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29.04.2007 | 07:34 | Berlins Ratten  

Sonnenbad am Kanal: Berliner Ratten sind sichtbarer als früher

Berlin - Sie huschen am helllichten Tag über den Alexanderplatz oder sonnen sich am Landwehrkanal: Berlins Ratten zeigen sich immer öfter.

Ratte
(c) Natalia Pavlova - fotolia.com

Achtlos weggeworfene Lebensmittel, der Müll von Imbissbuden, übervolle Papierkörbe in den Parks oder Speisereste in der Kanalisation machten die Hauptstadt zu einem Paradies für Ratten, sagt Karolina Bauer-Dubau, Schädlingsexpertin am Berliner Institut für Tropenmedizin. Gefährlich sind die Tiere nicht. Doch sie können zum Beispiel über Kot und Urin, die sich mit Straßenstaub mischen, Viren und Bakterien übertragen. Ratten haben auch Parasiten wie Milben oder Flöhe. «Die Fälle von Rattenmilben-Befall sind in fünf Jahren deftig angestiegen», berichtet Bauer-Dubau.

Genaue Angaben über die Zahl der Ratten in Berlin gibt es nicht. Selbst Schätzungen seien unseriös, betont Detlef Kadler vom Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales. Er kann nur die Fälle registrieren, bei denen Schädlingsbekämpfer nach Anweisung der Gesundheitsämter auf Rattenjagd gingen - und stellt dabei keinen großen Anstieg fest. Im Jahr 2006 waren es 5273 Einsätze, 1999 waren es 4050 Fälle. «Es ist ein gleich bleibender Trend», sagt Kadler.

Mario Heising, Vorsitzender des Berliner Landesverbandes der deutschen Schädlingsbekämpfer, kennt andere Zahlen. Bei einer Befragung unter den rund 20 Mitgliedsbetrieben nannten im Jahr 2005 15 Firmen mit 31 Bekämpfern 8090 Einsätze. «Das sind pro Mann also 261 Einsätze im Jahr», rechnet Heising vor. Im Land Berlin gebe es insgesamt rund 160 Schädlingsbekämpfer. «Das wären also fast 42 000 Einsätze im Jahr», ergänzt er. «Meiner Meinung nach sollte man das Rattenproblem nicht unterschätzen. Ich habe auch nicht den Eindruck, dass die Rattenzahl rückläufig ist.»

Durch die Baulust in Berlin und die vielen Haussanierungen sei den Nagern ein Teil ihres angestammten unterirdischen Lebensraums genommen worden, ergänzt Heising. «Es gibt ja viel weniger kaputte Keller.» Deshalb seien mehr Ratten auf Straßen und Plätzen zu sehen. Die Tiere seien so domestiziert, dass sie nicht länger nur nachts herumlaufen, ergänzt die Ärztin Bauer-Dubau. «Wenn Sie am Landwehrkanal liegen, kann es heute passieren, dass sich neben ihnen eine Ratte sonnt», ergänzt sie. Beliebte Reviere der Tiere seien auch das Kottbusser Tor, Spree-Böschungen oder die Yorckstraße.

«Ratten führen eine friedliche Koexistenz mit Menschen. Sie würden nicht angreifen», sagt die Schädlingsexpertin. Als Keimträger seien die Tiere jedoch nicht zu unterschätzen. Die Nager könnten zum Beispiel Bakterien wie Salmonellen und Listerien übertragen, die Magen-Darm-Erkrankungen hervorrufen. Auch eine Leptospirose-Infektion, die zu Fieber, Kopfschmerzen und Schleimhautentzündungen führen kann, sei durch Ratten möglich. Bei Ratten im Keller oder im Garten sollte auf jeden Fall ein professioneller Schädlingsbekämpfer gerufen werden. «Wer es als Laie mit Ködern versucht, kann durch falsche Anwendung bei den Tieren Resistenzen gegen Rattengifte fördern», betont die Expertin. (dpa)
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