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03.03.2011 | 16:42 | Raiffeisenverband 

Genossenschaften setzen auf Nachhaltigkeit: Zurück auf dem Wachstumskurs - Positives Umfeld

Berlin - „Mit ihrer mitgliederorientierten, nachhaltigen Wirtschaftsweise haben die genossenschaftlichen Unternehmen die negativen Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise rasch bewältigt."

Agrarwirtschaft
Die 2.604 genossenschaftlichen Unternehmen haben 2010 ihre Marktchancen genutzt. Mit dem Konjunkturaufschwung verbesserte sich die Investitionsbereitschaft in der Landwirtschaft und bei den Verbrauchern spürbar“, erklärt Manfred Nüssel, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), bei der Bilanz- Pressekonferenz.

Der addierte Gesamtumsatz für die genossenschaftliche Gruppe beträgt rd. 41 Mrd. Euro (2009: 38,4 Mrd. Euro). Das ist ein Plus von 6,7 %. Eine deutliche Erholung verzeichnen vor allem die Waren- und Molkereigenossenschaften. „Prägend für den Geschäftsverlauf bleibt die Achterbahnfahrt bei den Agrarrohstoffpreisen. Unsicherheiten erwachsen aktuell aus den steigenden Rohölpreisen. Für den weiteren Unternehmenserfolg ist daher ein konsequentes Qualitäts- und Risikomanagement von entscheidender Bedeutung“, so Nüssel.


Waren- und Futterwirtschaft im Zeichen der Preisschwankungen

Die umsatzstärkste Sparte im DRV ist die Waren- und Futterwirtschaft. Die in diesen Bereichen tätigen genossenschaftlichen Unternehmen kehrten 2010 auf einen stabilen Wachstumskurs zurück. Die anhaltende Preisvolatilität an den Rohstoff- und Devisenmärkten sowie der einsetzende Aufschwung prägten den Geschäftsverlauf. Die Warengenossenschaften erzielten Umsätze in Höhe von 19,3 Mrd. Euro. Das ist ein Plus von rd. 4,3 % gegenüber 2009.

Aufgrund der positiven Entwicklung der Getreide- und Milcherzeugerpreise sowie guten Konjunkturaussichten übertraf die Investitionsbereitschaft der Landwirte die gedämpften Erwartungen für die Agrartechnik deutlich. Auch der Absatz von Düngemitteln und Saatgut legte zu. Das Pflanzenschutzgeschäft dagegen war witterungsbedingt von Umsatzrückgängen gekennzeichnet. Im Mischfutterbereich haben sich die operativen Ergebnisse trotz gestiegener Rohstoffkosten stabilisiert. Der Produktionsrückgang aus dem Vorjahr wurde ausgeglichen. Der Absatz von Mineralölen und Brennstoffen lag trotz langer Kälteperioden leicht unter dem Vorjahresniveau. Das Baustoffgeschäft profitierte von Impulsen aus den Konjunkturpaketen der Bundesregierung.

Die Perspektiven 2011 werden unverändert von den Trends an den Rohstoffmärkten bestimmt. „Die weltweit weiter dynamisch wachsende Nachfrage nach Agrarrohstoffen für den Nahrungsmittel- und Energiesektor werden die Preise und damit die Betriebsergebnisse der Landwirte und ihrer Vermarktungspartner positiv beeinflussen. Allerdings muss 2011 auch mit höheren Betriebsausgaben für Energie, Lohn und Logistik gerechnet werden“, so Nüssel.

Insbesondere die Anforderungen bezüglich Qualitätssicherung machen in allen Sparten zusätzliche organisatorische und bauliche Maßnahmen notwendig, die von den Genossenschaften umgesetzt werden. Die Grenzwert- Diskussionen zeigen, dass das Beprobungsnetz weiter verfeinert werden muss. Immer unübersichtlicher gestalten sich die Abgabevorschriften, z. B. für Pflanzenschutz- und Düngemittel. Hier sind sowohl europäische als auch nationale Regelungen aus sehr unterschiedlichen Rechtsbereichen (Pflanzenschutz-/ Düngemittelrecht, Chemikalienrecht, Terrorismusprävention) zu beachten. Hinzu kommen neue Einstufungs- und Kennzeichnungsvorschriften.


Milchwirtschaft: Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht

Der Milchmarkt stellte sich 2010 im Vergleich zum Krisenjahr deutlich verbessert dar. Angebot und Nachfrage sind wieder im Gleichgewicht. Die Erlöse für Milchprodukte und damit die Erzeugerpreise entwickelten sich positiv. Die genossenschaftlichen Unternehmen haben ihre Umsätze um rd. 10 % auf etwa 10 Mrd. Euro gesteigert.

Die Milcherzeugerpreise konnten deutlich angehoben werden. Im Jahresdurchschnitt 2010 erreichten die Erzeugerpreise nach Angaben des BMELV im Bundesmittel 30,09 Cent/kg mit 3,7 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß. Das Vorjahresergebnis wurde um 6 Cent übertroffen.

Langfristig eröffnet der Export den Molkereigenossenschaften gute Chancen, da weltweit die Nachfrage nach Milch und Milchprodukten stärker als das Angebot steigt. „Dafür brauchen wir gut aufgestellte Unternehmen, die die Wachstumsmärkte bedienen und mit zunehmend volatilen Märkten umgehen können“, so Nüssel. Hier sieht der DRV-Präsident die genossenschaftliche Milchwirtschaft angesichts des weiterhin dynamischen Strukturwandels auf einem guten Weg. Die Gesamtzahl der Unternehmen sank im Jahr 2010 um 6 % auf 264. Die Zahl der in der Milchverarbeitung und -vermarktung tätigen Unternehmen ging um 13, 6 % auf 51 zurück.

Um den Herausforderungen auch künftig gerecht zu werden, wird sich dieser Prozess fortsetzen, wie das jüngste Votum der bäuerlichen Mitglieder von Nordmilch und Humana für den Zusammenschluss zum Deutschen Milchkontor belegt. Es geht darum, mehr Eigenverantwortung bei der Marktstabilisierung zu übernehmen, die Verwertungsstabilität durch breitere Produktsortimente und Exporte zu erhöhen. Im Ergebnis wird es größeren, breit aufgestellten oder über enge Kooperationen miteinander verbundenen Unternehmen besser gelingen, Kostenvorteile zu nutzen und notwendige Investitionen zu finanzieren, davon ist Nüssel überzeugt.

Für eine stabile Marktentwicklung spielt der Außenhandel eine wichtige Rolle. Prognosen, u. a. der FAO, zeichnen kurz- und mittelfristig ein optimistisches Bild. Dennoch ist das Exportgeschäft von Unsicherheiten geprägt. Insbesondere die Wechselkurse bewirken rasche Veränderungen der relativen Wettbewerbsfähigkeit an den internationalen Märkten. Weltweite Veränderungen von Angebot und Nachfrage können angesichts der Liberalisierung des EUMilchmarktes maßgeblich das Handelsgeschehen bestimmen und stärkere Preisschwankungen auslösen.


Vieh- und Fleischwirtschaft: Bauen Marktposition aus

Im Geschäftsjahr 2010 bauten die Unternehmen der genossenschaftlichen Vieh- und Fleischwirtschaft ihre Position aus, insbesondere auf den Exportmärkten. Sie erzielten ein stabiles Ergebnis von erneut 4,9 Mrd. Euro. Im Fokus der Aktivitäten stehen die Themen Nachhaltigkeit, Tierschutz und der Ausbau von Allianzen in der Wertschöpfungskette. In der Schlachtung und Vermarktung von Schweinen stiegen die Mengenumsätze um durchschnittlich 3,5 %. Im Vergleich zu 2009 konnten die Schlachtungen um 1,9 Mio. auf insgesamt rd. 58 Mio. Tiere erhöht werden. Die Nettoerzeugung wurde ebenfalls von 5,25 Mio. t. auf rd. 5,46 Mio. t verbessert. Deutschland ist somit der drittgrößte Schweinefleischproduzent in der Welt und steigerte die Ausfuhren in Drittländer, vor allem nach Russland und China/ Hong Kong mit rd. 17 %.

Die Rindfleischproduktion entwickelte sich vor allem im letzten Quartal 2010 aufgrund der Öffnung des türkischen Marktes positiv. Die Exporte blieben auf stabilem Niveau (307.000 t), wobei die Mengen stärker auf Drittlandsmärkten (+ 30 %) nachgefragt werden. Der Selbstversorgungsgrad liegt konstant bei 120 %.

Für 2011 wird ein leichter Anstieg der Nettoerzeugung bei Schweinefleisch (1,5 bis 2 %) erwartet. Mit einem leichten Anstieg wird ebenfalls bei Schlachtungen (ca. 1,7 %) und Exporten von Schweinefleisch (6 %) gerechnet. Der Selbstversorgungsgrad wird auf 114 % geschätzt. Wie in der Schweineproduktion sind im Vergleich zum Vorjahr kaum Veränderungen in der Produktion von Rindfleisch zu erwarten. Unsicherheiten gibt es bezüglich der Preise auf den Rohstoffmärkten und steigender Produktionskosten.
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