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28.02.2013 | 18:27 | Umweltrisiko 

Medikamente verseuchen Gewässer

Berlin - Medikamentenspuren im Grund- und Trinkwasser können angesichts steigenden Arzneimittelkonsums zum wachsenden Umweltrisiko werden.

Medikamente
(c) proplanta

«Wir brauchen deshalb dringend ein einheitliches und verbindliches Sammelsystem für Altmedikamente», forderte Jürgen Resch, Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH) am Mittwoch in Berlin. Eine entsprechende EU-Richtlinie von 2004 sei in Deutschland immer noch nicht umgesetzt worden.

Daher nahmen 2011 laut DUH nur wenige tausend der über 20.000 Apotheken bundesweit überzählige Medikamente zurück. «Wir wissen seit Jahren, dass es Effekte bei Tieren gibt, und sollten nicht abwarten, bis auch beim Menschen negative Wirkungen festgestellt werden», so Resch. Hier sei die Pharmaindustrie in der Rücknahmepflicht.

Vor allem bestimmte Antibiotika, aber auch hormonell wirksame Substanzen aus Verhütungsmitteln oder Schmerzmittel wie Diclofenac könnten in Zukunft Probleme bereiten, hieß es. Schließlich werde die Bevölkerung älter und nehme insgesamt mehr Medikamente. Zwar geraten Medikamentenreste auch durch die Ausscheidungen ins Klär- und Grundwasser, aber ein relevanter Teil eben auch durch falsche Entsorgung. Einer Studie von 2008 zufolge kippt jeder siebte Bürger seine ungenutzten Tabletten zumindest gelegentlich in die Toilette, fast jeder zweite tut dies mit flüssigen Medikamenten.

Insgesamt gibt es rund 3.000 Arzneimittelwirkstoffe. «Nur eine Handvoll davon taucht als Risiko auf», erläuterte Bodo Weigert vom Kompetenzzentrum Wasser Berlin. Allerdings sei diesen mit den herkömmlichen Behandlungsverfahren nicht beizukommen. «Wir brauchen zur Trinkwasseraufbereitung dann eine vierte Reinigungsstufe für Stoffe im Nanogramm-Bereich.»

Dies sei teuer und das Problem werde sich nicht nur durch das steigende Alter der Menschen vergrößern, sagte Weigert: «Der Klimawandel wird zudem beispielsweise in Berlin dazu führen, dass die Gewässer im Sommer weniger Wasser haben, die Wirkstoffkonzentration darin also höher ist.» Deshalb sei es wichtig, solche Stoffe möglichst gar nicht erst in den Wasserkreislauf gelangen zu lassen. Hormonartige Substanzen seien im Berliner Trinkwasser bislang aber nicht gefunden worden.

Erst vor zwei Wochen war im Fachjournal «Science» eine Studie schwedischer Forscher veröffentlicht worden, wonach Barsche unter dem Einfluss von Psychopharmaka-Spuren im Wasser ihr Verhalten deutlich änderten: Die sonst scheuen, vorsichtigen Tiere wurden mutiger, verließen ihr sicheres Versteck und veränderten ihr Sozialverhalten. Ältere Studien zeigten, dass Diclofenac Zellveränderungen bei Regenbogenforellen sowie sinkende Fruchtbarkeit bei Fischen herbeiführen kann.

«Wir betrachten bislang auch nur einzelne Wirkstoffe, und wissen noch gar nicht viel über die Effekte, die durch ihr Zusammenwirken entstehen können», ergänzte Resch. Hier stehe die Forschung noch am Anfang.

Zur Zeit ist die Rücknahme überzähliger Medikamente in den Apotheken freiwillig. Die Arzneimittel werden dort gesammelt und dann direkt zur Müllverbrennung gebracht. Medikamente, die im Hausmüll landen, werden zwar grundsätzlich auch verbrannt. Aber der Müll wird zuvor häufig auf Depots zwischengelagert, so dass ein Teil der Wirkstoffe im Boden versickern kann. (dpa)
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