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04.07.2022 | 06:11 | Biodiversität 

Wissenschaftler legen Empfehlungen zum Schutz der Artenvielfalt vor

Leipzig / Rostock / Brüssel - Nach umfangreichen Konsultationen haben Wissenschaftler aus 23 Mitgliedstaaten Empfehlungen vorgelegt, wie die Europäische Union mit ihrer Agrarpolitik mehr zum Schutz der Artenvielfalt beitragen kann.

Biodiversität
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Sechs Grundsätze für einen höheren Beitrag der GAP zum Erhalt der Biodiversität - Wiederherstellung von Landschaftselementen und extensivem Grünland. (c) proplanta

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse wurde jetzt auch in Form einer wissenschaftlichen Publikation veröffentlicht. Darin heben die Autoren sechs Grundsätze hervor, die nach ihrer Einschätzung für einen erfolgreichen Biodiversitätsschutz durch die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) entscheidend sind.

Dazu zählen der Schutz und die Wiederherstellung von natürlichen Landschaftselementen und extensivem Grünland sowie die Ausweitung ergebnisorientierter Ansätze, bei denen die Landwirte mehr Freiraum bei der Erreichung eines bestimmten Umweltziels erhalten sollen. Belohnt sehen wollen die Wissenschaftler außerdem Vielfalt und Multifunktionalität von Maßnahmen.

In diesem Zusammenhang werden Zahlungen, die proportional zum Umweltnutzen sind sowie die Bündelung von Maßnahmen, die zusammen mehrere Umweltziele erfüllen, vorgeschlagen. Ferner sollen die Raumplanung zur Umsetzung von Maßnahmen auf Landschaftsebene und kooperative und koordinierte Ansätze zur Umsetzung der GAP verbessert werden, um größere Gebiete abdecken zu können.

Mit einer besseren Kommunikation und einer verstärkten Förderung wollen die Wissenschaftler zudem die Umsetzung von Pflichtmaßnahmen und die Akzeptanz freiwilliger Maßnahmen verbessern. Ein besonders wichtiger Ansatzpunkt wird in den Öko-Regelungen gesehen, da über diesen Weg die Mittel zur Förderung der Biodiversität fast verdoppelt werden könnten.

Für besonders wirksam werden etwa Brachflächen und extensives Grünland gehalten. Mit Blick auf die aktuellen Strategiepläne warnen die Wissenschaftler allerdings davor, große Teile des Budgets nur für den Erhalt des Status quo auszugeben. „Die Strategiepläne sollten verbessert werden - entweder vor ihrer Umsetzung oder kurz danach“, so der Hauptautor der Publikation, Dr. Guy Pe'er vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv).

Öko-Regelungen und AUKM aufwerten

Laut Pe’er muss bei den Anpassungen der nationalen GAP-Umsetzung auch die Weltmarktsituation berücksichtigt werden. Er warnte zudem davor, als Reaktion auf den Krieg in der Ukraine noch mehr Druck auf die Flächen und die Biodiversität auszuüben und damit den Zusammenbruch von Ökosystemen und Ernteausfälle herbeizuführen.

„Unsere Studie kommt zu einem wichtigen Zeitpunkt, da der Krieg in der Ukraine auch zu Turbulenzen auf den internationalen Agrarmärkten geführt hat“, erklärte der Agrarökonom Prof. Sebastian Lakner. Gerade in einer Zeit der multiplen Krisen würden „rationale und kosteneffiziente“ Entscheidungen gebraucht. Lakner spricht sich dafür aus, angesichts des hohen Preisniveaus auf dem Weltmarkt höhere Zahlungen für Öko-Regelungen und Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM) in Betracht zu ziehen, um die erforderlichen Biodiversitätseffekte in der EU zu erreichen.

Mit kleinen Änderungen könnten die knappen Steuermittel besser genutzt und in effiziente Öko-Regelungen und AUKM investiert werden. „Ohne eine solche zielgerichtete Anpassung kann diese GAP-Reform 2021 zu einer verpassten Chance werden“, so Lakner.

Einzigartige Interaktion

An der Koordination der eingebundenen Wissenschaftler waren neben dem iDiv das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), das Thünen-Institut für Lebensverhältnisse in ländlichen Räumen und die Universität Rostock beteiligt. Nach Angaben der Forschungseinrichtungen umfasste der Prozess 13 Workshops und eine Online-Umfrage, die zwischen 2020 und 2021 durchgeführt wurden.

„Die direkte Interaktion mit der Europäischen Kommission war einzigartig und äußerst motivierend“, so Pe’ers Fazit. Alle Wissenschaftler hätten freiwillig teilgenommen, weil sie wussten, dass ein Interesse daran bestehe, ihre Expertise und ihr Wissen zur Verbesserung der GAP zu nutzen.
AgE
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