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27.01.2018 | 09:01 | Niederwildbestände 
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Invasive Arten drängen heimisches Niederwild zurück

Schwerin - „Die Niederwildbestände in Mecklenburg-Vorpommern sind besorgniserregend.“ Das stellte Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus auf der heutigen Landtagssitzung klar.

Waschbär
Invasive Arten auf dem Vormarsch: Niederwildbestände gehen zurück. (c) proplanta

Hintergrund für die Abnahme der Populationen von Rebhuhn, Fasan, Hase, Wildkaninchen oder Wasservögeln sei die Ausbreitung der hier ursprünglich nicht heimischen, invasiven Arten Mink, Marderhund und Waschbär.

„Es ist unbestritten, dass Neozoen dann problematisch werden, wenn sie hiesige Ökosysteme verändern, indem sie einheimische Arten gefährden oder verdrängen“, sagte Minister Backhaus.

Nach Erhebungen im Rahmen des Projektes des Deutschen Jagdverbandes „Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands“ (WILD) sank die Hasenpopulation mit derzeit nur 5 Tieren je 100 Hektar auf ein sehr geringes Niveau. Jäger hielten sich längst mit der jagdlichen Nutzung beim Feldhasen zurück.

Auch die Rebhuhn-, Fasan- und Wildkaninchenvorkommen in Mecklenburg-Vorpommern nehmen kontinuierlich ab. „Hier ist die jagdliche Nutzung bereits unbedeutend geworden. Der Hege kommt hier weitaus größere Bedeutung zu als der Bejagung“, so der Minister.

Nur noch 126 Fasane und 80 Kaninchen waren im Jagdjahr 2015/16 in den Streckenlisten der ca. 12 Tausend Jägerinnen und Jäger in Mecklenburg-Vorpommern zu finden. Rebhühner waren nur noch bei einem Fünftel der am WILD-Projekt beteiligten Reviere anzutreffen, und dort auch nur in einer Besatzdichte von 2 Paaren je 1.000 Hektar Offenland.

Fasane waren nur noch auf ca. 13 Prozent der Jagdfläche anzutreffen, und dort nur mit einem Hahn je 1.000 Hektar. Kaninchen waren nur noch auf 3 Prozent der Jagdfläche nachweisbar, was einer Besatzdichte von 1 Kaninchen je 1.000 Hektar entspricht. Selbst beim Wasserwild sind die Streckenergebnisse weiter rückläufig.

Neben den ungünstigen Lebensraumbedingungen seien die Niederwildbesätze ständig steigendem Jagddruck von Raubwild wie Mink, Marderhund und Waschbär ausgesetzt. Zwar habe sich der Marderhund inzwischen „in anspruchsvoller Bestandshöhe stabilisiert“, die Ausbreitung des Waschbären in Mecklenburg-Vorpommern sei aber weiterhin ungebremst.

„Im Jagdjahr 2015/16 standen in Mecklenburg-Vorpommern den erlegten 12.000 Hasen, Kaninchen, Fasanen, Tauben, Schwänen, Wildgänsen, Wildenten, Waldschnepfen, Blässhühnern und Möwen 38.000 erlegte Stücke Raubwild gegenüber, davon allein 15.000 Marderhunde und Waschbären. Das verdeutlicht das Missverhältnis“, so der Minister weiter.

Um den negativen Bestandstrend aufzuhalten und umzukehren und das Niederwild in den Revieren zu erhalten, seien aktive Maßnahmen zur Verbesserung der Überlebenschancen für die einheimischen Arten notwendig.

„In erster Linie geht es hier um die Biotopverbesserung. Nur in enger Zusammenarbeit der Grundeigentümer, Landnutzer und Jäger lassen sich Maßnahmen der Biotopverbesserung planen und zum Vorteil des Niederwildes umsetzen“, sagte Minister Backhaus weiter. Daneben müsse die Biotopverbesserung verbunden werden „mit einem konsequenten Raubwild-Management.“
regierung-mv
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Kommentare 
Harry1959 schrieb am 05.04.2021 13:36 Uhrzustimmen(0) widersprechen(1)
Die erste invasive Art ist für mich jedenfalls der Jagdfasan.
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