläge (Wolke-Erde-Blitze) in Österreich. Dieser Wert entspricht in etwa dem vieljährigen Mittel. In den Jahren 2013 bis 2016 gab es im gleichen Zeitraum weniger Blitzeinschläge als heuer (zwischen 83.000 und 132.000) und im Jahr 2012 deutlich mehr als heuer (rund 195.400).

Zählt man auch andere Blitzentladungen dazu (wie z.B. Impulse innerhalb der Wolken), blitzte es heuer in Österreich bereits etwas mehr als 1.083.000 Mal. Auch dieser Wert ist im Bereich des vieljährigen Mittelwerts.

Der Tag mit den meisten Blitzeinschlägen in Österreich war in diesem Jahr bisher der 9.7.2017 mit rund 7.600 Wolke-Erde-Blitzen. Die meisten Blitzeinschläge wurden in diesem Jahr im Bereich der Niederen Tauern geortet.

UBA: Informationsschwelle für Ozon bisher an zehn Tagen überschritten

Seit Beginn des Sommers 2017 wurde die Informationsschwelle für Ozon (180 µg/m³ als Einstundenmittelwert) an zehn Tagen an insgesamt 22 Messstellen überschritten (30.5., 20.6., 22.6., 23.6., 20.7, 31.7, 3.8., 4.8., 9.8. und 18.8.). Die meisten Überschreitungen der Informationsschwelle verzeichnete das Umweltbundesamt (UBA) an den Messstellen Kittsee (B) und Hainburg (N) mit jeweils drei Tagen.

Die Zahl der Überschreitungen der Informationsschwelle lag 2017 (Auswertung bis inkl. 28.8.) deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 18 Überschreitungstagen. Die meisten Überschreitungen (insgesamt 18 Messstellen) wurden zwischen 20. und 23. Juni 2017 registriert und stehen mit dem sehr warmen und trockenen Wetter in diesem Zeitraum in Zusammenhang. Im Juli und August 2017 traten bei sehr warmem, aber wechselhaftem Wetter vergleichsweise wenige Überschreitungen auf. Der Sommer 2017 im Detail Temperatur

Österreich war in diesem Sommer fest im Griff von mehreren Hitzewellen. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass der meteorologische Sommer zu den wärmsten der 251-jährigen Messgeschichte gehört. Im Flächenmittel war der Sommer um 2,0 °C wärmer als das Mittel 1981-2010. Damit platziert er sich an die dritte Stelle hinter 2003 (Abw. +2,9 °C) und 2015 (Abw. +2,4 °C). Mit einer Differenz von 0,6 °C liegt der viertwärmste Sommer (1992, 2012) deutlich dahinter. Den größten Beitrag zu diesem ungewöhnlich warmen Sommer leistete der Juni (Abw. +3,1 °C) und der August (Abw. +1,9 °C). Auch der Juli war mit einer Anomalie von +0,9 °C deutlich wärmer als das klimatologische Mittel. In Oberösterreich, Niederösterreich, Wien, im Burgenland sowie in der Südoststeiermark lag das Sommermittel der Lufttemperatur um 2,1 bis 2,9 °C über dem Normalwert. In den anderen Landesteilen betrugen die Anomalien +1,2 bis 2 °C. Auch auf den Bergen (Mittel der Gipfelwetterstationen) war der Sommer 2017 mit einer Anomalie von 2,0 °C der drittwärmste Sommer der Messgeschichte (seit 1851).

Die hohe Temperaturabweichung lässt sich gut an der Anzahl der heißen Tage veranschaulichen. Im Jahr 2017 gab es im österreichweiten Flächenmittel doppelt so viele Tage, an denen die Lufttemperatur 30 °C erreichte oder überschritt. Andau (B, 118 m) führt mit 46 heißen Tagen die Liste an. In Hohenau an der March (N, 154 m) wurde mit 45 Tagen das 30-jährige Mittel gleich um 28 Tage überschritten. Auf den Rekord von 47 Hitzetagen im Jahr 2012 fehlen also nur drei heiße Tage.

Der höchsten Temperaturen wurden in diesem Sommer Anfang August erreicht. Insgesamt wurde am 3. und 4. August an elf unterschiedlichen ZAMG-Wetterstationen die 38 °C-Marke erreicht oder überschritten. An der Wetterstation Innere Stadt (W, 177 m) wurde am 3.8.2017 mit 38,9 °C der Jahreshöchstwert erreicht. An 14 Tagen im Jahr wurde die 35 °C-Marke erreicht.

Niederschlag

Große Unterschiede in der Niederschlagsverteilung (zeitlich wie räumlich) zeichneten diesen Sommer aus. Im Juni gab es vom Flachgau bis ins Burgenland um 55 Prozent weniger Niederschlag, der Juli brachte in etwa ausgeglichen Niederschlagsverhältnisse, während im August entlang des Alpenhauptkammes, von den Ötztaler Alpen bis zu den Niederen Tauern, um bis zu doppelt so viel Regen fiel. Im Flächenmittel summierte sich im Sommer 2017 um 2 Prozent mehr Niederschlag. Dabei fiel vom Arlberg bis in die Obersteiermark und in Kärnten um 15 bis 50 Prozent mehr Regen. Ausgeglichene Niederschlagsverhältnisse gab es in Oberösterreich, im südlichen Niederösterreich, im Mittelburgenland und in Kärnten südlich der Drau.

Eine anhaltende Trockenheit etablierte sich vom Waldviertel bis ins Weinviertel und weiter bis in Wiener Becken bzw. das Nordburgenland. In diesen Regionen gab es ein Regendefizit von 15 bis 50 Prozent. Aber auch in der Südsteiermark fiel um 15 bis 45 Prozent weniger Regen in diesem Sommer.

Sonne

Die Sonnenscheinverhältnisse in diesem Sommer waren im Großen und Ganzen überdurchschnittlich. Im Mittel zeigte sich die Sonne um 18 Prozent länger als in einem durchschnittlichen Sommer. Von Vorarlberg bis Osttirol entsprach die Sonnenscheindauer dem klimatologischen Mittel oder lag mit einem Plus von bis zu 10 Prozent leicht darüber. In den Landesteilen östlich davon gab es um 10 bis 40 Prozent mehr Sonne.

zamg
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