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01.07.2020 | 02:37 | Wetterrückblick Juni 2020 

Wetter in der Schweiz im Juni 2020 - Verbreitet nass

Zürich - Die Monatstemperatur im Juni 2020 lag im landesweiten langjährigen Durchschnitt.

Juniwetter in der Schweiz
Verbreitet nasser Juni. (c) proplanta

Die ersten zwei Drittel des Monats waren kühler und vielerorts deutlich nasser als die Norm 1981−2010. Regional gab es markante Unterschiede in den Niederschlagsmengen.

Im Wallis, im Engadin und im Südtessin wurden stellenweise mehr als 160% des Normniederschlags registriert. Davon fiel ein Grossteil in den ersten 20 Tagen des Monats. Am Bodensee und in der Südwestschweiz lagen die Niederschläge erneut unter der Norm, nachdem schon die vorangegangenen Frühlingsmonate zu trocken ausfielen. Zum Monatsende zeigte sich der Hochsommer.

Junitemperatur im Bereich der Norm



Der Juni 2020 erreichte eine landesweite Durchschnittstemperatur von 11,8 °C und blieb damit genau auf der Norm 1981−2010. Der Rekordjuni im Hitzesommer 2003 lag 5,5 °C darüber, gefolgt von den Junimonaten aus den Jahren 2019 und 2017 mit Abweichungen von rund 3,5 °C. Insofern ist der diesjährige Juni keine Besonderheit. Dennoch passt dieser Monat zur Entwicklung in den letzten Jahrzehnten.

Der langjährige Verlauf der Junitemperatur zeigt von 1864 bis in die 1980-er Jahre keinen langfristigen Trend, weder zu milderen noch zu kühleren Verhältnissen. Anschliessend springt die Junitemperatur innert weniger Jahre auf ein rund 2 °C höheres Niveau. Für die Periode 1991−2020 resultiert ein Durchschnitt von 12.6 °C.

Schafskälte – ja oder nein?



Nach einem warmen Einstieg in den ersten meteorologischen Sommermonat des Jahres blieb das Wetter in der Schweiz vom 4. bis 20. Juni vorwiegend tiefdruckbestimmt. Ein Höhentief, dessen Zentrum sich zwischen den Britischen Inseln und dem Golf von Biskaya hin und her bewegte, führte in dieser Phase immer wieder feuchte und labil geschichtete Luft aus nordwestlicher bis südwestlicher Richtung in die Schweiz.

Entsprechend waren die Tagesmitteltemperaturen bis zum 11. Juni flächendeckend zwischen 3 und 5 °C zu kühl im Vergleich zur Norm 1981-2010. Kälteeinbrüche zur Monatsmitte werden im Juni oft mit dem Begriff Schafskälte in Verbindung gebracht. Zu dieser Zeit findet in der Schweiz der Alpaufzug der Schafe statt, häufig bei misslichen Wetterbedingungen. Tritt die Kälte zu Monatsbeginn oder –ende auf, wird dies nicht als Schafskälte bezeichnet.

Der diesjährige Juni ist ein Grenzfall bezüglich Schafskälte, da es ab dem 12. Juni eine mehrtätige Verschnaufpause vom kühlen Wetter gab. Im Mittelland kletterte das Thermometer am 12. Juni im Einfluss einer kräftigen Südsüdwestströmung verbreitet auf 26−28 °C, ehe sich die Bedingungen ab dem 14. Juni erneut verschlechterten.

Auf der Alpensüdseite verhalf der Wechsel auf Nordwind vom 12. bis 15. Juni zu sommerlichen Verhältnissen. In Lugano reichte es am 14. und 15. Juni für zwei Sommertage. Zwischen dem 16. und 20. Juni wurde es in der ganzen Schweiz noch einmal ähnlich kühl wie vor der Monatsmitte.

Lokal sehr nasser Juni



Die ersten zwei Drittel des diesjährigen Junimonats waren regional deutlich zu nass. Eine erste Kaltfront aus Westen brachte am 4. Juni in der ganzen Schweiz Niederschlag. Die Kaltfront blieb zwischendurch nahezu stationär über der Schweiz, wodurch sich im Tessin an manchen Orten über den Tag 80 mm Regen ansammelten.

Eine neuerliche Kaltfront brachte am 7. Juni auf der Alpennordseite ergiebige Niederschläge, insbesondere entlang dem Alpenkamm, in Nord- und Mittelbünden. Die Schneefallgrenze sank dabei stellenweise unter 1000 m, zum Beispiel bei Andeer GR. Dort fielen 81 mm Niederschlag in 24 Stunden.

Auf der Alpensüdseite verursachten Gewitter an einigen Messstationen Tagessummen von deutlich über 100 mm. So wurden in Magadino 138 mm Regen gemessen, in Lugano 130 mm. An der Messstation Ponte Tresa fielen 172 mm. Dies entspricht der fünfthöchsten Tagesniederschlagsmenge an diesem Standort seit 1901.

Am 10. Juni sorgte ein Mittelmeertief über Genua für kräftige Niederschläge in den Ostalpen. Zwischen dem 4. Juni und dem 11. Juni trocknete es in der ganzen Schweiz kaum ab.

Eine erneute Phase mit anhaltenden Niederschlägen begann am 13. Juni und endete um den 19. Juni. Ein herannahendes Tief brachte am 17. Juni regional heftige Niederschläge innert weniger Stunden. Davon betroffen war vor allem die West- und Nordwestschweiz. Dort fielen z.T. 30−40 mm in wenigen Stunden. Lokal kam es sogar zu Überschwemmungen, z.B. bei Gunten BE.

Normniederschläge früh übertroffen



Die zahlreichen starken Niederschlagsereignisse und anhaltenden Regenfälle sorgten dafür, dass die normalen Niederschlagsmengen für einen Juni in diesem Jahr vielerorts bereits nach 20 Tagen deutlich überschritten wurden.

Die grössten Überschüsse bis kurz vor Monatsende lieferten die Walliser Südtäler, das Mittel- und Südtessin, sowie das Val Müstair und das Puschlav. Im westlichen Mittelland wurde die Juninorm ebenfalls klar übertroffen. Am Bodensee und in der Südwestschweiz blieben die Niederschlagsmengen leicht unter der Norm.

Hochdruck im letzten Drittel



Am 21. Juni setzte Hochdruckwetter ein. Nach dem Abflauen der Bise ist seit dem 23. Juni der Hochsommer in der Schweiz und sorgt beidseits der Alpen für Maximaltemperaturen nahe oder gar über der Hitzemarke von 30 °C. Einen ersten Hitzetag gab es in den tieferen Lagen im Tessin am 22. Juni. In Magadino und Locarno-Monti erreichte das Thermometer 31,3 °C. Am 28. und 29. Juni brachte eine Südwestlage im Norden noch einmal kräftige Niederschläge.

Bis zum Monatsende bleiben die Temperaturen sommerlich. Dies erklärt auch, warum die Junitemperatur am Ende trotz der langen Schlechtwetterphase sehr nahe an der Norm 1981−2010 liegen wird.

Die Sommerlinden blühen



Mit der Blüte der Sommerlinde beginnt der phänologische Hochsommer. Im Tessin wurden blühende Sommerlinden schon ab Mitte Mai beobachtet, während sie auf der Alpennordseite ab Ende Mai und dann vor allem im Juni blühten. Im Vergleich zum 30-jährigen Mittel von 1981-2010 hatte die Blüte der Sommerlinde einen Vorsprung von 11 Tagen.

Die Winterlinde blüht unterhalb von 600 m im Durchschnitt 9 Tage nach der Sommerlinde. Nach ersten Meldungen Anfang Juni wurde die Blüte der Winterlinde vermehrt ab Mitte Juni beobachtet, bisher 9 Tage früher als im Mittel der Vergleichsperiode. Die Blüte der Weinreben fand 13 Tage früher statt als im Mittel und wurde ab Mitte Mai in den wärmsten Gebieten und an den weiteren Stationen vor allem in der ersten Juniwoche beobachtet.

Der Schwarzen Holunder blühte im Juni in Höhenlagen oberhalb von 800 m, wobei sich der Vorsprung auf das Mittel der Vergleichsperiode von 18 Tagen im Mai auf 14 Tage reduzierte. Die Fichten trieben ihre Nadeln in der ersten Junihälfte oberhalb von 1560 m, etwa zu einem mittleren Termin. In den Bergen oberhalb von 1000 m blühten die Gräser. Beobachtet wird im phänologischen Netz seit 1996 die Blüte des Wiesen-Knaulgrases. Auch beim Wiesen-Knaulgras ging der Vorsprung der Blüte im Juni auf wenige Tage zurück.

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