Mittwoch, 07.12.2022 | 14:32:00
Vorsprung durch Wissen
schließen x
Suchbegriff
Rubrik
 Suchen
Das Informationszentrum für die Landwirtschaft
26.09.2022 | 12:53 | Grundwasserneubildung 

Nach viel Regen - Trockenheit nur oberflächlich besiegt

Nürnberg - Nach den regenreichen Tagen in Bayern ist der Boden wieder feuchter - allerdings nur in den oberen Schichten.

Grundwassermangel
In den vergangenen Tagen regnete es viel in weiten Teilen Bayerns, die Böden sehen wieder besser aus. Aber nur von oben betrachtet, sagt ein Hydrogeologe und erklärt, wie es regnen müsste, um der Trockenheit nachhaltig Herr zu werden. (c) proplanta

«Schön, dass es endlich mal Niederschlag gibt, aber das reicht einfach nicht aus, um auch tieferliegende Bodenschichten und das Grundwasser nachhaltig wieder aufzufüllen. Diese sind aber für Wassernutzung und auch für Wälder enorm wichtig», sagte der Hydrogeologe Johannes Barth von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU).

Ein Experte des Deutschen Wetterdienstes (DWD) teilte mit, dass die ergiebigen Niederschläge der vergangenen Wochen zumindest die obersten 30 Zentimeter des Bodens wieder mit Wasser aufgefüllt haben. «Aufgrund der momentanen Wettersituation mit abnehmenden Temperaturen und zusätzlichen Niederschlägen» werde weiter wenig Wasser verdunsten und die Wasservorräte im Boden weiter aufgefüllt werden, ergänzte der DWD-Meteorologe.

«Die oberflächennahe Bodenfeuchte erholt sich schneller, ist aber dann auch schneller wieder aufgebraucht», sagte Johannes Barth von der FAU zur Erklärung. Man müsse tiefer blicken und längere Zeiträume in Betracht ziehen. In größeren Tiefen sei die Dürre noch lange nicht vorbei - «und dies seit Jahren nicht».

Um der Trockenheit Herr zu werden, müsste nicht nur genug Regen fallen, es müsse auch der «richtige» sein, sagte der Leiter des Lehrstuhls für Angewandte Geologie. «Das heißt, wir bräuchten wochenlang Nieselregen oder im Winter endlich wieder mal eine Schneebedeckung mit anschließender Schmelze.

Dadurch kann das Wasser viel effizienter und langsam in den Boden eindringen und auch tiefer gelangen.» Der Hintergrund: Trockene Böden können wasserabweisend wirken und dann Wasser gar nicht oder nur mehr sehr schlecht aufnehmen. Entsprechend wäre durchgehender leichter Regen besser, um der Bodentrockenheit entgegenzuwirken - im Gegensatz zu einzelnen Starkregenereignisse.

Perspektivisch gehen Wissenschaftler davon aus, dass auch Bayern sich mit dem Klimawandel an trockenere Böden anpassen muss. «Trockenheit und Wetterextreme sind auch dieses Jahr zum Beispiel in großen Teilen Südeuropas ein noch drängenderes Problem und wir können diese schon als eine Vorwarnung sehen», sagte Barth.

Er empfiehlt von anderen Ländern zu lernen - zum Beispiel Israel. Dort werde unter anderem die Tröpfchenbewässerung sehr effizient in der Landwirtschaft eingesetzt. Mit der Technik gelangt das Wasser über Leitungen direkt zu den Pflanzen - entsprechend kann viel Wasser gespart werden.
dpa/lby
Kommentieren
weitere Artikel

Status:
Name / Pseudonym:
Kommentar:
Bitte Sicherheitsabfrage lösen:


  Weitere Artikel zum Thema

 Studie widerlegt negativen Einfluss des Klimas auf Grundwasserneubildung

 BBV fordert Nachbesserungen an der Düngeverordnung

 Fachleute erwarten steigende Grundwasserstände im Südwesten

 Große Sorgen um Esche, Eiche und Buche in Rheinland-Pfalz

 2022 war wärmstes Jahr in Frankreich seit 100 Jahren

  Kommentierte Artikel

 Studie widerlegt negativen Einfluss des Klimas auf Grundwasserneubildung

 Versucht die Bundesregierung das EU-Lieferkettengesetz abzuschwächen?

 Verdoppelt sich die Zahl der Windräder in Bayern?

 Haltungswechsel bei Aldi kommt schnell voran

 Klimaexperte will Bauen mit Holz voranbringen

 Landwirt in Marbach muss Rinder abgeben

 Tirols Bauern empört über Tourismus-Werbung mit Haferdrink

 Tierquälerei im Stall: Haftstrafen für Allgäuer Landwirte

 Aktuelle Auswertungen 2022: Nitratbelastung im Grundwasser immer noch vielerorts deutlich zu hoch

 Kauf-nix-Tag soll zum Umdenken anregen