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30.05.2019 | 14:15 | Wetterrückblick Frühling 2019 

Österreich: Wetterrückblick Frühling 2019 - Erst trocken und warm, dann nass und kalt

Wien - Kühlster Mai seit 1991 und im Großteil Österreichs einer der nassesten Mai-Monate der Messgeschichte.

Wetter im Frühling 2019
Frühling 2019: erst warm und trocken, dann kühl und nass. (c) proplanta

Der Frühling 2019 brachte sehr unterschiedliche Monate. Ungewöhnlich warm waren der März (einer der 15 wärmsten der Messgeschichte) und der April (einer der 25 wärmsten der Messgeschichte).

Deutlich zu kühl fällt hingegen der Mai aus. „Rechnet man die Prognosen für die nächsten Tage ein, liegt der Mai 2019 um 2,6 °C unter dem vieljährigen Mittel. Das ist der kühlste Mai seit 1991", sagt Alexander Orlik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik. „In der Gesamtbilanz ergeben diese drei sehr unterschiedlichen Monate einen Frühling der 0,4 °C über dem Durchschnitt liegt."

Deutlich weniger Sommertage



Da der Mai ist fast durchgehend relativ kühl war, liegt die Zahl der Sommertage (mindestens 25 °C) im Frühling 2019 deutlich unter dem Mittel. „In den Landeshauptstädten gab es in diesem Frühling in Bregenz und Klagenfurt keinen einzigen Sommertag. Im vieljährigen Mittel sind es in Bregenz drei und in Klagenfurt sieben Sommertage", sagt ZAMG-Klimatologe Orlik. „Wien und St. Pölten verzeichneten vier Sommertage, in einem durchschnittlichen Frühling sind es hier sieben."

Zahl der Sommertage (mindestens 25 °C) im Frühling 2019



Wien Hohe Warte: im Frühling 2019 gab es 4 Sommertage (im vieljährigen Durchschnitt 7)

Bregenz: 0 (im vieljährigen Durchschnitt 3)

Innsbruck Universität: 3 (im vieljährigen Durchschnitt 9)

Salzburg Freisaal: 2 (im vieljährigen Durchschnitt 7)

Linz Stadt: 2 (im vieljährigen Durchschnitt 7)

St. Pölten: 4 (im vieljährigen Durchschnitt 7)

Eisenstadt: 2 (im vieljährigen Durchschnitt 7)

Graz Universität: 3 (im vieljährigen Durchschnitt 7)

Klagenfurt Flughafen: 0 (im vieljährigen Durchschnitt 7)

Ende der Trockenheit



Der März und der April waren in der österreichweiten Auswertung um mehr als 20 Prozent zu trocken. Der Mai wird um mehr als 30 Prozent zu nass ausfallen. In Summe ergibt das für den Frühling 2019 im Großteil Österreichs 10 bis 40 Prozent mehr Niederschlag als im vieljährigen Durchschnitt. Etwas zu trocken blieb es in Teilen Unterkärntens und der Steiermark.

Im Westen einer der vier nassesten Mai-Monate der Messgeschichte



Die ersten Auswertungen für den Mai zeigen historisch hohe Regenmengen. „In Vorarlberg und Nordtirol ist das einer der vier nassesten Mai-Monate der letzten 160 Jahre. Die endgültige Platzierung hängt von den Regenmengen der letzten Tage des Monats ab", sagt ZAMG-Klimatologe Alexander Orlik. „Im Gebiet vom Flachgau über Ober- und Niederösterreich und Wien bis zum Nordburgenland ist dieser Mai einer der 15 nassesten der Messgeschichte."

Derzeit überdurchschnittlich viel Schnee auf den Bergen



Der kühle und feuchte Mai brachte auf den Bergen immer wieder Neuschnee. Derzeit liegt oberhalb von 2.000 Meter Seehöhe rund 50 bis 100 Zentimeter mehr Schnee als an einem durchschnittlichen Mai-Ende. Bei der ZAMG Wetterstation auf der Villacher Alpe (K, 2117 Meter Seehöhe) liegen derzeit 114 cm Schnee (Messung vom 29.5.2019). In einem durchschnittlichen Mai sind es hier 64 cm. Bei der Rudolfshütte in den Hohen Tauern (S, 2317m Seehöhe) liegen derzeit 336 cm Schnee, in einem durchschnittlichen Mai sind es 241 cm. Beim Sonnblick-Observatorium der ZAMG (S, 3105m Seehöhe) liegen jetzt 538 cm Schnee, in einem durchschnittlichen Mai sind es hier 430 cm.

Auch in tiefen Lagen gab es in diesem Frühling Schnee: Am 5. Mai lag in der Stadt Salzburg und in Kufstein eine zwei Zentimeter hohe Schneedecke. Eine Schneedecke im Mai gab es hier zuletzt im Jahr 1987.

Geringste Blitzzahl seit Beginn der Messungen



Es gab heuer deutlich weniger Gewitter als in einem durchschnittlichen Frühling. Das österreichische Blitzortungssystem ALDIS registrierte in diesem Frühling nur rund 2.300 Blitzeinschläge. Das ist mit Abstand der geringste Wert seit Beginn der Blitzmessungen im Jahr 1992. Zum Vergleich: 2018 gab es bis Ende Mai einen der fünf höchsten Werte seit Messbeginn mit knapp 30.000 Einschlägen.

Vegetation: schneller Start und Dämpfer im Mai



Die Entwicklung der Pflanzen hatte bis Ende April einen Vorsprung von etwa sieben bis zehn Tage zu einem durchschnittlichen Frühling (Klimavergleichsperiode 1981-2010). So endete die Apfelblüte schon Ende April, also um mehr als eine Woche früher als im Mittel. Um dieselbe Zeit begann der Holunder in den warmen Regionen Österreichs seine Blüten zu öffnen.

Der Mai mit seinen ungewöhnlich tiefen Temperaturen ließ die phänologische Entwicklung nur schleppend vorankommen. So steht der schwarze Holunder immer noch in Vollblüte und in höheren Lagen hat der Flieder kaum zu blühen begonnen. Im Augenblick ist es aber noch zu früh, um die Wirkung der Maikälte auf die phänologische Entwicklung genau angeben zu können.

Der Frühling 2019 im Detail



Temperatur



Die drei Frühlingsmonate im Jahr 2019 waren im zeitlichen und räumlichen Mittel um 0,4 °C wärmer als das klimatologische Mittel 1981-2010 (HISTALP-Tiefland). Dabei waren der März mit einer Abweichung von +2,3 °C und der April mit +1,5 °C deutlich wärmer als das Mittel. Der Mai hingegen setzte der Folge an überdurchschnittlich zu warmen Monaten ein recht deutliches Ende. Mit einer Anomalie von -2,6 °C ist der Mai 2016 der kälteste in Österreich seit dem Jahr 1991.

In Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Oberkärnten war das Temperaturniveau im Frühling ausgeglichen. Die Anomalien lagen hier zwischen -0,5 °C und +0,3 °C. In den anderen Landesteilen war der Frühling um 0,4 bis 1,1 °C wärmer als das vieljährige Mittel.

Insgesamt gab es in diesem Frühling im Vergleich zum langjährigen Mittel deutlich weniger Sommertage. In den Regionen des Landes, wo Sommertage im Frühling auftreten können, lag die Anzahl der Sommertage um rund 50 bis 100 Prozent unter dem durchschnittlichen Niveau. Die Sommertage traten aber nicht wie üblich vorwiegend im Mai auf, sondern wurden hauptsächlich im April registriert.

Niederschlag



Die ersten beiden Frühlingsmonate waren, verglichen mit dem Mittel, relativ trockene Monate, die österreichweit um 26 bzw. 21 Prozent weniger Niederschlag brachten. Der ausgesprochen regenreiche, und im Hochgebirge schneereiche Mai hat dieses Defizit in vielen Landesteilen größtenteils wieder ausgeglichen.

In Vorarlberg, Tirol und in Teilen Salzburgs und Kärntens ging sich somit ein Niederschlagsplus von 10 bis 40 Prozent aus. Aber auch in Oberösterreich, Niederösterreich, Wien und im Burgenland waren die Niederschlagsverhältnisse im Frühling durchschnittlich oder brachten ein Plus von 10 bis 30 Prozent. Durchschnittliche bis zu trockene Verhältnisse gab es in der Steiermark und in Unterkärnten sowie im Waldviertel.

Die Schneeverhältnisse waren im Frühling im Wesentlichen unterdurchschnittlich. Vor allem außerhalb der alpinen Gebiete gab es im März kaum Neuschnee bzw. Tage mit einer geschlossenen Schneedecke. Im April ist in diesen Gebieten im Allgemeinen ohnehin nicht mehr mit nennenswerten Schneefällen zu rechen.

In den westlichen und nördlichen alpinen Gebieten oberhalb von etwa 800 Meter Seehöhe lag die Anzahl der Schneedeckentage im März im Bereich des klimatologischen Mittels oder darüber. Der ausgesprochen kalte Mai mit seinen ergiebigen Niederschlagsmengen sorgte aber nochmals für einen deutlichen Neuschneezuwachs oberhalb von etwa 1.500 bis 2.000 m Seehöhe.

Am 6. Mai lag z.B. vom Arlberg bis zum Semmering oberhalb von .1000 m Seehöhe eine nahezu geschlossene Schneedecke. Am 5. Mai lag sogar in der Stadt Salzburg und Kufstein eine 2 cm hohe Schneedecke. Eine Schneedecke im Mai gab es zuletzt in den beiden Städten im Jahr 1987.

Sonne



Der Frühling 2019 war insgesamt etwas trüber als im Mittel. Im Flächenmittel schien die Sonne um 5 Prozent weniger. Der März brachte um 22 Prozent und der April um 6 Prozent mehr Sonnenschein. Im Mai hingegen war es verbreitet trüb und so schien die Sonne österreichweit um 35 Prozent seltener als in einem durchschnittlichen Mai.

In weiten Teilen des Landes lagen die Anomalien der Sonnenscheindauer zwischen minus 10 und plus 10 Prozent. Um 10 bis 20 Prozent weniger Sonnenstunden gab es in Teilen Vorarlbergs und Nordtirols, vom Tennengau bis zum Ausseer-Land, sowie in der Oststeiermark und im Südburgenland.

Frühling 2019: Übersicht Bundesländer



Vorarlberg

Niederschlagsabweichung 23 %
Temperaturabweichung -0.1 °C
Abweichung der Sonnenscheindauer -10 %
Temperaturhöchstwert Bludenz (571 m) 25.5 °C am 21.4.
Temperaturtiefstwert (Gipfel/Hochalpin) Lech (1.442 m) -12.6 °C am 20.3.
Temperaturtiefstwert unter 1.000 m Schoppernau (839 m) -7.6 °C am 20.3.
höchstes Monatsmittel der Lufttemperatur Feldkirch (438 m) 9.6 °C, Abw. 0.0 °C
höchste Sonnenscheindauer Rohrspitz (395 m) 530 h, Abw. k.A.

Tirol

Niederschlagsabweichung 35 %
Temperaturabweichung -0.1 °C
Abweichung der Sonnenscheindauer -9 %
Temperaturhöchstwert Lienz (661 m) 26.5 °C am 24.5.
Temperaturtiefstwert (Gipfel/Hochalpin) Brunnenkogel (3.437 m) -22.0 °C am 11.3.
Temperaturtiefstwert unter 1.000 m Ehrwald (982 m) -8.0 °C am 20.3.
höchstes Monatsmittel der Lufttemperatur Innsbruck-Uni. (578 m) 9.9 °C, Abw. 0.0 °C
höchste Sonnenscheindauer Innsbruck-Uni. (578 m) 542 h, Abw. -2 %

Salzburg

Niederschlagsabweichung 11 %
Temperaturabweichung +0.1 °C
Abweichung der Sonnenscheindauer -7 %
Temperaturhöchstwert Mattsee (502 m) 26.6 °C am 24.4.
Temperaturtiefstwert (Gipfel/Hochalpin) Sonnblick (3.109 m) -18.8 °C am 11.3.
Temperaturtiefstwert unter 1.000 m Radstadt (835 m) -9.5 °C am 21.3.
höchstes Monatsmittel der Lufttemperatur Salzburg/Freis. (418 m) 9.9 °C, Abw. +0.2 °C
höchste Sonnenscheindauer Mattsee (502 m) 534 h, Abw. -5 %

Oberösterreich

Niederschlagsabweichung 11 %
Temperaturabweichung +0.6 °C
Abweichung der Sonnenscheindauer -3 %
Temperaturhöchstwert Braunau (382 m) 28.2 °C am 25.4.
Temperaturtiefstwert (Gipfel/Hochalpin) Dachstein-Gletscher (2.520 m) -14.6 °C am 20.3.
Temperaturtiefstwert unter 1.000 m Freistadt (539 m) -5.7 °C am 21.3.
höchstes Monatsmittel der Lufttemperatur Linz (262 m) 11.0 °C, Abw. +0.7 °C
höchste Sonnenscheindauer Reichersberg (351 m) 579 h, Abw. +16 %

Niederösterreich

Niederschlagsabweichung 16 %
Temperaturabweichung +0.7 °C
Abweichung der Sonnenscheindauer -3 %
Temperaturhöchstwert Wieselburg (259 m) 28.5 °C am 25.4.
Temperaturtiefstwert (Gipfel/Hochalpin) Rax/Seilbahn (1.547 m) -7.1 °C am 11.3.
Temperaturtiefstwert unter 1.000 m Gars/Kamp (273 m) -6.6 °C am 21.3.
höchstes Monatsmittel der Lufttemperatur Gumpoldskirchen (212 m) 11.0 °C, Abw. +0.6 °C
höchste Sonnenscheindauer Gänserndorf (163 m) 575 h, Abw. -1 %

Wien

Niederschlagsabweichung 32 %
Temperaturabweichung +0.5 °C
Abweichung der Sonnenscheindauer 0 %
Temperaturhöchstwert Wien-Mariabrunn (225 m) 28.2 °C am 26.4.
Temperaturtiefstwert (Gipfel) Wien-Jubiläumsw. (450 m) 0.1 °C am 20.3.
Temperaturtiefstwert Wien-Mariabrunn (225 m) -3.9 °C am 21.3.
höchstes Monatsmittel der Lufttemperatur Wien-Innere Stadt (177 m) 12.3 °C, Abw. +0.5 °C
höchste Sonnenscheindauer Wien-Innere Stadt (177 m) 586 h, Abw. 0 %

Burgenland

Niederschlagsabweichung 13 %
Temperaturabweichung +0.7 °C
Abweichung der Sonnenscheindauer -10 %
Temperaturhöchstwert Eisenstadt (184 m) 28.1 °C am 25.4.
Temperaturtiefstwert Kleinzicken (265 m) -5.9 °C am 21.3.
höchstes Monatsmittel der Lufttemperatur Podersdorf (116 m) 11.5 °C, Abw. k.A.
höchste Sonnenscheindauer Eisenstadt (184 m) 564 h, Abw. -5 %

Steiermark

Niederschlagsabweichung -6 %
Temperaturabweichung +0.5 °C
Abweichung der Sonnenscheindauer -9 %
Temperaturhöchstwert Hartberg (330 m) 26.6 °C am 26.5.
Temperaturtiefstwert (Gipfel/Hochalpin) Stolzalpe (1.291 m) -7.3 °C am 21.3.
Temperaturtiefstwert unter 1.000 m Zeltweg (678 m) -8.0 °C am 21.3.
höchstes Monatsmittel der Lufttemperatur B. Radkersburg (207 m) 11.0 °C, Abw. +0.9 °C
höchste Sonnenscheindauer B. Radkersburg (207 m) 551 h, Abw. -7 %

Kärnten

Niederschlagsabweichung 21 %
Temperaturabweichung +0.2 °C
Abweichung der Sonnenscheindauer -6 %
Temperaturhöchstwert Hermagor (562 m) 27.0 °C am 24.5.
Temperaturtiefstwert (Gipfel/Hochalpin) Villacher Alpe (2.117 m) -11.1 °C am 12.3.
Temperaturtiefstwert unter 1.000 m B. Bleiberg (909 m) -7.8 °C am 21.3.
höchstes Monatsmittel der Lufttemperatur Villach (493 m) 9.7 °C, Abw. +0.4 °C
höchste Sonnenscheindauer Villach (493 m) 550 h, Abw. -4 %

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