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02.07.2018 | 07:11 | Feuerrisiko 

Mehrere Flächenbrände in Thüringen durch Trockenheit

Erfurt - Wegen der seit Wochen anhaltenden Trockenheit sind in Thüringen am Wochenende mehrere Feuer ausgebrochen.

Brände
Im Freistaat sind am Wochenende mehrere Flächenbrände ausgebrochen. Laut Deutschem Wetterdienst regnete es im Juni deutlich weniger als üblich. Besserung sei nicht in Sicht. (c) proplanta
Die Brände verursachten teils großen Sachschaden, mindestens vier Menschen wurden durch das Einatmen von Rauch leicht verletzt. In Thüringen gilt derzeit in fast allen Gebieten die mittlere Waldbrand-Gefahrenstufe.

In den Forstämtern Heldburg und Sonneberg im Süden des Freistaats gilt derzeit sogar die zweithöchste Gefahrenstufe vier, wie aus aktuellen Daten von ThüringenForst hervorgeht. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) hatte es im Juni vielerorts in Thüringen deutlich weniger als normalerweise üblich geregnet.

In Werningshausen (Kreis Sömmerda) gerieten am Samstag bei Mäharbeiten ein Gerstenfeld sowie angrenzende Bäume in Brand. Dabei sei Getreide auf 40 Hektar Fläche abgebrannt, wie die Polizei mitteilte. Den entstandenen Sachschaden schätzte die Polizei auf rund 60.000 Euro.

Wind trieb die Rauchwolken in den Ort Werningshausen, wo vier Anwohner den Angaben zufolge durch das Einatmen des Rauchs leicht verletzt wurden. Mehr als 100 Feuerwehrleute mit 20 Einsatzfahrzeugen konnten den Brand unter Kontrolle bringen. Was genau das Feuer entzündete, ist noch unklar.

In Schloßvippach (Kreis Sömmerda) brannten am Sonntag nach Angaben eines Polizeisprechers vier bis fünf Strohhaufen auf einem frisch abgeernteten Feld. Der Schaden wurde auf rund 800 Euro geschätzt. Die Ermittler gehen von Brandstiftung aus - unter anderem, weil das Feuer an verschiedenen Stellen gleichzeitig brannte. Die Polizei sucht nach Zeugen.

Drei Hektar Weidefläche brannten am Samstag in Hörselberg-Hainich (Wartburgkreis). Die Polizei vermutet, dass die heiße Abgasanlage eines auf der Grasfläche geparkten Autos das Feuer verursacht haben könnte, hieß es in einer Mitteilung der Polizei vom Sonntag. Die Feuerwehr habe den Brand schnell unter Kontrolle bringen können.

Auch im Osten des Freistaats kam es laut Polizei zu mehreren Flächenbränden. So fingen etliche Wiesen und Felder im Kreis Altenburger Land Feuer. Verletzt wurde dabei niemand. Auch größeren Sachschaden habe es nicht gegeben. Einsatzkräfte der Feuerwehr konnten die Brände löschen.

Erfolglos versuchten Polizeibeamte am Samstagabend, einen Brand im östlichen Teil von Erfurt mit Feuerlöschern in den Griff zu bekommen. Erst die Feuerwehr bekämpfte die Flammen auf einem Weizenfeld erfolgreich. Nach Angaben der Polizei waren rund 20 Quadratmeter des Feldes betroffen. Die Ursache für das Feuer sei unklar.

Seit Wochen herrscht in großen Teilen Thüringens Trockenheit. «Auch in der kommenden Woche sind keine Niederschläge in Sicht», sagte der Meteorologe Jens Oehmich vom DWD der dpa. Gerade im Thüringer Becken sei im Juni Regen weitgehend ausgeblieben. Während im Raum Erfurt im Juni um die 60 Liter Regen pro Quadratmeter üblich seien, kamen in den vergangenen Wochen nur fünf Liter pro Quadratmeter vom Himmel.

«In Südthüringen gab es vor drei bis vier Wochen teils heftige Niederschläge, aber örtlich begrenzt und sehr unterschiedlich verteilt», sagte Oehmich. In der kommenden Woche soll es laut DWD im Freistaat weiterhin trocken bleiben. «Ab Mitte der Woche steigen die Temperaturen auf 30 Grad und mehr», sagte Oehmich. Sonnenanbeter und Menschen, die draußen arbeiten, sollten in den nächsten Tagen ihre Haut gut schützen, denn laut DWD ist mit hoher UV-Strahlung zu rechnen.

Während die Thüringer tagsüber ins Schwitzen kommen dürften, kühlt es in den Nächten merklich ab. Oehmich schloss sogar vereinzelt Bodenfröste - etwa im Thüringer Wald - nicht aus. «In ungünstig gelegenen Hochtälern kann sich kalte Luft sammeln, und dort sind nachts Bodenfröste möglich», sagte der Wetter-Experte. Alle Balkonpflanzen eilig ins Haus zu holen, sei aber nicht nötig. In bewohnten Gebieten hält der Meteorologe Frost für unwahrscheinlich. Grund für die Abkühlung in den Nächten ist laut Oehmich unter anderem kalte Luft, die aus Skandinavien kommt.
dpa/th
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