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30.01.2021 | 14:05 | Wetterrückblick Januar 2020 

Wetter in der Schweiz im Januar 2020: Regional sehr viel Schnee

Zürich - In einigen Regionen der Schweiz zeigte sich der Januar wieder einmal so richtig winterlich. Häufiger Schneefall sorgte auch in tiefen Lagen für viele Tage mit Schneedecke.

Januarwetter in der Schweiz
Regional schneereicher Januar. (c) proplanta

In der Ostschweiz gab es einen der kräftigsten Neuschneefälle seit Messbeginn, lokal mit Rekordmengen. Einige sehr kalte Nächte rundeten das Bild eines klassischen Wintermonats ab.

Kalt in den Bergen



Die Januartemperatur blieb in den Berglagen oberhalb von 1000 m im Mittel 2 °C unter der Norm 1981−2010. Auf dem Jungfraujoch war es mit 2,9 °C unter der Norm einer der kältesten Januarmonate der letzten 35 Jahre, zusammen mit dem Januar 2019. In den tiefen Lagen nördlich der Alpen lagen die Werte im Bereich der Norm. Auf der Alpensüdseite meldete Lugano 0,2 °C über der Norm, Locarno-Monti hingegen 0,8 °C unter der Norm. Im landesweiten Mittel ergibt sich eine Januartemperatur von 1,0 °C unter der Norm 1981−2010.

Kalte Januarnächte



Die ersten acht Januartage waren tiefdruckbestimmt, allerdings mit geringer Niederschlagsaktivität. Bei anhaltend unterdurchschnittlicher Temperatur fiel beidseits der Alpen hin und wieder etwas Schnee bis in tiefe Lagen. Vom 9. bis am 11. Januar brachte ein vom Atlantik bis nach Mittel- und Osteuropa reichendes Hochdruckgebiet vielerorts klare Nächte mit sehr tiefen Minimumtemperaturen.

Die tiefsten Werte im Messnetz der MeteoSchweiz gab es am 11. Januar in Samedan im Oberengadin mit -29,6 °C und in La Brévine im Jura mit -28,0 °C. In den Niederungen der Alpennordseite erreichten die Tiefstwerte -7 bis -9 °C, in den Tälern der Alpen auch -10 bis -17 °C. In den Tieflagen der Alpensüdseite sanken die tiefsten gemessenen Werte auf -9,4 °C.

Lange Schneefallperiode



Mit der Umstellung auf eine kräftige Nordwestströmung setzte auf der Alpennordseite ab dem 12. Januar eine siebentägige Schneefallperiode ein. Vom 12. auf den 13. gab es im Flachland vielerorts zwischen 2 und 10 cm Neuschnee. In den tiefen Lagen des Wallis waren es 20 bis 30 cm und im Churer Rheintal um 20 cm. Am 13. schneite es nur in höheren Lagen und in den Tälern der Ostschweiz, besonders kräftig im Churer Rheintal. In den tiefen Lagen der Alpennordseite fiel meist Regen. Auf der Alpensüdseite sorgte der Nordföhn für recht sonnige Bedingungen und Tageshöchstwerte um 13 °C.

Viel Schnee im Osten



Mit zusätzlicher Kaltluft aus Nordosten bildete sich auf den 14. Januar entlang der Linie Basel-Luzern eine ausgeprägte Luftmassengrenze. Vom 14. auf den 15. fielen in der Nordostschweiz in tiefen Lagen 30 bis 45 cm, in höheren Lagen 50 bis 60 cm Neuschnee. Einen derart kräftigen Schneefall gab es hier letztmals vom 4. auf den 5. März 2006. Betroffen waren damals hauptsächlich die Tieflagen der Nordostschweiz, mit etwas grösseren Neuschneemengen als im aktuellen Fall. In den Bergen fielen damals keine besonderen Neuschneemengen.

Regen im Westen



In der milderen Luft über der Westschweiz lag die Schneefallgrenze am 14. und 15. Januar höher und es regnete in tieferen Lagen. Am Morgen des 16. Januar registrierte dann auch die Region Bern etwas Neuschnee, und auf den 17. schneite es fast überall einige Zentimeter. Auf den 18. Januar fiel nur noch lokal bis in tiefe Lagen etwas Schnee. Am östlichen Alpennordhang gab es nochmals 20 bis 40 cm.

Wo gab es wieviel Schnee?



Vom Morgen des 12. bis am Morgen des 18. Januar 2021 erreichte die Neuschneesumme in den tiefen Lagen der Ostschweiz verbreitet 40 bis 60 cm. Im zentralen Mittelland waren es 10 bis 40 cm, gegen Westen abnehmend. Richtung Genfersee blieben die Mengen in tiefen Lagen meist unter 10 cm, lokal gab es gar keinen messbaren Neuschnee. In den tiefen Lagen der östlichen Alpentäler erreichte die Neuschneesumme 70 bis 100 cm, in den tiefen Lagen des Wallis 30 bis 40 cm. Berglagen erhielten im Osten gebietsweise 140 bis 170 cm, im Westen verbreitet 60 bis 100 cm.

Lokaler Schneerekord



Die heftigsten Schneefälle erstreckten sich im östlichen Mittelland über zwei Tage. Am leicht erhöhten Messstandort Zürich-Fluntern war es mit 40 cm die fünfthöchste 2-Tages Neuschneesumme in der Messreihe seit 1931. Auf dem Flughafen Zürich wurden 37 cm gemessen, Rang 2 in der Messreihe seit 1958. Hallau am Nordrand der Schweiz erhielt eine 2-Tages Neuschneesumme von 28 cm, Rang 6 in der Messreihe seit 1964.

Rang 1 belegt an allen drei Standorten das Ereignis vom 4./5. März 2006. In den Ostalpen fielen die heftigsten Schneefälle über drei Tage. Besonders auffallend war der Messstandort Chur mit 82 cm, der höchsten 3-Tages Neuschneesumme in der weit über 100-jährigen Messreihe. Seit Messbeginn 1888 ist es erst das zweite 3-Tages Ereignis im Bereich von 80 cm.

Sonniger Süden



Während der siebentägigen Schneefallperiode vom 12. bis am 18. Januar machte sich die Sonne auf der Alpennordseite extrem rar. Zürich registrierte keine einzige Sonnenstunde. Auf der Alpensüdseite hingegen lachte die Sonne fast durchgehend. Einzig am 15. gab es nur wenig Sonnenschein. Dank Nordföhn stiegen zudem die Tageshöchstwerte auf der Alpensüdseite am 13. und 14. Januar auf 13 bis 14 °C.

Föhn bringt Schnee im Süden



Nach einem Zwischenhoch am 19. Januar brachte eine dreitägige Südföhnperiode in den Bergen der Alpensüdseite sowie im Oberengadin 20 bis 30 cm Neuschnee. Im oberen Puschlav fielen bis 40 cm. Die Schneefallgrenze sank dabei bis in tiefere Lagen, erhielt doch Biasca auf 278 m immerhin 4 cm Neuschnee.

Föhn frisst Schnee im Norden



Auf der Alpennordseite wirkte der milde Föhn hingegen als «Schneefresser». In Chur liess er vom vielen Schnee gerade noch 20 cm übrig. In Sargans verschwand die ursprünglich 90 cm mächtige Schneedecke bis am 23. Januar praktisch vollständig.

Nochmals reichlich Schnee im Süden



Nach dem Südföhn drehte die Strömung auf Nordwest. Die zufliessende Polarluft brachte in der Nacht auf den 23. Januar auf der Alpennordseite vielerorts etwas Schnee bis in tiefe Lagen. Reichlich Schnee fiel in den Bergen der Alpensüdseite mit über 30 cm und im Oberengadin mit lokal rund 40 cm.

Zusammen mit den Schneefällen der beiden Vortage erhielt der Messstandort Maloja (1810 m) eine 3-Tages Neuschneesumme von 85 cm (Daten SLF Davos). Im Puschlav registrierte die Messstation Cavaglia (1690 m) eine 3-Tages Neuschneesumme von 84 cm (Daten SLF Davos).

Schneefall im Norden, sonniger Süden



Mit wechselhaftem Wetter und kalter Luft aus Nordwesten gab es auf der Alpennordseite und im Wallis vom 24. bis am 27. Januar weitere Schneefälle bis in tiefe Lagen. Auf der Alpensüdseite brachte der teilweise kräftige Nordföhn bis am 26. sonnige Verhältnisse mit Tageshöchstwerten von 9 bis 10 °C. Am 27. Januar griffen die Niederschläge aus Nordwesten auch auf die Alpensüdseite über mit Schnee bis in tiefe Lagen. Am Morgen des 28. Januar registrierten Lugano und Scudellate 2 cm, Locarno-Monti 9 cm und Biasca 11 cm Neuschnee.

Mit Westwind milder



Kräftiger Wind aus dem Sektor West bis Südwest brachte ab dem 28. Januar mildere Luft zur Schweiz. In den tieferen Lagen regnete es ausgiebig. In den Bergen fielen abermals beträchtliche Schneemengen. Regional waren Strassen und Bahnlinien wegen der Lawinengefahr unterbrochen. In den tiefen Lagen der Alpennordseite führte der viele Regen zusammen mit dem schmelzenden Schnee gebietsweise zu Überschwemmungen.

Nordosten extrem niederschlagsreich



Die häufigen Niederschläge ergaben in der Nordostschweiz extrem hohe Januarsummen. Regional fielen 200 bis 300 % der Norm 1981−2010. Zürich und St. Gallen registrierten eine der höchsten Januar-Niederschlagssummen seit Messbeginn vor über 150 Jahren. Da der Niederschlag oft als Schnee fiel, stiegen lokal auch die Neuschneesummen auf sehr hohe Werte. In Chur fiel mit insgesamt 150 cm Neuschnee die vierthöchste Monatssumme seit Messbeginn 1888.

Haselpollen im Tessin seit Mitte Januar



An den Stationen des phänologischen Beobachtungsnetzes von MeteoSchweiz liegen noch keine Meldungen zum Blühbeginn der Haselsträucher vor. Aus dem Pollenmessnetz gibt es aber Hinweise, dass sich die ersten Haselkätzchen im Tessin ab ungefähr Mitte Januar öffneten und Pollen abgaben. In Locarno stiegen die Pollenkonzentrationen am 24. Januar auf die Stufe mässig an, wenige Tage später als im Mittel der 25-jährigen Vergleichsperiode 1993−2017 für die Pollenmessungen.

Im phänologischen Beobachtungsnetz liegt im Tessin das Mittel der Beobachtungen für den Blühbeginn der Hasel am 29. Januar, dies für Stationen unterhalb von 600 m. Aufgrund der Temperaturen im Dezember und Januar ist von einem Beginn der Haselblüte an den Beobachtungsstationen im Zeitraum des Mittelwerts oder ganz leicht später zu erwarten.

Auf der Alpennordseite wurden erst ganz vereinzelt Haselpollen in sehr tiefen Konzentrationen gemessen, vor allem während der Föhnphase vom 20. bis 22. Januar. Der Mittelwert der phänologischen Beobachtungen für den Blühbeginn der Hasel liegt auf der Alpennordseite in der ersten Februardekade.

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