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17.08.2021 | 05:08 | Gülleunfall 

Gülleflut bei Rostock: Suche nach Tätern dauert an

Groß Lüsewitz - Gut eine Woche nach dem Auslaufen von Millionen Litern Gülle in Groß Lüsewitz (Landkreis Rostock) ist die Beräumung der Schäden weitgehend abgeschlossen.

Gülleunfall?
Nach der Gülleflut südöstlich von Rostock ist das Gros der Fäkalien wieder eingebracht. «Das Schlimmste wurde verhindert», sagt der Leiter des Agrarbetriebes mit Blick auf die Trinkwasserversorgung. Unklar sind aber noch die Schadenshöhe und die Verursacher. (c) proplanta
«Das Gros der Gülle wurde soweit es ging zurückgebracht, die Aufnahme der Schäden läuft noch», sagte Christoph Matschie, Geschäftsführer der betroffenen Landwirtschaft Petschow GmbH am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Unklar sei aber noch, wer den Absperrhahn in der Nacht vom 7. zum 8.
August geöffnet und die Fäkalienflut verursacht hat. «Die Ermittlungen wegen Boden- und Gewässerverunreinigung dauern noch an», sagte eine Polizeisprecherin in Güstrow.

«Wir waren an dem Wochenende beim Ausbringen der Gülle als Dünger, die vor der Rapsaussaat in den Boden kommt», erläuterte Matschie. Die Beschäftigten hatten abends den Ablasshahn geschlossen. Am Morgen sei der Schlauch dort abgebaut, das Ventil geöffnet und sogar verriegelt gewesen, damit es sich nicht von allein schließe, schilderte Matschie.

Nach bisherigen Schätzungen flossen zwei bis drei Millionen Liter Rindergülle aus einem großen Betonauffangbehälter hinaus. Die stinkende Flüssigkeit überschwemmte mehrere Senken, etwa zehn Kleingärten und einen Teil einer Kläranlage. «Das Schlimmste konnten wir aber verhindern», meinte Matschie mit Blick auf kleinere Wasserläufe, die später in die Warnow münden. Aus dem Warnow-Fluss gewinnt Rostock das Trinkwasser.

Zwei bis drei Gärten seien stärker geschädigt, eine Laube müsse abgerissen werden, erklärte der Betriebsleiter. Man hoffe, dass die Versicherung die Schäden reguliere. Für Havariefälle sind auf der Gülleanlage bereits Beton-Auffangbecken vorgesehen, aber nicht in solcher Größe. Ungeachtet des Vorfalls laufe die Ausbringung der Rindergülle als Dünger auf die Felder inzwischen weiter. «Wir dürfen ja nur in solchen Zeiten düngen», sagte Matschie.
dpa/mv
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