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22.05.2022 | 14:12 | Dürreperiode 

Dürren zwischen 2018 und 2020 europaweit die heftigsten seit über 250 Jahren

Leipzig - Die Dürreperiode zwischen 2018 und 2020 ist europaweit die heftigste seit mehr als 250 Jahren gewesen.

Dürreperiode Europa
Dürren zwischen 2018 und 2020 sind neuer Vergleichsmaßstab (c) proplanta

Zu diesem Ergebnis ist ein vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) angeführtes internationales Forscherteam in einer historischen Einordnung dieses Ereignisses gekommen. Die Ergebnisse wurden jetzt in einem Paper veröffentlicht.

Demnach hat sich seit Mitte des 18. Jahrhunderts keine Dürre so großflächig über Europa ausgebreitet und fiel kein Temperaturanstieg während einer Dürreperiode so groß aus wie in den Jahren 2018 bis 2020. Aufgrund dieser Tatsache machten die Wissenschaftler dem UFZ zufolge diesen Zeitraum zum neuen Vergleichsmaßstab für Dürren.

Die Forscher empfehlen in dem Zusammenhang „dringend“, geeignete, regional angepasste Maßnahmen gegen Wasserknappheit zu entwickeln und umzusetzen. „Die politischen Entscheidungsträger sollten darauf vorbereitet sein, dass die Dürreperioden in Zukunft noch viel stärker ausfallen könnten. Vor allem für die Agrarpolitik sollte das ein Weckruf sein, sich mit geeigneten Maßnahmen gegen den drohenden Wassermangel auseinanderzusetzen“, erklärte der Leiter der Arbeitsgruppe Landoberflächen-Hydrologie am UFZ und Mitautor des Papers, Dr. Luis Samaniego.

Regional spezifisch könnten das zum Beispiel die Anlage großer Wasserreservoirs, etwa unterirdische Speicheranlagen, intelligente Formen der Bewässerungstechnologie oder die Züchtung hitzeresistenter Pflanzensorten sein.

Nach UFZ-Angaben betraf die Dürre 36 % der Landfläche Europas, insbesondere in Zentraleuropa wie Deutschland, Frankreich und Tschechien. Kleinere Ernten Als „außergewöhnlich“ bezeichneten die Forscher ferner die Gesamtdauer des Dürreereignisses mit 33 Monaten. Nur die Dürre zwischen 1857 und 1860 habe mit insgesamt 35 Monaten etwas länger gedauert. Hinzu komme, dass sich die Dürre zwischen 2018 und 2020 auch 2021 und 2022 in dem betrachteten Bodenvolumen bis in 2 m Tiefe fortsetze.

„Das Jahr 2021 war zwar etwas feuchter und hat den für die Landwirtschaft wichtigen Oberboden gut mit Wasser versorgt; die Feuchtigkeit ist aber nicht überall bis in größere Tiefen vorgedrungen“, betonte UFZ-Modellierer und Hauptautor Dr. Oldrich Rakovec.

Ebenfalls „außergewöhnlich“ sei die durchschnittliche Dürredauer in den 50 km mal 50 km großen Gitterzellen, in die Europa eingeteilt worden sei, berichtete das UFZ. Einen „historischen Rekordwert“ habe während der Dürreperiode 2018 bis 2020 außerdem der Anstieg der Lufttemperatur mit einem Plus von 2,8° C im Vergleich zur jährlichen Durchschnittstemperatur in den vergangenen 250 Jahren in Europa erreicht.

Erträge zurückgegangen

„Die Dürren in der Vergangenheit waren eher kalte Dürren, bei denen sich die durchschnittliche Temperatur kaum veränderte“, berichtete UFZ-Modellierer und Co-Autor des Papers, Dr. Rohini Kumar.

Welche Folgen das fehlende Wasser während dieses Dürreereignisses hatte, zeigen die Wissenschaftler anhand der Landwirtschaft. Für Weizen, Mais und Gerste verglichen sie die durchschnittlichen jährlichen Ernteerträge zwischen 2018 und 2020 mit denen zwischen 1961 und 2021.

Demnach gingen in den hauptsächlich von der Dürre betroffenen Staaten die Ernten deutlich zurück, zum Beispiel beiMais in den Benelux-Ländern, Deutschland und Frankreich zwischen 20 % und 40 %, beim Weizen in Deutschland um bis zu 17,5 %. Die Gerstenernte sei in fast ganz Europa um bis zu 10 % kleiner ausgefallen.

Waldbranderkennung per Kamera

Angesichts der aktuellen Trockenheit in vielen Teilen Deutschlands kamen in Sachsen-Anhalt Vertreter der Landes- und Kommunalpolitik, des Nationalparks Harz, der Feuerwehren aus Sachsen-Anhalt undNiedersachsen, derHarzer Schmalspurbahn und desWaldbesitzerverbandes zusammen, um über denWaldbrandschutz zu beraten. Sachsens Landwirtschaftsminister Sven Schulze betonte im Anschluss an die Gespräche, ein großes Stück weitergekommen zu sein, um „bestmöglich“ auf Brandereignisse vorbereitet zu sein.

„Wir wollen insbesondere unterstützen, dass die Branderkennung beispielsweise durch Kameras, so wie sie in anderen Waldflächen bereits im Einsatz sind, verbessert werden kann“, erklärte Schulze.

Riggert: Schnelle Möglichkeit zur Erhöhung der Getreideernte

Im benachbarten Bundesland sehen sich die Landwirte laut dem Vorsitzenden des Bauernverbandes Nordostniedersachsen (BVNO), Thorsten Riggert, durch die behördlich begrenztenBewässerungsrechte gezwungen, sich zwischen ihren beregnungsbedürftigen Feldfrüchten zu entscheiden.

„Derzeit vertrocknet uns das Getreide, weil wir unsere Bewässerungsrechte für die unverzichtbare Beregnung unserer Kartoffeln aufsparen müssen“, erklärte Riggert am vergangenen Montag (16.5.). Auf den Böden im Landkreis Celle sei die Bewässerung zum Beispiel auf jährlich maximal 54 l prom² begrenzt und auch nur für einen Teil derAnbaufläche erlaubt. Das seien zwei Beregnungsdurchgänge.

Riggert sieht in der Feldberegnung die derzeit „einzige schnell verfügbare Möglichkeit, die Erntemenge beim Getreide zu erhöhen. Der BVNO-Vorsitzende vermutet, dass „wahrscheinlich“ eine Anhebung der Bewässerungsrechte nicht von allen Betriebsleitern ausgereizt werde. Die Erhöhung der erlaubten Wassermenge zur Versorgung der Feldfrüchte würde jedoch zu mehr Sicherheit führen und die Landwirte veranlassen, ihre Beregnungsstrategie zu ändern. Für die Getreidefelder wäre diese Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt „dringend nötig“, um den Ertrag zu verbessern.

Riggert sieht den Ball nun beim Umweltministerium, das den zuständigen Landkreisen aus Gründen des öffentlichen Interesses erlauben könnte, bei Erhöhungsanträgen unbürokratisch den vorzeitigen Beginn der Bewässerung zuzulassen, und drängt auf eine schnelle Entscheidung.
AgE
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