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25.01.2023 | 11:32 | Bedrohte Bienen 

EU-Kommission will Schutz für Bestäuber stärken

Brüssel - Die EU muss nach Ansicht der Europäischen Kommission den Schutz von Bienen, Schmetterlingen und Co. vor giftigen Pflanzenschutzmitteln verbessern.

Bienenschutz
(c) proplanta
Weil die Insekten als Bestäuber von Pflanzen zentral für die langfristige Ernährungssicherheit seien, brauche es gezielte Maßnahmen, um sie zu retten, sagte der EU-Umweltkommissar Virginijus Sinkevicius am Dienstag in Brüssel. Die Behörde stellte unter anderem wegen wiederholter Forderungen von Bürgerinnen und Bürgern nun zusätzliche Maßnahmen dafür vor. EU-Staaten und Europaparlament müssen dem Vorhaben noch zustimmen.

Bei rund einem Drittel aller Bienen-, Schmetterlings- und Schwebfliegenarten geht der Bestand nach wissenschaftlichen Studien stark zurück, betonte Sinkevicius. «Dieser Rückgang ist wirklich besorgniserregend.» Zudem sei jede zehnte Bienen- und Schmetterlingsarten vom Aussterben bedroht. Bei Schwebfliegen ist es den Angaben zufolge sogar jede Dritte. Es brauche ein robustes Überwachungssystem, um den Rückgang der Arten noch besser zu verstehen und einschätzen zu können. Dieses sei Teil der nun vorgeschlagenen Maßnahmen.

Für die Rettung sei außerdem die Verringerung von Pestiziden entscheidend, denn diese setzten den Insekten besonders zu, hieß es. Mit EU-Strategien habe sich die Kommission bereits verpflichtet, dessen Einsatz bis 2030 um rund die Hälfte zu reduzieren. Darüber hinaus will die Behörde unter anderem Lebensräume auch in Städten wiederherstellen und die Auswirkungen der Klimakrise auf die Bestäuber bekämpfen. Diese Maßnahmen müssen der Kommission zufolge von der EU und den Mitgliedstaaten ergriffen werden, um den Rückgang bis 2030 umzukehren.

Da etwa 80 Prozent der Kultur- und Wildpflanzen auf die Bestäubung durch Tiere angewiesen sind, ist der Verlust von Bestäubern eine der größten Bedrohungen für die Natur, das Wohlergehen der Menschen und die Ernährungssicherheit, wie die Kommission erläuterte.
dpa
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