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23.07.2021 | 16:11 | Hochwasserkatastrophe 

Zahl der Flutopfer steigt weiter - Gespannter Blick auf Wetterlage

Bad Neuenahr-Ahrweiler - Während die Zahl der Todesopfer der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz weiter gestiegen ist, blicken Bewohner und Helfer gespannt auf die Wettervorhersage. Am Wochenende könnte es erneut Gewitter und Starkregen geben.

Überschwemmungsgebiet
Todesopfer werden nun 132 gezählt. Und der Hochwasser-Katastrophenregion in Rheinland-Pfalz drohen neue Starkregenfälle. Die Einsatzkräfte bereiten sich vor. (c) proplanta

Lokal begrenzt kann es laut Deutschem Wetterdienst (DWD) zu Niederschlagsmengen zwischen 25 und 40 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit kommen. Vereinzelt seien auch Sturmböen und Hagel mit Korngrößen bis zwei Zentimeter möglich. Allerdings soll die Regenmenge dem DWD zufolge meist unterhalb der Warnschwelle bleiben. Für genauere Aussagen über betroffene Orte und Intensität der Niederschläge sei es noch zu früh.

Der Leiter des Krisenstabes, Thomas Linnertz, sagte am Freitag in Bad Neuenahr-Ahrweiler, nach den Vorhersagen des Wetterdienstes bestehe für die Ahr «keine richtige Hochwassergefahr». «Das heißt: Es wird keine Evakuierungsnotwendigkeit für das ganze Ahrtal bestehen.»

Es könne aber sein, dass wegen erwarteter lokal begrenzter Starkregenereignisse ab Samstagnachmittag in manchen Gebieten die Menschen aufgefordert werden müssten, ihre Häuser zu verlassen. Es gebe ein Problem mit dem Oberflächenwasser, das wegen zerstörter oder verstopfter Kanäle möglicherweise dann nicht abfließen könne.

Noch seien die genauen Bereiche, wo das Oberflächenwasser zum Problem werden könne, nicht definiert. Dies sollte im Laufe des Tages geschehen. Die Bevölkerung solle dann in den wohl «sehr begrenzten Gebieten» mit Lautsprecherdurchsagen gewarnt werden. Zusätzlich zu den bestehenden Notunterkünften werde eine weitere für 1.000 Menschen in der Verbandsgemeinde Grafschaft vorbereitet. Der Transport mit Bussen sei vorgeplant. Linnertz zufolge werden mobile Pegel installiert, um Wasserstände besser kontrollieren und ablesen zu können.

Etwas weiter westlich teilte der Eifelkreis Bitburg-Prüm mit, auch wenn aus derzeitiger Sicht die Wetterprognose nicht als bedrohlich für den Kreis eingeschätzt werde, könnte es infolge des zurückliegenden Hochwassers vereinzelt kritische Situationen geben.

Der Katastrophenschutz treffe in Abstimmung mit den Feuerwehren Vorkehrungen, insbesondere würden Sandsäcke vorbereitet. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, sich über «zuverlässige Quellen» in Radio, Fernsehen und Internet oder entsprechende Warn-Apps auf dem Laufenden zu halten.

Der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Rheinland-Pfalz, Frank Hachemer, sagte im Radioprogramm SWR Aktuell, die Einsatzplaner bereiteten sich auf den angekündigten Starkregen vor. «Im Moment wird gerade massiv schweres Gerät ins Einsatzgebiet geschickt und auch dort vorgehalten, um alles passierbar zu machen», sagte Hachemer.

Tot geborgen wurden in der Katastrophenregion in Rheinland-Pfalz laut Polizei inzwischen 132 Menschen, vier mehr als am Vortag. Vermisst wurden den Angaben zufolge noch 149 Personen, 766 Menschen mit Verletzungen wurden behandelt.

Über dem Katastrophengebiet Bad Neuenahr wurden die bestehenden Flugbeschränkungen räumlich ausgeweitet und verlängert. Der Luftraum bis zu 5.000 Fuß (rund 1.500 Meter) Höhe soll allein den Rettungskräften vorbehalten bleiben. Die Befristung reicht nun sechs Tage länger bis zum 29. Juli, wie Bundesverkehrsministerium und Deutsche Flugsicherung mitteilten.

Um der Trinkwasserknappheit zu begegnen, untersagte der Zweckverband Eifel-Ahr jegliche Wasserverschwendung auch für nicht von der Flut betroffene Gebiete. Es dürften keine Autos gewaschen, keine Pflanzen gewässert und keine Pools befüllt werden, teilte die Stadtwerke Bonn Regional am Freitag mit. «Der Notstand ist noch nicht vorbei, außerdem brauchen wir ausreichend Wasser für mögliche Brandfälle.» Verstöße gegen die Anordnung zum Wassersparen würden geahndet.

Unvermindert weiter gehen die Aufräumarbeiten, auch bei der Deutschen Bahn - in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Der Konzern ist zuversichtlich, dass bis Ende des Jahres die größten Schäden behoben werden können und der Verkehr wieder weitgehend normal läuft. In manchen Regionen, vor allem in Rheinland-Pfalz, könnte es hingegen länger dauern.

«Etwa an Eifel und Ahr ist von den bisherigen Strecken und Anbindungen wahrlich nichts mehr zu erkennen», sagte der Vorstand für Anlagen- und Instandhaltungsmanagement bei der Bahn-Tochter DB Netz, Volker Hentschel, am Freitag. «Hier reden wir von Monaten, wenn nicht sogar an einigen Stellen von Jahren.»

Die Bahn schätzt die Schäden an Strecken, Bahnhöfen und Fahrzeugen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen auf insgesamt rund 1,3 Milliarden Euro. 600 Kilometer Gleise seien betroffen sowie 50 Brücken und Dutzende Stationen und Haltepunkte. 180 Bahnübergänge, 40 Stellwerke und mehr als 1.000 Oberleitungs- und Signalmaste seien so schwer beschädigt, dass sie voraussichtlich erneuert werden müssten, sagte Hentschel.

Ein Lichtblick in der gebeutelten Region ist, dass rund 90 Prozent der ausgefallenen Mobilfunkkommunikation nach Darstellung des rheinland-pfälzischen Digitalministeriums wiederhergestellt sind.

«Jeden Tag gelingt es, die Mobilfunkversorgung weiter zu verbessern», sagte Minister Alexander Schweitzer (SPD) in Mainz. Ursache der Ausfälle in den vom Unwetter betroffenen Regionen sei nach Angabe der Provider überwiegend die ausgefallene Stromversorgung der Mobilfunkstationen. «Dort, wo die Energieversorger die Stromversorgung nicht zeitnah wiederherstellen können, wird mit Netzersatzanlagen gearbeitet, um Ersatz für die zerstörte Infrastruktur zu schaffen», erklärte Schweitzer.

In besonders schwer von den Wassermassen getroffenen Ortschaften an der Ahr sei das Gelände allerdings so zerstört, dass noch keine Ersatzanlagen aufgestellt werden könnten. «Ich bin zuversichtlich, dass es in den kommenden Tagen gelingt, auch die Situation in den besonders betroffenen Ortschaften an der Ahr zu verbessern.»
dpa/lrs
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