Sonntag, 02.10.2022 | 09:46:29
Vorsprung durch Wissen
schließen x
Suchbegriff
Rubrik
 Suchen
Das Informationszentrum für die Landwirtschaft
05.12.2019 | 03:51 | Klimakonferenz 

Klimawandel - eine abstrakte Bedrohung?

Madrid - Bei der UN-Klimakonferenz in Madrid haben Klimaschützer aufgezeigt, dass auch Deutschland die Folgen der Erderhitzung schon massiv zu spüren bekommt.

UN-Klimakonferenz
Verdorrte Felder, Niedrigwasser, Städter gießen Straßenbäume - Hitze und Dürre des Sommers 2018 haben sich in die Erinnerung eingebrannt. Beim Klimagipfel warnen Experten, dass die Folgen der Erderwärmung auch Deutschland treffen. Aber andere noch viel schlimmer. (c) proplanta

Hitzewellen, Dürren und Stürme des Jahres 2018 brachten die Bundesrepublik erstmals auf Platz drei im Klima-Risiko-Index der Entwicklungsorganisation Germanwatch. Nur Japan und die Philippinen wurden im vergangenen Jahr demnach noch stärker direkt von Extremwetter getroffen. Die Autoren mahnten aber auch, dass andere Länder insgesamt viel stärker unter der Erderhitzung litten - und viele, teils dramatische Folgen darin nicht abgebildet würden.

Betrachte man die Jahre 1999 bis 2018, seien Puerto Rico, Myanmar und Haiti am stärksten von Stürmen, Überflutungen und Dürren betroffen gewesen, heißt es in dem Ländervergleich. Er basiert auf einer Datenbank des Rückversicherers Munich Re und Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF). Der Index vergleicht jährlich die durch Extremwetter verursachten Todeszahlen und Sachschäden nach Kaufkraftparitäten, und zwar sowohl die absoluten Zahlen als auch im Verhältnis zur Einwohnerzahl und zum Bruttoinlandsprodukt.

Die weltweite Erderwärmung lässt Extremwetter-Ereignisse wie Trockenphasen und Stürme häufiger und stärker werden. In den vergangenen 20 Jahren hätten insgesamt mehr als 12.000 solcher Ereignisse knapp eine halbe Million Menschen das Leben gekostet und kaufkraftbereinigt rund 3,5 Billionen US-Dollar Schäden verursacht, teilte Germanwatch am Mittwoch in Madrid mit, wo seit Montag knapp 200 Länder verhandeln, wie es im Klimaschutz weitergeht. Auch die Finanzierung von Klimaschäden ist ein wichtiges Thema dort.

Die neue EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen will auch in der EU selbst mehr tun und möchte für ihre Klimapolitik zwischen 2021 und 2027 eine Summe von 100 Milliarden Euro mobilisieren. Das Geld solle aus dem EU-Budget, von den EU-Staaten, aus dem Privatsektor sowie von der Europäischen Investitionsbank kommen und in einen Übergangsfonds fließen, sagte sie am Mittwoch in Brüssel. «Wir sollten uns immer darüber bewusst sein, was die Kosten des Nicht-Handels sein würden - und es gibt bereits Kosten.»

In Madrid soll eine Großdemo den Unterhändlern der Klimakonferenz am kommenden Freitag Dampf machen: Hunderttausende Demonstranten werden zu einem Klimamarsch in der spanischen Hauptstadt erwartet. Die schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg und der spanische Schauspieler Javier Bardem wollen zur Kundgebung kommen, wie die Veranstalter mitteilten. Auch Papst Franziskus schickte den Unterhändlern in Madrid eine Mahnung: Vier Jahre nach dem Pariser Klimaschutzabkommen sei das Bewusstsein über die Dringlichkeit des Themas immer noch «ziemlich schwach» und der Notlage nicht angemessen, schrieb er. Die Welt stünde vor einer «Herausforderung der Zivilisation».

Dass die Klimakrise weltweit die Zahl der Hilfsbedürftigen steigen lässt, machten die Vereinten Nationen am Mittwoch deutlich. Sie schätzen die Zahl auf 168 Millionen - das ist etwa jeder 45. Mensch auf der Welt. In diesem Jahr waren nach Angaben des UN-Nothilfebüros (Ocha) 146 Millionen Menschen betroffen. Humanitäre Hilfe umfasst etwa Lebensmittel, Unterkünfte, ärztliche Behandlung oder Notschulen.

«Die Lage wird sich noch verschlimmern, wenn wir uns nicht besser um die Folgen des Klimawandels und die Ursachen von Konflikten kümmern», sagte Nothilfekoordinator Mark Lowcock in Genf. Die ärmsten Staaten der Welt seien beim Klimawandel den größten Risiken ausgesetzt, auch wenn Industriestaaten öfter getroffen würden, sagte Maik Winges, der am Klima-Risiko-Index von Germanwatch mitgearbeitet hat. Sie bekämen bisher kaum Hilfe für Schäden und Verluste. Teils fehlten auch Daten, weswegen die Schäden in diesen Ländern eher unterschätzt würden. Wenn nach Dürren etwa Nahrungsmittel knapp seien, werde das nicht abgebildet.

Die internationale Klimafinanzierung soll ärmeren Ländern helfen, ihren Treibhausgas-Ausstoß zu senken und sich an den Klimawandel anzupassen - die Finanzierung von Schäden und Verlusten ist komplizierter. Der Klimawandel steigert das Risiko für Extremwetter, aber nicht jeder Sturm oder jede Dürre ist damit auch eine Folge des Klimawandels. Es ist also schwierig, etwa den Industriestaaten Verantwortung zuzuweisen.

Wie bereits auch Menschen, Natur und Wirtschaft in Deutschland unter dem Klimawandel zu leiden haben, hatte Ende November ein gut 270 Seiten dicker Bericht der Bundesregierung dargelegt. Für Bauern und Waldbesitzer steigt das Risiko von Missernten und Schäden, Starkregen und Dürrephasen setzen der Infrastruktur zu. Allergiker müssen mit mehr und neuen Pollen klarkommen, Hitzewellen führen zu vorzeitigen Todesfällen und machen besonders Älteren, chronisch Kranken und Kindern Probleme - das sind nur ein paar von vielen Beispielen.
dpa
Kommentieren
weitere Artikel

Status:
Name / Pseudonym:
Kommentar:
Bitte Sicherheitsabfrage lösen:


  Weitere Artikel zum Thema

 Warnung vor unumkehrbaren Folgen der globalen Erwärmung

 Zahl heißer Tage in Deutschland nimmt zu

 Deutsche Gletscher weiter auf dem Rückzug

 Extremwetter auf der Nordhalbkugel durch Klimawandel befeuert

 Sind historische Dürren ein Widerspruch zur menschgemachten Erwärmung?

  Kommentierte Artikel

 Wölfe breiten sich aus: Weidetierhalter wehren sich mit Mahnfeuern

 EU einigt sich auf Gewinnabschöpfung gegen hohe Energiepreise

 Wie viele Menschen ernährt ein Landwirt?

 Warnung vor unumkehrbaren Folgen der globalen Erwärmung

 Lebensmittelpreise in Großbritannien gehen durch die Decke

 Etwa 2.500 streunende Katzen in Sachsen-Anhalt kastriert

 Vegane Fischalternativen erobern den Markt

 Aktionswoche gegen Lebensmittelverschwendung startet

 Es wird mehr Holz verheizt - Schadet das Gesundheit und Umwelt?

 Özdemir zu Putins Getreide-Narrativ: Kann man als Klopapier benutzen

Nachrichten
Agrarpolitik
Agrarwirtschaft
Unternehmen
Landtechnik
Pflanze
Tier
Bio
Wissenschaft
Wald & Forst
Umwelt
Energie
Verbraucher
Karriere
Landleben
Medizin
IT & Medien
Veranstaltungen
Neuerscheinungen
Service

Agrarnachrichten-Ticker
Schlagzeilen
Tags
Archiv
Premium-News
Agrar-Suchbegriffe
RSS-Channel
Markt & Preis
Warenbörsen
Mannheimer Produktenbörse
Südwestdeutsche Warenbörse
Frankfurter Produktenbörse
Stuttgarter Produktenbörse
Bayerische Warenbörse
Würzburger Produktenbörse
Vereinigte Getreide- u. Produktenbörse Braunschweig - Hannover - Magdeburg
Hamburger Getreidebörse
Bremer Getreide- und Futtermittelbörse
Getreide- und Produktenbörse Paderborn
Rheinische Warenbörse
Mitteldeutsche Produktenbörse - Berlin - Brandenburg
Mitteldeutsche Produktenbörse - Dresden
Mitteldeutsche Produktenbörse - Erfurt
Mitteldeutsche Produktenbörse - Halle
Börse Wien
Marktberichte

Warenterminmärkte
CBoT-Weizenpreis
CBoT-Maispreis
MATIF-Weizenpreis
MATIF-Rapspreis
MATIF-Maispreis
EUREX-Schweinepreis
EUREX-Ferkelpreis
Agrarmarkt-Widget
Glossar

Stellenmarkt
Stellenangebote
Stellengesuche
Jobwall
Agrarstudium
Grüne Berufe
Bewerbungstipps
Online-Journal

Marktplatz
Landtechnik
Traktoren
Traktorzubehör
Baumaschinen
Ersatzteile
Erntetechnik
Saattechnik
Fütterungstechnik
Räder
Bodenbearbeitung
Kommunalgeräte
Forsttechnik

Kleinanzeigen
Angebote
Gesuche

Büchermarkt
Angebote

Futtermittel
Suche
Rinderfutter
Kälberfutter
Milchviehfutter
Schweinefutter
Ferkelfutter
Eberfutter

Wetter
Agrarwetter Deutschland
Agrarwetter Baden-Württemberg
Agrarwetter Bayern
Agrarwetter Brandenburg
Agrarwetter Hessen
Agrarwetter Mecklenburg-Vorpommern
Agrarwetter Niedersachsen
Agrarwetter Nordrhein-Westfalen
Agrarwetter Rheinland-Pfalz
Agrarwetter Saarland
Agrarwetter Sachsen-Anhalt
Agrarwetter Schleswig-Holstein
Agrarwetter Thüringen

Wetterrückblick
Niederschlagsradar
Unwetterwarnung Deutschland
15-Tage-Temperaturtrend

Agrarwetter Österreich
Agrarwetter Schweiz
Agrarwetter Frankreich
Météo Agricole France
Agrarwetter Italien
Meteo Agricolo Italia

Profiwetter Deutschland
Profiwetter Österreich
Profiwetter Schweiz
Profiwetter Frankreich
Météo Professionnel France
Profiwetter Italien
Meteo Professionale Italia

Agrarwetter.net

Agrar-Branchenbuch
Alle Rubriken
Produktverzeichnis
Firmenverzeichnis

Behörden
Bildungseinrichtungen
Organisationen
Bio-Handel
Fruchthandel
Direktvermarkter
Innenwirtschaft
Landhandel
Landtechnik
Lohnunternehmen
Pflanzenproduktion
Tierproduktion
Verarbeitung
Beratung
Energie
Hofurlaub
Veranstaltungen
Garten- und Landschaftsbau
Maps
Bodenpreise
GVO

Agrarforum

Veranstaltungen
Messen Ausstellungen
Tagungen Kongresse
Workshops Seminare Vorträge
Info-Veranstaltungen
Feldtage
Auktionen
Feste
Wettbewerbe
Traktor-Pulling

Infothek

Lexikon: 
Landwirtschaft Unkräuter

Wörterbuch: 
Landwirtschaft Landtechnik Pflanzenkrankheiten Pflanzenschädlinge Unkräuter Nutztiere Tiergesundheit

Pflanze: 
Mais Weizen Gerste Roggen Reis Raps Sonnenblume Sojabohne Baumwolle Zuckerrübe Kartoffel Wein Tabak

Tiere: 
Rind Schwein Schaf Ziege Geflügel


Ratgeber

Umfrage

Mediathek
Fotos
Videos
Pflanzenbauberater
PSM-Suche
Pflanzenschutzmittel
Neuzulassungen
Ablauffristen
Aufbrauchfristen
Abgelaufene Mittel
Zulassungsverlängerungen
Auflagen

PSM-Empfehlungen
Herbizide
Fungizide
Insektizide Getreide
Wachstumsregler Getreide

Sorten-Suche
Neue Sorten
Pflanzenzüchter

Regionale Empfehlungen

Garten-Ratgeber
Für angemeldete User
Stellenanzeige schalten
Kleinanzeige schalten
Eintrag ins Branchenbuch
Online-Landvermessung
Wetter-Profile anlegen
Projekte in Maps anlegen
Newsletter-Profil anlegen
Zugang Unkraut-Lexikon
Zugang Premium-News
E-Markttelegramm abonnieren

zur Anmeldung
Service
Bannerschaltungen
Newsticker
Agrarfotos
PR-Meldungen
Agrarmarkt-Informationen
Agrarmarkt-Widget
Wetterfenster für Homepage

Info + Preise

Kontakt

Proplanta online mit Werbung und Cookies nutzen

Wir und unsere Partner nutzen Tracking (insb. Cookies), um unsere Webseiten für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend zu verbessern, sowie zur Ausspielung von News, Artikeln, Informationen und Anzeigen.

  • Informationen auf einem Gerät speichern und/oder abrufen
    • Für die Ihnen angezeigten Verarbeitungszwecke können Cookies, Geräte-Kennungen oder andere Informationen auf Ihrem Gerät gespeichert oder abgerufen werden.
  • Datenübermittlung an Partner in den USA (Drittstaatentransfer)
    • Durch das Klicken des „Zustimmen“-Buttons willigen Sie gem. Art. 49 Abs. 1 DSGVO ein, dass auch Anbieter in den USA Ihre Daten verarbeiten. In diesem Fall ist es möglich, dass die übermittelten Daten durch lokale Behörden verarbeitet werden.
  • Einbindung von externen Multimedia-Inhalten
    • Für eine umfassendere Informationsdarstellung nutzen wir auf unseren Websites Inhalte von Dritten, wie z.B. Social Media- oder Video-Plattformen, angezeigt. Dabei werden durch diese Dritten, die auch zu den oben genannten Partnern zählen, Daten verarbeitet.
  • Personalisierte Anzeigen und Inhalte, Anzeigen- und Inhaltsmessungen, Erkenntnisse über Zielgruppen und Produktentwicklungen
    • Anzeigen und Inhalte können basierend auf einem Profil personalisiert werden. Es können mehr Daten hinzugefügt werden, um Anzeigen und Inhalte besser zu personalisieren. Die Performance von Anzeigen und Inhalten kann gemessen werden. Erkenntnisse über Zielgruppen, die die Anzeigen und Inhalte betrachtet haben, können abgeleitet werden. Daten können verwendet werden, um Benutzerfreundlichkeit, Systeme und Software aufzubauen oder zu verbessern.
  • Genaue Standortdaten verwenden
    • Ihre genauen Standortdaten können für einen oder mehrere Verarbeitungszwecke genutzt werden. Das bedeutet, dass Ihr Standort bis auf wenige Meter präzise bestimmt werden kann.
Mit Abo nutzen Nutzen Sie proplanta.de ohne Tracking, externe Banner- und Videowerbung für 4,95 € / Monat. Informationen zur Datenverarbeitung im Abo finden Sie in unserer Datenschutzerklärung und in den FAQ.